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Der Träger des schönsten Alpenbarts kommt aus Wattwil

Pius Sidler, der Toggenburger mit Innerschweizer Wurzeln, hat den schönsten Vollbart der Kategorie «naturale Älpler». Er pflegt seinen Bart mit Öl.
Adi Lippuner
Das tägliche Bart-Pflegeritual vor dem Spiegel gehört für Pius Sidler dazu. (Bild: Adi Lippuner)

Das tägliche Bart-Pflegeritual vor dem Spiegel gehört für Pius Sidler dazu. (Bild: Adi Lippuner)

Seit dem Alpenbart-Treffen am Prättigauer Alpspektakel ist es klar: Pius Sidler, ein Wattwiler mit Innerschweizer Wurzeln, hat den aktuell schönsten Älpler-Bart der Schweiz. Jedenfalls von den 23 Teilnehmenden, die sich in zwei Kategorien von einer Jury bewerten liessen.

«Für mich eine tolle Genugtuung, landete ich doch die beiden vorherigen Jahre jeweils auf Platz zwei und lange Zeit im Mittelfeld», erzählt der Bartträger, der hoch über Wattwil an der Strecke Richtung Hemberg, daheim ist. Platz zwei ging an Christian Jost aus Wolfhalden.

Alpenbart nicht nur für Älpler

Ohne Bart fühle er sich nicht so richtig wohl und ohne Schnauz gehe gar nicht, ist auf eine diesbezügliche Frage bei einem Besuch am Wohnort zu erfahren.

«Der Bart gehört zu mir, auch wenn ich ihn, einmal als Folge einer verlorenen Wette und zweimal einfach so aus Spass, abgeschnitten habe.»

Schon wenige Tage nach dem «Kahlschlag» habe er seine Gesichtshaare wieder wachsen lassen. «Doch bis die volle Pracht, wie sie sich jetzt präsentiert wieder vorhanden ist, dauert es rund zwei Jahre», erklärt Pius Sidler.

Die Bezeichnung Alpenbart steht für einen gepflegten, aber naturbelassenen Bart, ganz ohne Styling. «Wer einen solchen Bart trägt, muss nicht zwingend auf einer Alp tätig sein», sagt Pius Sidler. Allerdings hat sich der 1963 geborene Mann zwei Lebensträume erfüllt: Er war während eines Sommers auf einer Alp im Kanton Glarus tätig und wurde Chauffeur. «Bis vor sechs Jahren führte ich den Landwirtschaftsbetrieb in der Schwantlenegg mit Mutterkühen im Nebenerwerb. Aus gesundheitlichen Gründen – eines meiner Knies macht nicht mehr richtig mit – musste ich dies aber aufgeben.»

Als Chauffeur verteilt er für seinen Auftraggeber in der March Stückgut. Diese Arbeit führt ihn täglich auf die andere Seite des Rickens. Damit pflegt der Sohn von Innerschweizern, die sich im Toggenburg eine Existenz aufbauten, den Kontakt zur alten Heimat. «Zudem bin ich Mitglied bei den Trychlerfreunden Arosa, das ist ein Verein, mit Mitgliedern vorwiegend aus der March und gegründet von einem Kollegen, der lange Zeit beruflich in Arosa tätig war.» Bei seinem grossen Hobby kommt Pius Sidler im In- und Ausland an verschiedene Anlässe, so unter anderem auch alljährlich ans Skirennen in Gröden.

Bart und Typ als Einheit

Während der Bart im Gesicht des Siegers spriesst und täglich mit einem Spezialshampoo gewaschen und anschliessend mit Bartöl gepflegt wird, fehlen bei Pius Sidler die Haare auf dem Kopf. «Ich habe mich entschlossen, die wenigen, noch vorhandenen Kopfhaare zu rasieren, dann wird der Kontrast noch deutlicher. So passt mein mit zunehmendem Alter ins Graue übergehende Bart besser zu meinem Typ.»

Angesprochen auf den Aufwand, der die Bartpflege erfordert, ist zu erfahren:

«Beim täglichen Duschen wasche ich, so wie andere ihre Kopfhaare, den Bart. Anschliessend wird Bartöl eingebürstet und damit ist die Pflege abgeschlossen.»

Zweimal pro Jahr lasse er seinen Gesichtsschmuck im Barbershop in Zizers schneiden. «Mehr braucht es nicht», betont Pius Sidler.

Nächstes Jahr findet das Alpenbart-Treffen zum 35. Mal statt. «Ich wünsche mir, dass wieder mehr Teilnehmer kommen, denn dabei geht es nicht nur um die Bewertung durch die Jury, es ist auch jedes Mal eine interessante Begegnung mit Gleichgesinnten.» Welchen Platz er nächstes Jahr erreichen wird, ist nicht entscheidend. «Dabei sein und seinen Bart mit Freude präsentieren ist mir wichtiger», sagt er überzeugt.

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