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Der Pilzverein Toggenburg feiert sein Jubiläum mit einer besonderen Ausstellung

Den Pilzverein Toggenburg gibt es seit 40 Jahren. Die rund 100 Mitglieder feiern das Jubiläum mit einer Ausstellung in Wattwil, an der unter anderem kurz zuvor gesammelte Pilze aus der Gegend präsentiert werden.
Anina Rütsche
Zu den Exkursionen des Pilzvereins Toggenburg gehört auch das gemeinsame und fachkundige Bestimmen der «Fundstücke». Einige dieser Veranstaltungen stehen auch Nichtmitgliedern offen. (Bild: PD)

Zu den Exkursionen des Pilzvereins Toggenburg gehört auch das gemeinsame und fachkundige Bestimmen der «Fundstücke». Einige dieser Veranstaltungen stehen auch Nichtmitgliedern offen. (Bild: PD)

Als der Pilzverein Toggenburg in seiner heutigen Form gegründet wurde, schrieb man das Jahr 1978. Nun, vier Jahrzehnte später, hat die Gruppierung allen Grund zum Feiern, ist doch die Anzahl der Mitglieder im Laufe der Zeit von anfänglich 34 auf derzeit 101 angestiegen. Heinz Schoch ist seit 25 Jahren dabei, seit vier Jahren amtet er als Präsident. Der pensionierte Lehrer, der längere Zeit im Neckertal gelebt hat und nun in Engelburg bei St.Gallen wohnt, sagt:

«Pilze sammeln ist ein Hobby mit vielen unterschiedlichen Facetten – Natur, Bewegung, Kameradschaft, Wissenschaft, Kochen und Genuss.»

Er weist darauf hin, dass sich «sein» Verein für den Schutz der heimischen Pilzflora einsetze und auf die sogenannte volkstümliche Pilzkunde spezialisiert sei. «Das bedeutet, dass wir vor allem mit deutschen und lokalen Ausdrücken arbeiten, nicht bloss mit den lateinischen», erklärt er. «Dies, damit möglichst viele Leute den Zugang zu dieser schönen Tätigkeit finden.»

Pilzausstellung und Pilzkunst

Heinz Schoch ist Präsident des Pilzvereins Toggenburg. (Bild: Anina Rütsche)

Heinz Schoch ist Präsident des Pilzvereins Toggenburg. (Bild: Anina Rütsche)

Mit dem Pilzverein Toggenburg regelmässig an die Öffentlichkeit zu treten ist ein wichtiges Anliegen von Heinz Schoch. So erstaunt es nicht, dass das 40-Jahr-Jubiläum im grossen Stil und unter Einbezug der Bevölkerung stattfindet. Am Samstag, 27. Oktober, geht dieses zwischen 10 und 16 Uhr im Restaurant Adler an der Rickenstrasse 65 in Wattwil über die Bühne. Höhepunkt ist eine Ausstellung, die einen Überblick der heimischen Pilzarten vermittelt. Die Pilze werden erst kurz vorher gesammelt, klassifiziert, arrangiert und beschriftet. «Das alles verläuft ziemlich kurzfristig», verrät Heinz Schoch. «Denn die Exponate bleiben nur für kurze Zeit frisch.» Weiter erwarten den Besucher Kunstgemälde, Pilzsporenbilder und natürlich Pilzgerichte aus der «Adler»-Küche.

Nach dem Sammeln zur Kontrollstelle

In heimischen Wäldern Pilze zu sammeln, liegt im Trend. (Bild: PD)

In heimischen Wäldern Pilze zu sammeln, liegt im Trend. (Bild: PD)

Heinz Schoch hat festgestellt, dass das «Pilzle» heutzutage vermehrt im Trend liegt als auch schon. Das habe wohl damit zu tun, dass es vielen Leuten nicht mehr egal sei, woher ihr Essen komme. «Und natürlich ist es umso spannender, wenn man selbst auf die Suche gehen und dabei so einiges lernen kann», sagt der Vereinspräsident. Den anschliessenden Besuch einer Kontrollstelle erachtet Heinz Schoch als ganz wichtig. «Im Toggenburg gibt es zur Zeit deren zwei, eine in Ebnat-Kappel, eine in St. Peterzell beim Pilzverein Schönengrund-Wald», hebt er hervor. «Wir arbeiten daran, bald einen weiteren Standort anbieten zu können», fügt er an.

