Die CVP muss in der einwohnerstärksten Gemeinde des Toggenburgs einen Neustart bewältigen

In der Gemeinde Kirchberg steigt die CVP mit drei Bisherigen und fünf Neuen in den kommunalen Wahlkampf, der mit den Wahlen am 27. September entschieden wird. Nach diversen Rück- und Austritten steht die Partei vor einer schwierigen Ausgangslage.

Beat Lanzendorfer
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Sie stellen sich im Herbst in Kirchberg für die CVP zur Wahl, von links: Jürg Bannwart, Silvan Zingg und Lukas Bitschnau (alle GPK), Rosemarie Fröhlich und Dominique Dupont (beide Schulrat), sowie Denise Huber, Sepp Meier und Reto Hollenstein (alle Gemeinderat).

Sie stellen sich im Herbst in Kirchberg für die CVP zur Wahl, von links: Jürg Bannwart, Silvan Zingg und Lukas Bitschnau (alle GPK), Rosemarie Fröhlich und Dominique Dupont (beide Schulrat), sowie Denise Huber, Sepp Meier und Reto Hollenstein (alle Gemeinderat).

Bild: Beat Lanzendorfer

Für die CVP Kirchberg wird die Kommunalwahl diesen Herbst eine schwierige Angelegenheit. Die Gemeinderäte Lukas Fust und Martin Bühler sowie Schulrat Thomas Wiederkehr haben ihren Rücktritt bekanntgegeben.

Zudem traten nach parteiinternen Querelen im Zusammenhang mit der geplatzten Schulreform gleich drei Schulräte aus der Partei aus. Zwei davon – Fredy Metzger und Walter Gähwiler – treten als Parteilose zur Wiederwahl an, Edith Speck tritt auch aus dem Schulrat zurück.

Zwei Frauen und drei Männer

An der Nominationsversammlung präsentierte die Partei deshalb fünf neue Gesichter.

«Wir haben ein Feld beieinander, das sich sehen lassen darf», erklärte CVP-Präsident Simon Rutz. Ihm sei aber bewusst, dass einige Kandidierende in der Gemeinde noch wenig bekannt sind. «Deshalb geht es jetzt darum, sie der Bevölkerung näher zu bringen.»

Denise Huber (CVP), Gemeinderätin Kirchberg.

Denise Huber (CVP), Gemeinderätin Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Für den Gemeinderat kandidieren Reto Hollenstein und Sepp Meier, im Schulrat sind es Rosemarie Fröhlich und Dominique Dupont. Das Feld der Neuen wird komplettiert durch Silvan Zingg, der einen Sitz in der GPK anstrebt.

Von den Bisherigen stellen sich Gemeinderätin Denise Huber sowie Jürg Bannwart und Lukas Bitschnau (beide GPK) zur Wiederwahl.

Neue bringen viel Fachkompetenz mit

Gemäss Rutz verfügen die beiden Kandidatinnen für den Schulrat über jene Fachkompetenz, welche im Hinblick auf die Neuorganisation der Schule nicht unerheblich sei.

Rosemarie Fröhlich (CVP), Kandidatin Schulrat Kirchberg.

Rosemarie Fröhlich (CVP), Kandidatin Schulrat Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die 66-jährige Fröhlich ist ausgebildete Sozialarbeiterin FH und wohnt seit September 2019 in der Sommerau (Stelz). Sie verfügt über Erfahrung im Schulbereich. «Ich möchte mein Fachwissen und meine Lebenserfahrung im Schulrat einbringen.»

Als zweite CVP-Schulratskandidatin stellt sich Dominique Dupont zur Verfügung. «Ich würde meine Erfahrung gerne in der Kirchberger Schule einbringen», sagt die ausgebildete Primarlehrerin, die verheiratet und dreifache Mutter ist. Sie wohnt mit ihrer Familie seit drei Jahren in Kirchberg und arbeitet als Lehrerin/Schulleiterin an der Förderschule Fischingen.

Dominique Dupont (CVP), Kandidatin Schulrat Kirchberg.

Dominique Dupont (CVP), Kandidatin Schulrat Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Finanzberater und Meisterlandwirt

«Ich wünsche mir ein Kirchberg, das lebenswert ist und in dem es sich gut wohnen lässt», erklärt Reto Hollenstein die Gründe, weshalb er sich für das Amt des Gemeinderates zur Wahl stellt. Und weiter: «Ich möchte fühlen, wo den Bürger der Schuh drückt».

Der 51-jährige Finanzberater bei einer Bank in St.Gallen wohnt mit seiner Familie seit sieben Jahren in Kirchberg. In seiner Familie hätten politische Ämter Tradition. Sein Vater sei in der Sekundarschulvorsteherschaft Rickenbach-Wilen tätig gewesen, sein Götti war in derselben Gemeinde Gemeinderat.

Reto Hollenstein (CVP), Kandidat Gemeinderat Kirchberg.

Reto Hollenstein (CVP), Kandidat Gemeinderat Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Der zweite Kandidat, Sepp Meier, ist vierfacher Familienvater und wohnt mit seiner Familie in der Bazenheider Au, wo der 56-Jährige als Meisterlandwirt mit einem seiner Söhne eine landwirtschaftliche Generationengemeinschaft führt.

Er sei ein Teamplayer und sehe ein allfälliges Engagement im Gemeinderat als guten Ausgleich zu seinem Beruf. «Ich möchte in der Gemeinde etwas bewegen und vorwärts schauen», sagt Moser, der in der Vergangenheit bereits Ämter in der GPK und in der Kirchenpflege inne hatte.

Sepp Meier (CVP), Kandidat Gemeinderat Kirchberg.

Sepp Meier (CVP), Kandidat Gemeinderat Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Gleichzeitig die Hauptversammlung abgehalten

An der am selben Abend durchgeführten Hauptversammlung wurde Magnus Brändle sein kurzes Engagement im Vorstand verdankt. Eine Weiterführung seiner Tätigkeit sei aus beruflichen Gründen nicht möglich.

Die übrigen Vorstandsmitglieder – Simon Rutz, Hansruedi Thoma, Silvan Zingg, Patric Schönenberger und Lukas Fust – stellten sich zur Wiederwahl.

Die nationale Debatte, ob das C im Namen der Partei weiterhin seine Berechtigung habe, wurde auch im «Toggenburgerhof» diskutiert. Die Anwesenden waren sich einig, dass sich die Partei ob mit oder ohne C öffnen müsse.

Es sei wichtig, dass die Partei nicht mit der katholischen Kirche gleichgestellt werde, denn in der CVP seien alle Menschen willkommen, welche die christlichen Werte erhalten, egal welcher Konfession sie angehören.

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