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Ein neues Buch verrät Details über das Leben auf der Alp

Friedrich Mansers Vater kannte den Brauch des «Öberefahre». Sein Sohn hat diesem Brauch im Appenzellischen und im Toggenburg ein Buch gewidmet. Das ist vor kurzem im Appenzeller Verlag erschienen.
Sabine Schmid
Das «Öberefahre» ist für Sennen und Tiere streng, die Tradition wird aber bewahrt. (Bild: PD)

Das «Öberefahre» ist für Sennen und Tiere streng, die Tradition wird aber bewahrt. (Bild: PD)

Wer denkt, dass «Öberefahre» nur zur Alpzeit ein Thema ist, der irrt. Wie Friedrich Manser in einem neu erschienenen Buch schreibt, ist mit «Öberefahre» gemeint, dass eine Viehherde von einem Futterplatz zu einem anderen zieht. Im Sommer, wie im Winter. Denn früher gab es die Heu erzeugenden Heubauer, «Heupuure» genannt, und die Heu verwertenden Heusennen. Entsprechend sind die Viehherden im 19. Jahrhundert von einem Heubauern zum nächsten gezogen. Mittlerweile aber, konstatiert Friedrich Manser, ist «Öberefahre» im Appenzellerland vor allem eine Touristenattraktion geworden.

Der Buchautor liefert auch die heute gängige Definition vom «Öberefahre». Damit sei die Verschiebung des Senntums mit den drei Schellenkühen und den begleitenden Sennen verstanden.

Klar bestimmt, wer wo zu laufen hat

Beim Laufen hat jeder Mensch und jedes Tier seinen Platz. Der Senn führt das Senntum an, ihm folgen die Schellenkühe. Als nächstes folgen drei bis vier weitere Sennen, die im Appenzellerland häufig traditionell «i de Geele» gekleidet sind. Ihnen folgen die weiteren Tiere. Hinter ihnen läuft der Bauer mit dem Hund.

Manchmal wird das Senntum von Kindern und Geissen begleitet, die haben ihren Platz noch vor dem ersten Sennen. Der Lediwagen, auf welchem das Material für den Alpsommer transportiert wird, folgt ganz zum Schluss.

Mansers Buch zeigt die ganzen Facetten des Alplebens. Viel Platz nehmen seine Erklärungen über die Tracht der Sennen ein. Er benennt die verschiedenen Teile der Kleidung, den Unterschied zwischen den gelben und den braunen Hosen und deckt das Geheimnis auf, wer ein Lindauerli schmauchen darf und wer nicht. Der Tradition des «Schelleschötte» räumt der Autor ebenso Platz ein wie dem Zauern.

Von der Tracht über den Jodel bis zum Käse

Der Leser des Buchs erfährt einiges über die Kühe, die beim «Öberefahre» dabei sind. So erklärt der Autor, dass sich jeder im Innerrhoden lächerlich macht, der mit weniger als 18 Kühen auf die Alp geht. Diese Zahl erklärt Friedrich Manser damit, dass Anfang 19. Jahrhundert mit der Milchmenge, die 18 Kühe pro Tag liefern, ein Käselaib hergestellt werden kann. Zudem geben die Tiere so viel Arbeit, wie zwei Sennen bewältigen können.

Letztlich ist im Buch, das mit vielen attraktiven Fotos bebildert ist, zu lesen, wie die Milch auf der Alp verarbeitet wird. Zum einen entsteht daraus Butter, zum anderen Käse und Ziger. Abgeschlossen wird das umfassende Werk mit weiteren Arbeiten, die auf der Alp anfallen wie dem Heuen.

Hinweis

Friedrich Manser, «Öberefahre», Sennisches Brauchtum im Appenzellerland und im Toggenburg, erschienen 2018 im Appenzeller Verlag.

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