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Die Dorfkorporation Wattwil soll aufgelöst werden

Die Dorfkorporation Wattwil soll in die politische Gemeinde eingegliedert werden. Diese würde die Aktien der Thurwerke AG zum Buchwert übernehmen. Das schlägt der Verwaltungsrat der Versammlung vor.
Martin Knoepfel
Auch Werke, wie diese Quellfassung in Krinau, würden an die politische Gemeinde Wattwil übergehen. (Bild: Martin Knoepfel)

Auch Werke, wie diese Quellfassung in Krinau, würden an die politische Gemeinde Wattwil übergehen. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Korporationsbürger der Dorfkorporation Wattwil sollen nach dem Willen des Verwaltungsrats die Auflösung der Körperschaft beschliessen. Das kann man einer Medienmitteilung des Verwaltungsrats entnehmen. Er beantrage den Korporationsbürgern, an der Versammlung vom 27. März, die Inkorporation der Dorfkorporation Wattwil in die politische Gemeinde Wattwil per 1. Januar 2020 zu beschliessen.

Keine operative Tätigkeit mehr

Eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Gemeinderates Wattwil sowie des Verwaltungsrates der Dorfkorporation Wattwil habe die Vor- und Nachteile sowie die Konsequenzen einer Inkorporation geprüft, heisst es weiter. Aufgrund der Resultate kämen die beiden Räte zum Schluss, dass die Inkorporation die folgerichtige Lösungsoption sei.

Die Dorfkorporation Wattwil führt keine operativen Tätigkeiten mehr aus. Sie besitzt aber alle Aktien der Thurwerke AG, deren Sitz ebenfalls in Wattwil liegt. Die wichtigste Aufgabe der Thurwerke besteht darin, den Grossteil Wattwils mit elektrischem Strom und mit Wasser zu versorgen. Die Thurwerke AG besitzt auch die nötigen Infrastrukturen.

Verwaltungsrat verspricht sich Vereinfachung

Die Korporationsbürger (Strombezüger der Thurwerke) seien nicht identisch mit den Wasserbezügern: Die Inkorporation trage dem Rechnung. Die Corporate Governance könne professionell gelöst werden.

«Der Erhalt der Dorfkorporation ist wenig sinnvoll, da sie nur noch wenige Tätigkeiten selber innehat.»

Als Beispiele werden die Hauptverantwortung für die Elektrizitäts- und Wasserversorgung, die Führung und Steuerung der Thurwerke und der Beschluss über die Verwendung der Dividenden genannt. Die Führungsabläufe könnten vereinfacht werden.

Weiter würden die Einwohnerinnen und Einwohner von Wattwil gleichgestellt. Ferner resultiere aus dem Wegfall einer Unternehmung, also der Korporation, eine Vereinfachung. Das Gutachten zuhanden der Korporationsbürger spricht zudem von möglichen Synergien bei der Abwicklung von Projekten.

Eignerstrategie mit marktgerechten Tarifen

Die Thurwerke könnten auch abgestimmt auf die Zielsetzungen der politischen Gemeinde tätig sein. Die Gemeinde werde eine Eignerstrategie formulieren und die Leistungen, die die Thurwerke erbringen müssten, festlegen. In der Eignerstrategie würden eine marktgerechte Tarifierung und die Dividendenpolitik festgelegt.

«Die Inkorporation habe für die Kundinnen und Kunden sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Thurwerke keine Veränderungen zur Folge.»

Mit der Inkorporation würden sämtliche Aktien der Thurwerke ins Eigentum der politischen Gemeinde Wattwil übertragen. Die Gemeinde werde damit direkter Auftraggeber für die Leistungen der Thurwerke, schreibt der Verwaltungsrat der Dorfkorporation.

Dividende bisher 70'000 Franken pro Jahr

Für die Gemeinde habe die Inkorporation keine negativen finanziellen Konsequenzen, zum Beispiel durch bevorstehende Wertberichtigungen. In den letzten Jahren erhielt die Dorfkorporation laut Medienmitteilung von der Thurwerke AG 70'000 Franken Dividende pro Jahr.

Die politische Gemeinde soll die Aktien der Thurwerke zum Buchwert übernehmen. Ein externes Gutachten spricht von wesentlichen stillen Reserven, allerdings ohne genaue Zahlen zu nennen. Das Ziel besteht darin, dass die Thurwerke AG eine Dividende von mindestens zwei Prozent ausschütten wird. Maximal soll die Dividende dem Zinssatz der gewichteten Kapitalkosten entsprechen.

Keine Gemeinderäte im Verwaltungsrat

Die Thurwerke blieben nach dem Eigentümer-Wechsel offen für Geschäftserweiterungen und Zusammenschlüsse mit anderen Versorgern. Sie hielten alle für den Betrieb nötigen Sachanlagen in ihrer Bilanz. Die im Grundbuch auf die Dorfkorporation eingetragenen Durchleitungsrechte sowie die Wasser- und Quellrechte würden auf die Thurwerke übertragen, heisst es in der Mitteilung.

Der Gemeinderat von Wattwil wird bei einem Ja der Korporationsbürger zur Auflösung der Dorfkorporation ein Versorgungsreglement erlassen, das dem fakultativen Referendum untersteht. Der Verwaltungsrat werde nach fachlichen Kriterien zusammengesetzt. Mitglieder des Gemeinderats oder Angestellte der Gemeinde würden aus Gründen guter Corporate Governance nicht in den Verwaltungsrat der Thurwerke gewählt.

Hinweis

Korporationsversammlung der Dorfkorporation Wattwil: Mittwoch, 27. März, 20 Uhr, Thurpark.

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