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Indische Berühmtheit im Chössi-Theater: Der Weg zum Göttlichen

Etwas ganz anderes: Am Samstagabend gastierte der indische Musiker Manish Vyas im Chössi-Theater. In Indien ist Vyas eine Grösse, in der Schweiz völlig unbekannt.
Michael Hug
Ein Fest für alle Sinne: Tänzerin Stuti Aga im Vordergrund, in der Bildmitte Manish Vyas am Keyboard. (Bild: Michael Hug)

Ein Fest für alle Sinne: Tänzerin Stuti Aga im Vordergrund, in der Bildmitte Manish Vyas am Keyboard. (Bild: Michael Hug)

Es wird ein ganz besonderer Abend mit einem ganz besonderen Konzert. Soviel war klar im Vorfeld. Es wird indisches Essen geben, indische Musik, indisches Flair im Chössi und pure Entspannung. Manish Vyas, ein Geheimtipp für die Meisten, besucht Lichtensteig und bringt seine Musik mit. Für einige Fans der indischen Musik war das innere Aufforderung genug, ins Toggenburg zu reisen.

In der Tat, vor dem Chössi standen nicht nur Autos aus St. Gallen, sondern auch aus Zürich und Luzern. Es war also nicht nur das typische Chössi-Publikum aus dem Toggenburg da, sondern auch welches von ausserhalb, wahrscheinlich sogar die Mehrheit. Interessant dabei: Es waren zum grössten Teil Frauen, die Manish Vyas und seine Musik erleben wollten.

«Wir gehen einfach mal rein und sehen was passiert», sagte Thomas Niggli, der einzige Europäer und Schweizer in der Band des indischen Musikers, unter der Tür zur Bühne.

Absprachen statt Improvisation

Was passiert war natürlich abgesprochen, was gespielt wird und was gesungen. Hierbei unterscheiden sich Vyas’ Konzerte nicht von anderen. Das sei bei typisch klassischen Konzerten indischer Musik nie der Fall, meinte Vyas – in Englisch – zum Publikum, als er und seine drei Mitmusiker Platz genommen hatten auf der Bühne: «Da wird mitunter zwei Stunden lang improvisiert.»

Aber das wolle er seinen Zuschauenden an diesem Abend nicht zumuten, und ausserdem ging es ihm auch darum, die Vielfalt und verschiedene Stile der indischen Musik zu zeigen, da sei die klassische Art nur ein Teil davon. In der Tat erhellten die Erläuterungen Vyas’ mancher Zuschauerin und manchem Zuschauer das Wissen über Raga, Klassik, Folk, Mantra oder Sufi. In leicht verständlicher Weise erklärte der seit 14 Monaten in St.Gallen lebende Musiker seine Kompositionen, was dahinter steht und worum es geht. Über allem aber stehen die Grundgedanken indischer Musik: Musik soll heilend sein, Musik soll die Seele erheben, Musik soll inspirieren.

Neunzig Minuten lang auf dem Boden

Manish Vyas spielte selbst das Keyboard sowie die Santoor (indisches Hackbrett) und begleitete mit seiner Stimme. Mit ihm spielten Thomas Niggli an der Sitar, Jignesh Sheth an den Tabla und sang die in Luzern lebende junge Inderin Swati Khatri. Sie spielten das Konzert ohne Pause und mit verschränkten Beinen auf dem Boden sitzend – neunzig Minuten lang.

In Indien sei die Musik ein Weg zum Göttlichen oder zu Gott selbst, meinte Manish Vyas, und man solle nicht übersehen, dass es drei Millionen Gottheiten gebe, somit drei Millionen Wege dahin. Die Suche nach diesem Göttlichen, die Erleuchtung, sei einst die Hauptsache der Menschen in Indien gewesen, aber heute streben in Indien alle nach IT, nach Technologie, lächelte der Meister.

Die indische Kultur und damit auch die Musik sei über 6000 Jahre alt, sagte Vyas weiter, dabei werde die Musik nie notiert, sondern durch Zuhören und Lernen weitergegeben. Zur Musik gehöre auch der Tanz als Ausdruck des Lebens. Und so tanzte die Inderin Stuti Aga zu bestimmten Stücken, womit der Abend zu einem eigentlichen Fest für alle Sinne wurde.

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