Der neue Chef der Klinik Sonnenhof will hinter den Kulissen Gutes tun

Der Betriebswirt Christoph Meier-Meier ist seit Jahresbeginn als Präsident des Stiftungsrats der Klinik Sonnenhof tätig. Er freut sich darauf, sich in seinem neuen Amt für junge Menschen in Not einzusetzen.

Anina Rütsche
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Das Kinder- und Jugendpsychiatrische Zentrum Klinik Sonnenhof befindet sich in Ganterschwil. (Bild: Anina Rütsche)

Das Kinder- und Jugendpsychiatrische Zentrum Klinik Sonnenhof befindet sich in Ganterschwil. (Bild: Anina Rütsche)

Im «Sonnenhof» brachte der Jahreswechsel einen Amtswechsel mit sich. Seit Anfang 2019 ist nämlich ein neuer Präsident des siebenköpfigen Stiftungsrats im Einsatz, der sich um verschiedene Belange in Bezug auf das Kinder- und Jugendpsychiatrische Zentrum in Ganterschwil kümmert. Es ist der 48-jährige Christoph Meier-Meier, wohnhaft in Arnegg, der hauptberuflich ein Geschäft für multimediale Kommunikation führt und zudem dem örtlichen Schulrat vorsteht. Sein Vorgänger Bruno Schlegel, ehemaliger Direktor der Sprachheilschule St. Gallen, ist aufgrund einer Altersregelung zurückgetreten – laut Statuten liegt die Obergrenze bei 70 Jahren. «Der Wechsel war daher absehbar und wir konnten frühzeitig mit den Vorbereitungen beginnen», sagt Christoph Meier-Meier.

Christoph Meier-Meier, neuer Präsident des Stiftungsrats der Klinik Sonnenhof. (Bild: PD)

Christoph Meier-Meier, neuer Präsident des Stiftungsrats der Klinik Sonnenhof. (Bild: PD)

Änderungen gab es per Anfang 2019 auch bei den Stiftungsrats-Mitgliedern. Neu gehören Ulrike Hasselmann, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Christine Kobelt, Rechtsanwältin und Notarin, dazu. Die bisherigen Mitglieder sind Kurt Vogt, Bauingenieur, Hanspeter Heer, Psychologe und Sonderpädagoge sowie Gregor Sinkovec, der beim kantonalen Gesundheitsdepartement tätig ist. Die Schulische Heilpädagogin Cornelia Egger aus Wattwil, ebenfalls eine Bisherige, amtet als Vizepräsidentin. Die unterschiedlichen beruflichen Hintergründe seien wichtig, sagt Christoph Meier-Meier, um einen möglichst breiten Erfahrungshorizont anbieten zu können.

Die Patienten lernt er nicht persönlich kennen

Christoph Meier-Meier freut sich darauf, seine neue Aufgabe als Stiftungsratspräsident in Angriff zu nehmen. Da er zuvor mehrere Jahre als Ratsmitglied tätig gewesen war, bringt er grundlegende Erfahrungen und Kenntnisse zum «Sonnenhof» mit. Angesprochen auf seine Motivation, meint der Vater von vier Kindern: «In dieser Rolle habe ich die Möglichkeit, jungen Menschen Hilfe zukommen zu lassen. Das ist eine sehr befriedigende Tätigkeit, auch wenn ich ausschliesslich im Hintergrund tätig bin und die Patienten nicht persönlich kenne.»

Klinikschule ist landesweit einzigartig

Als Präsident wird der 48-Jährige noch enger mit der Klinikleitung zusammenarbeiten als zuvor. Dies zusätzlich zu den vier bis fünf ordentlichen Stiftungsratssitzungen, die pro Jahr auf der Agenda stehen. «Da ich selbstständig erwerbend bin, bin ich flexibel, und das ist hier ein grosser Vorteil», findet Christoph Meier-Meier. Zur Aufgabenteilung sagt er: «Wir vom Stiftungsrat setzen die Leitplanken und die Klinikleitung setzt die Ziele.»

Laut Angaben des Präsidenten ist die Klinik Sonnenhof die einzige stationäre psychiatrische Institution im Kanton St. Gallen, welche sich auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat. Gar schweizweit einzigartig sei die Tatsache, dass ein Zentrum dieser Art über eine eigene Klinikschule verfüge, die ganzjährig geöffnet ist. «Dieser Mehrwert ist nützlich, um sich auf dem Markt zu behaupten», sagt Christoph Meier-Meier. Der «Sonnenhof» sei zudem ein bedeutender Arbeitgeber im Toggenburg mit rund 150 Stellen in diversen Berufen und mit Ausbildungsplätzen. Zum Angebot gehört die Diagnostik und psychiatrische Behandlung von Kindern und Jugendlichen im stationären Rahmen – mit dem Ziel, Entwicklungsprozesse zu verstehen und in Gang zu bringen. «Leider weiss die Öffentlichkeit ziemlich wenig über die Tätigkeiten einer Einrichtung wie dieser», hebt der 48-Jährige hervor. «Einen Teil meiner Aufgabe sehe ich deshalb auch darin, Aufklärungsarbeit zu leisten und Tabus zu brechen.»