Innerhalb des Pilzvereins Toggenburg gibt es aktuell fünf Kontrolleure, die alle ehrenamtlich arbeiten. Sie haben eine anspruchsvolle Ausbildung mit Prüfung absolviert. Beim Pilzverein Toggenburg habe sich in all den Jahren kein einziger Vergiftungsfall ereignet, betont der Präsident. Fasst man den Radius weiter, sieht die Bilanz anders aus: 2017 haben landesweit 75 Personen eine Pilzvergiftung unterschiedlichen Grades erlitten, nachdem sie Pilze gegessen hatten. Dies ist der Schweizerischen Zeitschrift für Pilzkunde zu entnehmen, die Heinz Schoch abonniert hat. Der Experte aus Engelburg vermutet:

«Wahrscheinlich haben es etliche Leute versäumt, zur Kontrollstelle zu gehen.»

Sein Liebling ist der Fliegenpilz

Heinz Schoch selbst schätzt nicht bloss die Streifzüge durch Wald und Wiesen, er mag es genau so gerne, seine «Fundstücke» in der Küche zu leckeren Speisen zu verarbeiten. «Auch die Verwendung von Pilzen als Nahrungsmittel ist ein Ziel unseres Vereins», sagt er und lacht. «Wer Pilze sammeln geht, tut gut daran, sich auch ein Repertoire an Pilz-Rezepten anzueignen.» Innerhalb des Vereins werde immer wieder mal diskutiert, welche Pilzarten sich auf welche Weise am besten zubereiten liessen.

Der Fliegenpilz (rechts) ist Heinz Schochs Lieblingssorte - zum Fotografieren, wohlverstanden, nicht zum Verzehr. (Bild: PD)

Der Fliegenpilz (rechts) ist Heinz Schochs Lieblingssorte - zum Fotografieren, wohlverstanden, nicht zum Verzehr. (Bild: PD)

Die Mitgliedertreffen in Form von Bestimmungsabenden gehören zu den wichtigsten Punkten im Jahresprogramm. Sie finden regelmässig im «Adler» statt, dies während der Saison, die in der Regel von Juli bis Anfang November dauert. «Das Jahr 2018 tanzte allerdings aus der Reihe», hebt Heinz Schoch hervor. Der heisse und trockene Sommer sei für die Pilze gar nicht ideal gewesen. «Nun aber, nachdem es einige Male geregnet hat, gedeihen sie prächtig», sagt der Präsident. Sogar die giftigen Fliegenpilze haben es Heinz Schoch angetan: «Natürlich nicht zum Essen, doch sie gefallen mir optisch sehr gut und von den besonders Schönen mache ich jeweils ein Foto.» Ohnehin würden sich die meisten Pilze nicht für den Verzehr eignen: «In der Schweiz gibt es rund 2000 Arten, doch nur knapp 200 zählen zu den Speisepilzen.»

Statuten sind geblieben, Vernetzung wurde besser

Darauf angesprochen, was sich in den vier Dekaden seit der Vereinsgründung alles verändert habe, antwortet Heinz Schoch: «Die Tätigkeiten und Statuten sind noch dieselben, aber der Verein ist nun bekannter und besser erreichbar als früher.» Das Internet habe ihm und seinen vier Vorstandskollegen viele neue Möglichkeiten eröffnet – in Bezug auf die eigene Website, aber auch, um mit Pilzvereinen aus anderen Regionen in Kontakt zu treten.

Das Vereinsleben steht übrigens auch im Winter nicht still, obwohl dann kaum Pilze wachsen. Heinz Schoch sagt: «Dann veranstalten wir einen geselligen Abend, einen fachspezifischen Vortrag und freuen uns gemeinsam auf die nächste Saison.»

Hinweis

Der Jubiläumsanlass des Pilzvereins Toggenburg findet am Samstag, 27. Oktober, im Restaurant Adler in Wattwil statt, dies von 10 bis 16 Uhr. Programm: Ausstellung mit echten Pilzen aus der Region und Pilzgerichte aus der «Adler»-Küche. Weitere Informationen zum Verein, zu Exkursionen und zur Mitgliedschaft gibt es unter www.pilzvereintoggenburg.ch

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