Kommentar

Der Pioniergeist des neuen Ebnat-Kappler Gemeindepräsidenten Jon Fadri Huder muss sich zeigen

Das Stimmvolk von Ebnat-Kappel spricht sich im ersten Wahlgang für den erfahrenen Kandidaten aus, den Samedner Gemeindepräsidenten Jon Fadri Huder. Sein Know-how wird ihm gewiss helfen, reichen allein wird das aber nicht.

Sabine Camedda
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Sabine Camedda, Redaktorin

Sabine Camedda, Redaktorin

Bild: Urs Jaudas

Zwei Kandidaten der FDP, beide mit einem grossen Leistungsausweis, keiner ist im Wahlkampf abgefallen. Die Wahl in Ebnat-Kappel lief darauf hinaus: Gewinnt mit Christian Schmid ein Quereinsteiger oder mit Jon Fadri Huder ein erfahrener Gemeindepräsident?

Deutlich sprach sich das Stimmvolk für Jon Fadri Huder aus, seit acht Jahren Gemeindepräsident in Samedan. Er bringt einen vollen Rucksack an Erfahrung und Know-how in Verwaltungsfragen mit. Dies wird ihm in Ebnat-Kappel sicher hilfreich sein. Doch reicht dies letztlich? Braucht es in diesem Amt nicht auch eine grosse Prise Pioniergeist?

Die Gemeinde sollte jetzt die Weichen stellen

In den letzten Jahren ist in Ebnat-Kappel viel gelaufen. Die Schulanlage Wier ist erweitert und saniert worden. Der Neubau des Pflegeheims steht vor der Verwirklichung. Damit hat die Gemeinde ihre Hausaufgaben gemacht. Grosse Ausgaben kann sie in den nächsten Jahren angesichts dieser Grossprojekte zwar nicht stemmen. Dennoch sollte sie jetzt in die Zukunft schauen und die Weichen stellen für die nächsten Jahre.

Ebnat-Kappel steht an einer Wegkreuzung. Will sich die Gemeinde in Richtung einer Wohngemeinde entwickeln? Oder sollen die Industrie und das Gewerbe gestärkt werden? Jon Fadri Huder hat im Vorfeld der Wahl gesagt, dass es alles braucht: Gewerbe und Industrie, Wohnraum und eine starke Landwirtschaft. Weitere innovative Lösungen werden gewünscht sein, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Der neue Gemeindepräsident von Ebnat-Kappel ist von seinem ersten Amtstag an gefordert, denn das Erreichte verwalten, das genügt nicht. Er muss Ebnat-Kappel voranbringen, zumindest soweit, dass es im Fluss der Nachbargemeinden nicht zur Bremse wird.

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