Der Ostschweizer Fussballverband empfiehlt den Vereinen, im kommenden Winter keine Hallenturniere durchzuführen – einige Clubs halten trotzdem daran fest

Der FC Neckertal-Degersheim und der FC Bazenheid planen trotz erhöhter Sicherheits- und Hygieneanforderungen eine Indoor-Veranstaltung – der FC Kirchberg und der FC Wattwil Bunt verzichten.

Beat Lanzendorfer
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Die Organisatoren der Bazenheider Hallenturniere halten an der nächsten Austragung im Januar 2021 fest

Die Organisatoren der Bazenheider Hallenturniere halten an der nächsten Austragung im Januar 2021 fest

Bild: Beat Lanzendorfer (Bazenheid, 12. Januar 2020)

Schon die Grümpelturniere im Sommer konnten nicht oder nur angepasst durchgeführt werden. Nun droht den Fussballclubs auch noch die Absage der Hallenturniere. Und damit ein weiterer finanzieller Ausfall.

Eine Empfehlung – kein Verbot

Verboten sind sie noch nicht. Aber kürzlich hat der Ostschweizer Fussballverband die Empfehlung an die Clubs herausgegeben, auf die Durchführung von Hallenturnieren im kommenden Winter zu verzichten.

Das Einhalten der coronabedingten Schutz- und Hygienemassnahmen sei sehr schwierig durchzusetzen, besonders im Bereich der Garderoben. Sollten trotzdem Hallenturniere durchgeführt werden, sei der Veranstalter aufgefordert, die in Kraft stehenden Massnahmen unbedingt und in vollem Masse einzuhalten.

Bazenheid und Neckertal wollen es durchziehen

Diese Zeitung hat sich bei den sechs Toggenburger Fussballvereinen umgehört, um in Erfahrung zu bringen, ob im Tal Hallenturniere geplant seien. Zwei der Befragten richteten schon in der Vergangenheit keinen Anlass in der Halle aus. Zwei verzichten nach den Empfehlungen des Verbandes darauf. Zwei hingegen halten an der Austragung fest. So sagt Bazenheid-Präsident Danny Lüthi:

Danny Lüthi, Präsident FC Bazenheid.

Danny Lüthi, Präsident FC Bazenheid.

Bild: Beat Lanzendorfer
«Zu Gunsten des Vereins und wegen der Freude am Fussball scheuen wir keinen Aufwand, unser seit 1995 bestehendes Hallenturnier durchzuführen.»

Dazu sprechen sich die Bazenheider auch mit anderen Clubs ab: «Wir stehen im engen Kontakt mit dem FC Fortuna SG, deren Hallenturnier neben unserem zu den grössten der Ostschweiz gehört, und werden, soweit es möglich ist, Synergien nutzen.»

Viel Interesse am Turnier von Fortuna

Auf Anfrage bestätigt René Bühler, Ehrenpräsident von Fortuna SG, die Durchführung Anfang Januar: «Wir haben ein Schutzkonzept für unsere zwei Anlässe erstellt, damit wir eine Chance haben Fussball zu ermöglichen. Sollte es anders kommen, können wir immer noch absagen.»

Es sei die Zeit, in der es heisse, mit dem Virus zu leben und sich entsprechend zu verhalten. Und weiter: «Wir wollen unsere beiden Turniere nicht ‹durchstieren›, aber wir möchten es versuchen und zum jetzigen Zeitpunkt alles daran setzen, dass Fussball stattfinden kann.» Die bisher getätigten Anmeldungen geben Bühler recht:

«Sowohl die Kategorien, die im Athletikzentrum stattfinden, als auch jene in der Kreuzbleiche sind schon jetzt bis auf vereinzelte Startplätze praktisch ausgebucht.»

Auch im Neckertal wird am Turnier festgehalten

Neckertal-Degersheim möchte den Anhängern des runden Leders ebenfalls eine Bewegungsmöglichkeit in den Wintermonaten bieten.

Stephen Bosshard, Präsident FC Neckertal-Degersheim.

Stephen Bosshard, Präsident FC Neckertal-Degersheim.

Bild: Beat Lanzendorfer

«Wir haben unser Adventsturnier im Dezember geplant, dazu hat das Organisationskomitee ein Schutzkonzept ausgearbeitet. Vor allem kleinere Vereine, wie wir es sind, leben von den Einnahmen dieser Anlässe. Aber natürlich kann sich bis im Dezember noch viel ändern», erklärt Vereinspräsident Stephen Bosshard.

Da bereits für die Herbstrunde Konzepte erstellt und Massnahmen eingeführt werden mussten, könne der Aufwand abgeschätzt werden.

Zweite Absage für Wattwil Bunt

«Wir sprechen uns immer mit der Gemeinde ab und halten uns an deren Vorgaben. Als Vorlage gelten für uns die Empfehlungen des Ostschweizer Fussballverbandes. In der Regel finden bei uns ein internes Klausturnier sowie zwei Hallenturniere, je eines in Wattwil und Lichtensteig, statt», sagt Kurt Schneider, Präsident des FC Wattwil Bunt.

Nun sei beim Vorstand der Entschluss gereift, in diesem Winter keine Hallenturniere durchzuführen. «Dadurch erleiden wir einen Verlust von 6000 bis 7000 Franken.»

Was besonders schmerzt: Wattwil Bunt gehörte schon im letzten Februar/März zu den Leidtragenden, welche keine Hallenturniere mehr durchführen durften. Für den Club ist es somit bereits die zweite Absage in Folge.

Kein Frauenfussballfestival

Der Ball ruht auch beim FC Kirchberg, bei dem das Frauenfussballfestival in der Bazenheider Ifanghalle zum festen Bestandteil gehört. «Die Frauen verzichten 2021 auf die Durchführung des Frauenfussballfestival. Der Aufwand, der betrieben werden müsste, um die Sicherheit zu gewährleisten, ist zu gross. Die Absage schmerzt und ist uns nicht leicht gefallen», erklärt Yves Lusti, der als Trainer der Frauen auch dem Organisationskomitee angehört. Der finanzielle Ausfall beträgt wie bei Wattwil Bunt einige tausend Franken.

Der FC Ebnat-Kappel, der durch die Absage des Grümpelis im Juli, das zu den grössten der Ostschweiz gehört, finanziell arg gebeutelt ist, führt keine Hallenturniere durch. Gleich handhabt es der FC Bütschwil, der einst in der Breite jeweils ein Hallenturnier auf die Beine stellte, seit einigen Jahren aber anderen Aktivitäten den Vorzug gibt.