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Der Toggenburger Urs Hermann setzt sich für den Skinachwuchs ein

Der Skiclub Ulisbach wird 80 Jahre alt. Während der Hälfte davon engagiert sich Urs Hermann als Trainer.
Beat Lanzendorfer
Nachwuchstrainer Urs Hermann (rechts) mit den JO-Kindern im Herbstlager auf dem Gletscher im Pitztal. Die Woche war einer der Höhepunkte im Vereinsjahr des Skiclubs Ulisbach. (Bild: PD)

Nachwuchstrainer Urs Hermann (rechts) mit den JO-Kindern im Herbstlager auf dem Gletscher im Pitztal. Die Woche war einer der Höhepunkte im Vereinsjahr des Skiclubs Ulisbach. (Bild: PD)

Ein Verein steht und fällt mit dem Einsatz seiner Mitglieder. Einer, der immer darauf bedacht war, dass es dem Skiclub Ulisbach gut geht, war Urs Hermann. Seit vierzig Jahren setzt er einen grossen Teil seiner Freizeit für den Ski fahrenden Nachwuchs ein.

Nun soll Schluss damit sein. Das kommende Trainingslager in den Herbstferien wird sein letztes sein. «Es ist an der Zeit, dass die Jungen nachkommen», sagt Urs Hermann. Rund 40 Tage hat er jährlich in sein Hobby investiert – und das über einen Zeitraum von vier Jahrzehnten. «Er ist immer gerne ins Training gegangen und jeweils auch wieder mit einem Lachen im Gesicht nach Hause zurückgekehrt», sagt seine Ehefrau Claudia ergänzend.

Zwölfmal Clubmeister beim SC Ulisbach

Beim Erzählen kommt dem Konstrukteur beim Turn- und Sportgerätehersteller Alder und Eisenhut in Ebnat-Kappel so manche Anekdote aus früheren Jahren in den Sinn. Er habe mit ungefähr sechs oder sieben Jahren mit Skifahren begonnen.

Urs Hermann. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Urs Hermann. (Bild: Beat Lanzendorfer)

«Häufig ging es nach der Schule direkt zum Bergli-Wis-Hang. Das war damals noch möglich, weil der Schnee in Wattwil über einen längeren Zeitraum liegen blieb.» Bereits in jungen Jahren engagierte sich Urs Hermann als Trainer, obwohl er selber noch Rennen fuhr – und dies mit einigem Erfolg. Er gewann zwischen 1975 und 1988 zwölfmal die Clubmeisterschaft. Die Serie wurde einzig 1976 durch Ernst Forrer und 1987 durch Urs Göldi unterbrochen. Im Übrigen war er das erste Mitglied des Skiclubs Ulisbach, das den Sprung ins Kader des Ostschweizer Skiverbandes schaffte.

«Zum Amt des Trainers bin ich durch meinen zehn Jahre älteren Bruder Hansruedi gekommen. Er war ebenfalls mehrfacher Clubmeister und brachte mich damals auf den Geschmack – ich bin geblieben.» Zusätzlich hatte Urs Hermann ab der Saison 1980/81 für ein Dutzend Jahre das Amt des technischen Leiters inne.

Für das Herbstlager geht es ins Pitztal

Fanden die Herbstlager früher auf dem Stilfserjoch und in Saas Fee statt, verreist der Ulisbacher Skinachwuchs mittlerweile seit zwanzig Jahren ins Pitztal. «Die Bedingungen dort sind ideal. Wir können von unserer Unterkunft mit dem öffentlichen Bus direkt zur Talstation fahren. Die Bahn bringt uns dann hoch zum Gletscher.»

Das eine oder andere Talent hatte der 61-Jährige durchaus unter seinen Fittichen. Nicole Eberhard oder seine Kinder Reto und Milena schafften es bis ins Kader des Nationalen Leistungszentrum Ost. Cheryl Kreyenbühl (heute Looser) sogar bis ins C-Kader von Swiss-Ski. Verletzungen sorgten dafür, dass ihnen der Durchbruch auf eine grössere Bühne verwehrt blieb. Aktuell sind Eline und Lukas Romer im JO Kader des Ostschweizer Skiverbandes.

Auf seine Haare verzichtet er nicht

Mit Nadine Langenegger und Aline Looser verfügt die achtköpfige Trainercrew des jubilierenden Skiclubs aktuell über zwei Talente, die das Zeugs für das nationale Leistungszentrum hätten. «Leider sind die beiden 17-Jährigen durch Verletzungen und Krankheit etwas zurückgeworfen worden», sagt Hermann.

Trotzdem sei er nicht auf das Angebot von Aline Looser eingegangen, sich eine Glatze zu schneiden, sobald sie erstmals auf einem FIS-Rennen-Podest stehe. «Bei ihren Fähigkeiten traue ich ihr dies nämlich durchaus zu, daher war mir das Risiko, auf meine Haare temporär zu verzichten, zu gross», sagt Urs Hermann lachend.

Der Girlen war einst der Heimhang

Das Toggenburg ist nicht nur die Heimat von Urs und Claudia Hermann, der obere Teil des Thurtals gehört auch zu ihren bevorzugten Skigebieten. Sie sind gerne in Unterwasser unterwegs, wo der Skiclub im Espel eine eigene Clubhütte hat. Hier oben findet ab Dezember – sobald der erste Schnee fällt – jeweils auch das Training mit Trainer Urs Hermann statt. Hier verbrachte er während der Wintersaison jeden Samstag. Zwischen Weihnachten und Neujahr sogar mehrere Tage am Stück. «Die Trainings bereiteten mir immer noch Freude und wenn ich am Morgen jeweils die Churfirsten sah, war dies Erholung pur.»

Ältere Semester dürften wissen, dass der Heimhang des Skiclubs bis vor zwanzig Jahren der Girlen in Ebnat-Kappel war. Durch den weniger werdenden Schnee auf rund 650 Metern Höhe musste sich der Skiclub aber den neuen Begebenheiten anpassen. Nach seinem Abschied als Trainer dürften Hermanns auch weiterhin häufig im Obertoggenburg anzutreffen sein.

Jubiläumsfeier

Der Skiclub Ulisbach feiert sein 80-Jahr-Jubiläum am Samstag, 17.August, mit der Bevölkerung auf dem Wattwiler Bräkerplatz. Zwischen 14 und 17 Uhr finden Spiele und weitere Attraktionen statt. Eine Jassmeisterschaft ab 18.30 Uhr sowie eine Après-Ski-Party runden die Feierlichkeiten ab. (bl)

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