Interview

Die Bütschwilerin Chiara Scherrer vor der Cross-Europameisterschaft in Portugal: «Die Leistungsdichte ist enorm»

Die 23-jährige Toggenburgerin hat sich für die Cross-Europameisterschaften am 8. Dezember in Portugal qualifiziert und startet erstmals im Feld der Elite-Läuferinnen.

Beat Lanzendorfer
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Chiara Scherrer (Startnummer 605) möchte bei ihren ersten Cross-Europameisterschaften bei den Aktiven in erster Linie Erfahrungen sammeln.

Chiara Scherrer (Startnummer 605) möchte bei ihren ersten Cross-Europameisterschaften bei den Aktiven in erster Linie Erfahrungen sammeln.

Bild: PD

Sie starten am kommenden Sonntag in Lissabon erstmals bei den Elite Frauen an den Cross-Europameisterschaften. Was darf man von Ihnen erwarten?

Chiara Scherrer: Es gehen ungefähr hundert Frauen an den Start – die Leistungsdichte ist enorm. Wenn ich mich in der ersten Hälfte einreihen könnte, wäre dies für mich bereits ein schöner Erfolg.

Im Vorjahr erreichten Sie in der Kategorie U23 Platz vier. Ein ähnliches Resultat liegt somit in der Elite nicht drin?

Das ist sicher ausser Reichweite. Die Premiere bei den Aktiven ist für mich in erster Linie eine Standortbestimmung.

Sie mussten im Vorfeld zwei Qualifikationsrennen absolvieren. Sind Sie zufrieden mit den Resultaten?

Ja, das nationale Rennen in Regensdorf konnte ich für mich entscheiden. Die zweite Qualifikation im deutschen Darmstadt war für mich fast wichtiger, weil ich mich mit internationalen Konkurrentinnen messen konnte. Ich erreichte den fünften Platz in der Kategorie Elite Frauen.

Nun geht es nach Lissabon. Wie lange ist die Strecke?

Bei den Frauen ist die Strecke immer ungefähr acht Kilometer lang. Die Herren müssen rund zehn Kilometer bewältigen, während über die U23-Distanz sechs Kilometer zu absolvieren sind.

Kennen Sie die Strecke?

Nein, ich weiss nur, dass sich die Strecke in einem Park befindet und gemäss Google Maps sieht der Streckenverlauf ziemlich grau aus, was auf einen eher trockenen Untergrund schliessen lässt.

Das dürfte kaum Ihren Vorstellungen entsprechen, denn Sie laufen ja lieber auf tiefen und schlammigen Unterlagen?

Das ist so, aber das bringt die Diversität im Cross mit sich, man muss eben beides laufen können.

Wie ist Ihre Vorbereitung verlaufen?

Nicht optimal. In meinem Studium zur Physiotherapeutin absolviere ich zurzeit ein Praktikum, bei dem ich zu 80 Prozent arbeite. Dadurch kann ich nicht alle Trainingseinheiten absolvieren, die ich gerne möchte und die nötig wären. Mit geht dadurch etwas die Substanz ab und zudem fehlen auch die Laufkilometer. Zusätzlich kommt auch die Erholungszeit zu kurz.

Wie viele Trainingseinheiten absolvieren Sie aktuell wöchentlich?

Es sind etwa sechs. Mir ist wichtig, dass ich täglich eine Einheit machen kann und wöchentlich einen Erholungstag einlege. Vorher waren es halt häufig zwei Trainingseinheiten täglich.

Wann fliegen Sie nach Lissabon?

Ich werde am 6. Dezember fliegen. Das Rennen wird zwei Tage später ausgetragen. Ich freue mich, dass meine Eltern ebenfalls nach Lissabon kommen und mich während des Rennens unterstützen.

Wie sieht für Sie die Zukunft nach der Europameisterschaft aus?

Anschliessend mache ich eine Woche Pause. Nach Weihnachten beginnt bereits die Vorbereitung auf die kommende Saison mit einem Trainingslager. Dafür reise ich erneut nach Portugal. Nach Beendigung meines Praktikums Ende Februar bleibt mir dann mehr Zeit, um meinen Trainingsbetrieb wieder hochzufahren.

Mehr Informationen zur Schweizer Delegation in Lissabon gibt es hier.

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