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Was die Wintersportler im Sommer machen

Joel Gisler gehört als einziger Toggenburger Wintersportler der Nationalmannschaft an. Doch als Freeskier stehen ihm nicht die gleichen Möglichkeiten offen wie Swiss-Ski-Langläufer Beda Klee.
Urs Huwyler
Für Beda Klee hat die Vorbereitung am 5. und 6. Juni mit Tests in Magglingen begonnen. (Bild: Urs Huwyler)

Für Beda Klee hat die Vorbereitung am 5. und 6. Juni mit Tests in Magglingen begonnen. (Bild: Urs Huwyler)

Am jährlichen Supporter-Abend zog der Militär-Weltmeister und inzwischen zum Gefreiten beförderte Langläufer Beda Klee Bilanz. WM-Vierter U23, Schweizer Meister, weitere Podestplätze an der SM, Gesamt-Zweiter im Continental-Cup (Europacup), da erübrigt sich die Frage, ob der 22-jährige Wattwiler mit dem Winter 2017/18 zufrieden sei. «Eine solche Bilanz können in den letzten Jahren wenige U23-Schweizer vorweisen», weiss Beda Klee.

Von den durch die Talent-Förderer Christoph Eigenmann und Reto Hänni in die Bodega Noi Lichtensteig eingeladenen (über 30 anwesenden) Supportern waren einige bei Klees Weltcup-Starts in Davos und – anlässlich der Tour de Ski – in Lenzerheide live vor Ort an. «Im Weltcup lief es mir nicht optimal. In Davos ging ich das Rennen zu schnell an, in der Lenzerheide war ich gesundheitlich angeschlagen», erinnert sich Beda Klee, der nicht weiter auf höchstem Niveau eingesetzt wurde, um den Podestplatz im Continental-Cup durch weitere Starts abzusichern.

Burgermeister neuer Trainer von Klee

All Schnee von gestern. Derzeit läuft die Vorbereitung auf die nächste Saison. In Magglingen fand der erste Leistungstest unter dem neuen U23-Cheftrainer Reto Burgermeister statt. Fünf Jahre hatte der Zürcher Oberländer bei den Russen mit Alexander Legkow, Jewgeni Below oder auch Sergej Ustjugow zusammen gearbeitet, nun soll der in Davos lebende Olympia-Neunte von 2002 mithelfen, die Lücke hinter Dario Cologna zu schliessen versuchen.

Für Beda Klee und seine Kollegen wird sich einiges ändern. Dies zeigte sich bei einem Gespräch mit Reto Burgermeister im Beisein von Kunstturner Pablo Brägger in Magglingen. Der Trainingsaufwand und die Intensität bei den Langläufern dürften künftig mit jenem der Turner vergleichbar sein. Heisst: Mit letzter Konsequenz oft ohne Lustprinzip die gleichen Übungen wiederholen, bis sie sitzen. Sei es im Kraftraum oder auf den Ski.

«Es wird hart. Einen ersten Eindruck haben wir bekommen», erzählt Beda Klee. Reto Burgermeister spricht vom Potenzial der U23-Gruppe und damit von Beda Klee. Und betont, in der Schweiz werde die U23-Kategorie im Vergleich zum Ausland überbewertet. Entscheidend sei seit jeher der Übertritt von den Junioren zur Elite. «Ziel muss sein, nächste Saison im Weltcup Fuss zu fassen. Also täglich harte Arbeit, mehr Umfang, um schnell laufen zu können.» Auch vor dem Hintergrund, dass an den Olympischen Spielen der 96er-Jahrgang von Beda Klee bei den Männern die Szene beherrschten.

Joel Gisler arbeitet wieder als Maler

Ebenfalls ein Trainerwechsel steht Freeskier Joel Gisler bevor. Er kennt den Österreicher, viel mehr weiss der Libinger über den Neuen nicht. Wegen Budgetkürzungen bei Swiss Ski werden die Sommer-Vorbereitungstage im Ausland gestrichen und so streicht der zweifache Olympia-Starter (2014/2018) für die Malerei Meier in Bütschwil Wände und Decken, verdient sich in seinem erlernten Beruf einen finanziellen Zustupf.

Joel Gisler betätigt sich als gelernter Maler im Sommer in seinem angestammten Beruf. (Bild: Urs Huwyler)

Joel Gisler betätigt sich als gelernter Maler im Sommer in seinem angestammten Beruf. (Bild: Urs Huwyler)

Beda Klee hat dagegen seine Schreiner-Hilfsarbeiter-Job aufgegeben. Joel Gisler nimmt die Sache eher locker. «Mir gefällt die Abwechslung. Mich das ganze Jahr nur mit Freeski und Halfpipe beschäftigen, das könnte auf die Dauer langweilig werden.» Andererseits stimmt es nachdenklich, dass im Wintersportland Schweiz der Leader einer olympischen Sportart keine professionellen Bedingungen vorfindet. Möglicherweise kann er nicht einmal alle Weltcups besuchen. Dabei gehört Joel Gisler – auch im Gegensatz zu Simon Ammann – der Nationalmannschaft an. «Während der Sommermonate als Maler zu arbeiten, macht Spass», erklärt er lachend.

Im Herbst möchte er sich dann wieder auf den Skisport konzentrieren. Bis dann hat Beda Klee eine Vielzahl russisch-schweizerischer Trainingsstunden überstanden und mit Hilfe von Burgermeisters Trainingsplänen Muskeln zugelegt. Joel Gisler feilt dagegen im Selbststudium an der Athletik. Er ist fast täglich im Update Wattwil anzutreffen. Im Winter zählen dann so oder so nur die Resultate.

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