Der neue Pfarrer ist gewählt, die Fusion der Kirchgemeinden wird aufgegleist – in Kirchberg soll im Umfeld der Kirche wieder Frieden einkehren

Die Stimmberechtigten wählten am Mittwochabend Mathai Ottappally zum neuen Pfarrer der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg – zudem erhält der Kirchenverwaltungsrat den Auftrag, eine Vereinigung der drei Kirchgemeinden zu prüfen und vorzubereiten.

Beat Lanzendorfer
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Hans Egli (rechts), Präsident des Gähwiler Kirchenverwaltungsrates, heisst Pfarrer Mathai Ottappally willkommen.

Hans Egli (rechts), Präsident des Gähwiler Kirchenverwaltungsrates, heisst Pfarrer Mathai Ottappally willkommen.

Bild: Beat Lanzendorfer (Gähwil, 28. Oktober 2020)

Die ausserordentliche Kirchbürgerversammlung am Mittwochabend in den jeweiligen katholischen Kirchen wurde nötig, weil seit dem letzten Sommer die Stühle des Seelsorgeteams verwaist sind.

Pfarrer Josef Manser ist eingesprungen

Unüberbrückbare Differenzen innerhalb des Seelsorgeteams hatten zur Folge, dass Bischof Markus Büchel die von drei Seelsorgenden eingereichte Demission Ende des letzten Jahres annahm. Mit dem vierten Seelsorger wurde die Zusammenarbeit gekündigt.

In Bazenheid ist Mathai Ottappally (rechts) von Joseph Koch, Präsident des Kirchenverwaltungsrates, willkommen geheissen worden.

In Bazenheid ist Mathai Ottappally (rechts) von Joseph Koch, Präsident des Kirchenverwaltungsrates, willkommen geheissen worden.

Bild: Beat Lanzendorfer (Bazenheid, 28. Oktober 2020)

Dies hatte zur Folge, dass alle vier Seelsorger die Seelsorgeeinheit im vergangenen Sommer verliessen. In der Zeit der Vakanz erklärte sich Josef Manser, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg, bereit, seelsorgerische Aufgaben zu übernehmen.

Bischof Markus Büchel schlägt neuen Pfarrer vor

In der Zwischenzeit hatte Bischof Markus Büchel Kaplan Mathai Ottappally als Pfarrer der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg vorgeschlagen. Gemäss Verfassung des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen wählt die Bürgerschaft den Pfarrer, der ihr vom Kirchenverwaltungsrat gemäss bischöflichem Vorschlag beantragt wird.

In Kirchberg freut sich Patrick Loepfe (links), Präsident des Kirchenverwaltungsrates, auf die Zusammenarbeit mit Mathai Ottappally.

In Kirchberg freut sich Patrick Loepfe (links), Präsident des Kirchenverwaltungsrates, auf die Zusammenarbeit mit Mathai Ottappally.

Bild: Beat Lanzendorfer (Kirchberg, 28. Oktober 2020)

Dies ist nun passiert. Die Stimmberechtigten der Kirchgemeinden Bazenheid, Gähwil und Kirchberg wählten am Mittwochabend Mathai Ottappally zum neuen Pfarrer der Seelsorgeeinheit. Der aus Indien stammende Mathai Ottappally gehört seit 2016 dem Diözesanklerus an und ist seither Priester im Bistum St. Gallen. Er tritt seine Stelle im Toggenburg am 1. Januar 2021 an. Seinen Wohnsitz wird er in Bazenheid haben.

Von den rund 4500 Stimmberechtigten nahmen 155 ihr Recht wahr, sich an den jeweiligen Abstimmungen in den katholischen Kirchen der drei Dörfer zu beteiligen.

Auftrag zur Vereinigung erteilt

Die Abstimmung musste dreimal erfolgen, weil die Seelsorgeeinheit aus drei eigenständigen Kirchengemeinden besteht. Das soll sich – auch als Konsequenz aus den Unstimmigkeiten der Vergangenheit – ändern. Nebst der Wahl des neuen Pfarrers hatten die Stimmberechtigten deshalb auch über den Antrag «Auftragserteilung an den Kirchenverwaltungsrat zur Vereinigungsabklärung der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil-Kirchberg» zu befinden.

Auch dieser Antrag wurde gutgeheissen. Während das Votum in Kirchberg und Gähwil einstimmig ausfiel, gab es in Bazenheid eine Gegenstimme. Die drei Kirchgemeinden sollen staatskirchenrechtlich, also auch auf Verwaltungsebene, zusammengeführt werden. Kirchenrechtlich sind die Pfarreien seit dem 16. Mai 2012 als Seelsorgeeinheit zusammengefasst, was gegen aussen durch ein gemeinsames Pastoralteam zum Ausdruck kommt.

Neue Kirchgemeinde soll 2024 in Kraft treten

Die drei Kirchenverwaltungsräte hatten dem Grundsatz, das Vereinigungsprojekt sei zu starten, bereits separat zugestimmt. Für das weitere Vorgehen war die Zustimmung der Stimmberechtigten erforderlich. Mit dem Ja am Mittwoch hat sich der Kirchenverwaltungsrat den Auftrag erteilen lassen, eine Vereinigung der Kirchgemeinden Bazenheid, Gähwil und Kirchberg zu prüfen und vorzubereiten.

Die Vereinigung betreffe ausschliesslich die Kirchenverwaltungen, sagten die Verantwortlichen. Die Pfarreien als solche bleiben sowieso bestehen. Mit diesem Auftrag ist die Vereinigung noch nicht vollzogen. Der definitive Entscheid über die Vereinigung soll voraussichtlich im Frühsommer 2021 vom Stimmvolk an der Urne gefällt werden.

Sollte dieser Zeitplan eingehalten werden können, kommt es im Frühling 2022 im Rahmen der ordentlichen Kirchbürgerversammlungen in den drei Kirchgemeinden zu einem Vereinigungsbeschluss mit Absegnung eines Vereinigungsvertrages.

Die erste Kirchbürgerversammlung mit allen Kirchbürgern der Kirchgemeinde soll im Sommer 2022 stattfinden. Bevor die neue Kirchgemeinde am 1. Januar 2024 in Kraft tritt, werden im September 2023 in den Gesamterneuerungswahlen die Kirchenbehörden gewählt.