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Interview

«Die Arbeit bei der Gemeinde ist komplizierter geworden»

32 Jahre war Magnus Brändle Gemeinderatsschreiber von Kirchberg. Seit dem 1. Dezember übt er das Amt nur noch als Stellvertreter von Peter Minikus aus. In Zukunft koordiniert Brändle mehrere Grossprojekte. Im Gespräch blickt er zurück.
Beat Lanzendorfer
An Arbeit wird es Magnus Brändle auch in Zukunft nicht mangeln. Mit den diversen Neu- und Umbauten von Schulhäusern kommen gleich mehrere Grossprojekte auf ihn zu. (Bild: Beat Lanzendorfer)

An Arbeit wird es Magnus Brändle auch in Zukunft nicht mangeln. Mit den diversen Neu- und Umbauten von Schulhäusern kommen gleich mehrere Grossprojekte auf ihn zu. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Magnus Brändle, wie begann Ihre Karriere als Gemeindeangestellter?

Von 1977 bis 1980 absolvierte ich die Lehre als kaufmännischer Angestellter in der Gemeindeverwaltung Mosnang. In Mosnang bin ich auch aufgewachsen.

Wie sieht Ihr weiterer Werdegang aus?

Nach der Lehre wurde ich im Frühjahr 1980 zum Verwaltungsangestellten der Gemeinde Rieden gewählt. Nachdem mein vorgesetzter Ratsschreiber per 1. Januar 1981 zum Gemeindammann der Gemeinde Rieden gewählt wurde, hat mich der dortige Gemeinderat auf dieses Datum hin zum Gemeinderatsschreiber, Zivilstandsbeamten, Gemeindebuchhalter und Kassier sowie Leiter Einwohneramt mit weiteren Nebenbeamtungen gewählt. So konnte ich im Alter von nicht einmal 20 Jahren bereits selbstständig viele Ämter in der kleinen Gemeindeverwaltung führen. Das war für mich eine grosse Herausforderung, gleich nach der Lehre die Ämter selbstständig führen zu dürfen. Dort lernte ich viele Ämter richtig kennen und konnte während sechs Jahren Berufserfahrung sammeln.

Wann sind Sie nach Kirchberg gekommen?

Auf den 1. Mai 1986 bin ich vom Kirchberger Gemeinderat zum Ratsschreiber gewählt worden, womit ich das Amt über 32 Jahre ausgeübt habe.

Vor rund acht Wochen haben Sie das Amt des Gemeinderatsschreibers abgegeben. War damit eine Portion Wehmut verbunden?

Eigentlich nicht, weil ich ja einen Teil der bisherigen Aufgaben weiterhin übernehme. Zusätzlich kann ich neue und spannende Projekte in den kommenden Jahren koordinieren und betreuen.

Sie waren über 30 Jahre Kirchberger Gemeinderatsschreiber. Erinnern Sie sich an ein Ereignis, das Sie besonders gefordert hat?

Die Vorbereitung der Einführung der Einheitsgemeinde mit der gleichzeitigen Inkorporation der Dorfkorporationen Gähwil, Dietschwil und Müselbach-Bäbikon, die Einführung des «Gmeindsblattes» sowie der fast gleichzeitigen Übergang des Gemeindepräsidiums haben mich stark gefordert. Daneben kamen noch die laufenden Geschäfte im Gemeinderat und in der Ratskanzlei hinzu. Das alles hat mich an die Grenzen der Belastbarkeit geführt. Ich musste deshalb in den letzten Jahren nicht dringende Geschäfte nach hinten schieben, was für mich doch sehr unbefriedigend war.

Ist die Arbeit des Gemeinderatsschreibers heute anspruchsvoller als früher?

Ich denke, dass mit der zunehmenden Bürokratisierung durch die immerwährende neue Gesetzesflut, welche von den Bundes- und Kantonsparlamenten verabschiedet werden, die Arbeit des Ratsschreibers komplizierter und vor allem formalistischer geworden ist. Ausserdem wird heute beispielsweise in vielen Fällen immer zuerst ein Konzept verlangt, welches alle möglichen Vor- und Nachteile eines künftigen Projektes in einem umfangreichen Bericht abbilden muss, bevor mit der effektiven Projektarbeit begonnen wird. Dies verursacht zusätzliche Kosten und Verwaltungsaufwand, welche in vielen Fällen gar nicht nötig wären.

Der Gemeinderat ist in letzter Zeit – vor allem im Zusammenhang mit den Schulhausbauten – kritisiert worden. Können Sie diese Kritik nachvollziehen?

