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Ein Laie als Hauptdarsteller: Der Schauspieler mit dem grossen Willen

Der Neckertaler Simon Pfiffner steht in Simon Kellers Freilichtspiel «Krabat» im Mittelpunkt. Die Anfrage für die Rolle des Waisenjungen, der in die Fänge eines bösen Zauberers gerät, kam für den 24-jährigen Laienschauspieler sehr überraschend.
Corinne Bischof
Simon Pfiffner (Zweiter von rechts) kann dank der Rolle des Krabat in einem professionellen Theater mitwirken. (Bild: Christian Regg)

Simon Pfiffner (Zweiter von rechts) kann dank der Rolle des Krabat in einem professionellen Theater mitwirken. (Bild: Christian Regg)

Der Mann, der in Simon Kellers Freilichtspiel «Krabat» eine der wichtigsten Rollen übernimmt, nämlich die des Krabat selbst, muss ein professioneller und erfahrener Schauspieler sein. Muss er? Nein, muss er nicht. Der 24-jährige Simon Pfiffner beweist das Gegenteil. Der bodenständige Neckertaler kam zwar schon früh mit dem Schauspielern in Berührung, bezeichnet sich selbst aber als Laie.

Er hat schon immer gerne den Spassvogel gespielt

Simon Pfiffner verbrachte seine ersten Lebensjahre in St.Gallen. Mit sieben Jahren zog er mit seiner Familie nach Brunnadern im Neckertal, wo er den Grossteil seiner Kindheit und Jugend verbrachte. Mit 17 Jahren zog er aus dem Elternhaus ins Appenzellische. «Das Toggenburg ist meine Heimat», sagt Simon Pfiffner aber sofort. Mit dem Toggenburg verbindet er die Natur, die Ruhe und vor allem die Familie. «Ich besuche meine Mutter, meinen Vater und meine Schwester jeden Sonntag», sagt Simon Pfiffner, dessen Familie noch immer in Brunnadern wohnt.
Wenn er an seine Kindheit und das Schauspielern denkt, kommt ihn sofort eines in den Sinn: Das «WAHR.WERK.ö!», eine Art rollende Theaterwerkstatt, in der Simon Pfiffner drei Sommer lang mitgewirkt hat. «Ich habe schon immer gerne den Spassvogel gespielt», sagt er und grinst.

In der Oberstufe spielte er in einem Musical mit, dann war lange Schluss mit dem Schauspielern. Erst vor zwei Jahren stand Simon Pfiffner erstmals wieder auf der Bühne. Damals in einem Stück der Theatergruppe Brunnadern, in dem er den Sohn seines eigenen Vaters spielte. «Gemeinsam mit meinem Vater auf der Bühne zu stehen, das war einfach grossartig», erzählt Simon Pfiffner. «Das Theater verbindet uns sehr.»

Simon Keller schrieb ihn über Facebook an

Heute wohnt Simon Pfiffner in einer Wohngemeinschaft in Herisau, arbeitet 80 Prozent im technischen Gebäudebetrieb und verbringt die restlichen 20 Prozent in der Schule für eine Weiterbildung als Instandhaltungsfachmann. Nebenbei wirkt er praktisch selbstverständlich in einer der grössten Theaterproduktionen im Toggenburg mit – und spielt dort eine der wichtigsten Rollen, nämlich die des Waisenjungen Krabat. «Krabat hat einen sehr grossen Willen, hinterfragt vieles und lernte früh, auf sich selber zu schauen. Das haben wir gemeinsam», meint Simon Pfiffner.

Die Anfrage für die Rolle kam für ihn überraschend. Ende des letzten Jahres schrieb ihn Simon Keller, der Produzent des Freilichtspiels, auf Facebook an. «Ich weiss bis heute nicht, wieso Simon Keller genau mich für die Rolle des Krabat vorgesehen hat», sagt Simon Pfiffner nachdenklich. Er vermutet aber, dass Simon Keller ihn damals gemeinsam mit seinem Vater spielen gesehen hat.

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"Krabat" in der Dreyschlatt

Das musste Eindruck auf Keller gemacht haben, denn schliesslich spielt Simon Pfiffner in «Krabat» als Laie mit vielen professionellen Schauspielerinnen und Schauspielern zusammen. «Ich weiss nicht, ob man den Unterschied zwischen Laien und Profis in den Aufführungen auf den ersten Blick sieht. In den Proben aber auf jeden Fall», erzählt Simon Pfiffner. Zu Beginn hatte er grossen Respekt vor der Rolle. «Ich dachte mir immer wieder, dass ich das unbedingt gut machen muss.»

Begegnungen, die wichtig für die Zukunft sind

Bei den Proben für «Krabat» hat Simon Pfiffner viele schöne Momente erlebt. «Wir haben ein gutes Teamgefühl, es ist wirklich schön, mit allen zu spielen. Und ab und zu war es auch wirklich lustig, wenn in den Proben Patzer passierten», meint er.

Vom Zusammenspiel mit den Profis kann er selbst aber auch sehr profitieren. «Es ist eine gute Gelegenheit, um Techniken, Spielarten und Übungen zur Vorbereitung vor einem Auftritt von den Profis zu lernen. Man knüpft enorm viele Kontakte und Beziehungen.» Beziehungen, die für die Zukunft des jungen Schauspielers wichtig sein können. «Ich habe Blut geleckt», sagt Simon Pfiffner mit einem Grinsen, wenn man ihn auf seine weiteren Pläne in der Theaterwelt anspricht.

Schauspiel bleibt auf jeden Fall Bestandteil seines Lebens

Als Sprungbrett für den grossen Erfolg sieht er «Krabat» aber nicht. «Ich könnte mir vorstellen, die Ausbildung zum Multimediaproduzent zu machen und dann so später im Bereich Film und Schauspiel zu arbeiten», erzählt er. Eilig scheint es das Naturtalent aber nicht zu haben, schliesslich ist er gerade noch an einer anderen Ausbildung dran. «Mal schauen, was noch so passiert», sagt er und zuckt mit den Schultern.
Schauspiel wird aber auf jeden Fall auch noch nach «Krabat» ein wichtiger Bestandteil in Simon Pfiffners Leben bleiben.

«Es ist ein Hobby, das immer mehr zur Leidenschaft wird», sagt er. In wenigen Tagen beginnen für ihn bereits die nächsten Proben mit der Theatergruppe Brunnadern. «Theaterspielen bedeutet für mich ein Befreien vom Alltag. Nur dann kann ich alles rundherum vergessen.»
Was er sich für die kommenden Aufführungen wünscht, überrascht im ersten Moment. «Schlechtes Wetter und Regen!», sagt er und erklärt: «Im Regen zu spielen ist einfach etwas Einmaliges. Und es passt hervorragend zur düsteren Stimmung des Stücks.»

Noch zwei Wochen

Das Theater «Krabat» läuft noch bis zum 11. August auf der Freilichtbühne im Dreyschlatt.

Mehr zu den Freilichtspielen im Dreyschlatt

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