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Interview

«Die Hausanalyse dient als Motivation, weiterzudenken»

Drei Jahre lang können Toggenburger Liegenschaftsbesitzer ihr Grundstück günstig analysieren lassen. Im ersten Drittel gab es zwölf Anfragen. Bei der Region Toggenburg ist man zufrieden damit.
Ruben Schönenberger
Was können Besitzerinnen und Besitzer aus ihrer Liegenschaft machen? Eine Hausanalyse soll dabei helfen, allfälliges Potenzial zu entdecken. Seit einem Jahr kann eine solche verbilligt bezogen werden. (Bild: Getty)

Was können Besitzerinnen und Besitzer aus ihrer Liegenschaft machen? Eine Hausanalyse soll dabei helfen, allfälliges Potenzial zu entdecken. Seit einem Jahr kann eine solche verbilligt bezogen werden. (Bild: Getty)

Die eigene Liegenschaft aufwerten, gleichzeitig das Dorfbild verschönern und dafür nur wenig bezahlen: Die Region Toggenburg bietet seit rund einem Jahr Besitzern von Häusern mit Sanierungs- und Renovationsbedarf die Möglichkeit, günstig das Potenzial ihrer Liegenschaft analysieren zu lassen. Daniel Blatter, Geschäftsführer der Region Toggenburg, zieht ein positives Zwischenfazit.

Daniel Blatter, das Programm zur finanziellen Unterstützung von Hausanalysen ist auf drei Jahre angelegt. Wie ist das erste Drittel verlaufen?

Das erste Jahr war in etwa so, wie wir es erwartet hatten. Wir hatten insgesamt zwölf Anfragen. Sieben davon sind schon umgesetzt oder gerade in Umsetzung. Die anderen fünf sind noch pendent. Im ganzen Kanton Appenzell Ausserrhoden kamen in sieben Jahren etwas über 100 Anfragen zusammen. Wir sind auch deshalb im Toggenburg von ungefähr zehn Anfragen pro Jahr ausgegangen.

«Umgesetzt» bezieht sich auf die Hausanalyse, nicht auf das, was allenfalls danach kommt?

Genau. Was danach passiert, erfahren wir unter Umständen gar nicht. Der Grundeigentümer erhält die Analyse. Was er damit macht, wissen wir nicht. Das bleibt ihm überlassen. Die Analyse dient als Motivation, weiterzudenken. Sie soll die Eigentümer dazu anstiften, sich mit der Liegenschaft auseinanderzusetzen. Damit kann eine solche allenfalls auch wieder marktfähig gemacht werden. Und das trägt zur Verschönerung des Dorfbilds bei.

Wie detailliert fällt eine solche Analyse denn aus?

Es geht darum, grobe Ideen zu liefern, was man mit der Liegenschaft machen könnte. Die Analyse hat zum Beispiel nicht den Detaillierungsgrad eines Vorprojektes.

Trotzdem soll die Analyse «bei Ratlosigkeit» oder «schwierigen Eigentumsverhältnissen» helfen können. Wie soll das gehen?

Manchmal geht es nur darum, mit dem Nachbarn zu sprechen. In der Analyse wird auch die Umgebung angeschaut. Vielleicht entdeckt man so Chancen in der Zusammenarbeit. Ein gemeinsamer Lift mit der Nachbarliegenschaft zum Beispiel. So kann man sich die Kosten teilen, es wertet also beide Liegenschaften für den halben Preis auf. Vielleicht wissen aber auch die Mitglieder einer Erbengemeinschaft selber nicht so genau, was sie mit einer Liegenschaft machen sollen. Oder sie sind unterschiedlicher Meinung. Da hilft ein Blick von aussen, um eine gemeinsame Haltung zu finden.

Sind Sie optimistisch, dass aus den Analysen konkrete Pläne entstehen?

Ich denke schon, die Signale sind positiv. Für eine Prognose zum Sanierungsvolumen ist es aber noch zu früh. Es können jedoch schnell ein paar hunderttausend Franken zusammenkommen. Das kann auch auf das lokale Gewerbe einen stimulierenden Effekt haben.

Versuchen Sie, weitere Liegenschaftsbesitzer aktiv zur Teilnahme zu bewegen?

Nein, das würde unsere Möglichkeiten übersteigen. In einzelnen Gemeinden passiert das aber schon. Und vielleicht macht auch die Clientis Bank Toggenburg ihre Kunden darauf aufmerksam. Sie ist – neben Gemeinden und Kanton – als Finanzierungspartner dabei. Eine Mitteilung oder gar die Analyse erhalten sie aber nicht.

Die Region Toggenburg erhält die Analyse aber. Welches Bild zeigt sich darin?

Die Analysen gehen in ganz unterschiedliche Richtungen. Es hängt stark vom jeweiligen Objekt ab. Dabei geht es beispielsweise um die Substanz des Gebäudes oder auch um die Nachbarschaft. Es spielen ganz viele Faktoren rein, wenn man eine mögliche Entwicklung oder eine künftige Nutzung betrachtet.

Gibt es also kaum Gemeinsamkeiten unter den Interessenten?

Die sieben umgesetzten oder in Umsetzung befindlichen Analysen sind auf fünf Gemeinden verteilt. Es sind Mehrfamilienhäuser aber auch Gebäude mit Gewerbeflächen im Erdgeschoss. Das Alter der jeweiligen Liegenschaften unterscheidet sich teilweise um bis zu 30 Jahre. Grundsätzlich müssen die Gebäude aber mindestens 50 Jahre alt sein, um in Frage zu kommen.

Mussten Sie das Projekt seit Beginn anpassen?

Nein, am Konzept hat sich nichts geändert. Das dürfte die ganzen drei Jahre so bleiben. Wir haben eine Lizenzvereinbarung mit der Infoplattform VLP-ASPAN, deren standardisiertes Verfahren wir verwenden. Die Analysen werden von Architekten durchgeführt, die dafür ausgebildet wurden.

Wie muss man sich den Ablauf vorstellen?

Wir geben den Grundeigentümern eine Liste mit möglichen Architekten. Dort können sie selber auswählen. Wenn sie sich mit einem Architekten handelseinig geworden sind, gibt dieser uns Bescheid. Dann machen wir den Vertrag mit dem Grundeigentümer und geben dem Architekten einen formalen Auftrag. Geprüft wird die Hausanalyse dann von Felix Widmer. Der ehemalige Architekt ist Prüf-, aber auch Anlaufstelle.

Und die Kosten?

Etwa ein Viertel zahlt der Eigentümer selber. Das sind weniger als 2000 Franken. Für gutes Geld erhalten die Eigentümer ein aussagekräftiges Papier, auf dem man aufbauen kann.

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