Die Kritik bezog sich in erster Linie auf das Schulhausprovisorium in Bazenheid. Dieser Fall ist ausführlich im «Gmeindsblatt» kommentiert worden. Die beiden anderen Schulhausbauten – Erweiterung Oberstufe Flurstrasse und Neubau Primarschule Neugasse – haben zu keiner Kritik Anlass gegeben. Mir sind in diesem Fällen auch keine Kritiken bekannt.

Sind Sie der Ansicht, dass die Mitarbeiter im Gemeindehaus heute unter erhöhter Beobachtung stehen?

Die Mitarbeitenden in der Gemeindeverwaltung stehen immer unter Beobachtung, weil sie im Dienste der Öffentlichkeit arbeiten und die geltenden Gesetze anwenden müssen.

Nun tragen Sie seit kurzer Zeit die Verantwortung für die baulichen Grossprojekte, welche in den kommenden Jahren auf die Gemeinde zukommen. Wie fühlen Sie sich? Sind Sie bereits ein Meister oder eher noch ein Lehrling?

Ich fühle mich gut. Die Gesamtverantwortung für alle Projekte liegt nach wie vor beim Gemeinderat. Als Ratsschreiber musste ich viele Projekte der vergangenen 32 Jahre immer im Auge behalten und habe alle Koordinationsaufgaben noch nebenbei erfüllen müssen. Durch die kommenden Grossprojekte wurde die Arbeitsbelastung einfach zu gross, sodass ich mich nun voll auf die neuen Aufgaben konzentrieren kann und vom Tagesgeschäft entlastet bin.

Können Sie sich noch an vergangene Grossprojekte erinnern, welche Sie als Ratsschreiber koordiniert haben?

Selbstverständlich. Meine ersten Jahre in Kirchberg waren sehr herausfordernd. 1988 bewilligte die Bürgerschaft an der Bürgerversammlung den Kredit für den Toggenburgerhof für 1,25 Millionen Franken, den Kredit für den Neubau des Sonnegrund, Haus für Betagte, von 6,4 Millionen Franken, drei Millionen Franken für die Sportanlagen Ifang und Sonnmatt plus den dafür erforderlichen Landerwerb für 1,7 Millionen Franken. Dies ergab damals ein Total von 12,35 Millionen Franken. Im Jahr darauf bewilligten die Bürger weitere 17,3 Millionen Franken für den Bau des Mehrzweckgebäudes Ifang für 17,3 Mio. Franken, 7,4 Millionen Franken für den Werkhof Husen sowie 600'000 Franken für das Sportgebäude Sonnmatt. Damals hat die Bürgerschaft innerhalb von lediglich zwei Jahren Investitionen von total 37,6 Millionen Franken beschlossen. Die damaligen Investitionen mussten alle über die Ratskanzlei koordiniert werden, was einen sehr hohen Einsatz bedeutete.

Gibt es abschliessend etwas, das Sie sich von Seiten der Bürger wünschen würden?

Ich wünsche mir, dass auch allen Mitarbeitenden der Einheitsgemeinde allfällige Fehler verzeiht werden können. Niemand ist fehlerlos und wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Wenn man das mit einem gegenseitigen Gespräch ausräumen kann, dann haben doch alle Parteien gewonnen.

Nur drei Gemeindepräsidenten

Als Magnus Brändle 1986 das Amt des Ratsschreibers in Kirchberg antrat, hiess sein Vorgesetzter Beda Lengwiler. Der heute 85-Jährige leitete von 1977 bis Ende 1992 die Geschicke der Fünf-Dörfer-Gemeinde. Auf ihn folgte am 1. Januar 1993 Christoph Häne. Dieser wiederum übergab auf den 1. Januar 2017 das Amt an Roman Habrik. Seit jenem Datum und durch den Zusammenschluss mit der Schulgemeinde ist Kirchberg eine Einheitsgemeinde. (bl)

Kirchberg wächst weiter

Gemäss Kirchberger «Gmeindsblatt» vom letzten Freitag ist die Gemeinde Kirchberg im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Per 31. Dezember 2018 seien 8989 Personen hier wohnhaft gewesen. Dies entspreche gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 58 Personen. Davon seien 4608 Männer sowie 4381 Frauen. Von diesen seien 3825 ledig, 4176 verheiratet, 395 verwitwet, 593 geschieden oder leben getrennt. Aufgeteilt nach Alter zeigt sich folgendes Bild: bis 20-jährig 2262 Personen, zwischen 21 und 40 Jahre 2290 Personen, von 41 bis 60 Jahre 2602 Personen, zwischen 61 und 80 Jahren 1499 Personen sowie ab 81 Jahre 336 Personen. Aufteilung nach Konfession: 4596 katholisch, 1438 evangelisch, 2955 andere oder keine Konfession. Laut Statistik lebten in der Gemeinde 6525 Schweizerbürger, 2464 seien Ausländer. (pd/bl)

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