Der Naturerlebnisraum in Kirchberg ist für den alpinen Schutzwaldpreis des alpenländischen Forstvereins nominiert worden

1000 Milliarden Bäume will eine Initiative des Weltwirtschaftsforums pflanzen. Damit soll geholfen werden, den Klimawandel zu stoppen. In Kirchberg ist man über eine blosse Absichtserklärung bereits hinaus.

Beat Lanzendorfer
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Zum Naturerlebnisraum im Kirchberger Altbachwald gehört ein Familien-Grillplatz, der besonders in den Sommermonaten rege genutzt wird.

Zum Naturerlebnisraum im Kirchberger Altbachwald gehört ein Familien-Grillplatz, der besonders in den Sommermonaten rege genutzt wird. 

Bild: Beat Lanzendorfer

Im Kirchberger Altbachwald seit 14 Jahren ein Naturerlebnisraum, der die Besucherinnen und Besucher auf das Ökosystem des Waldes sensibilisieren und Verständnis für den Schutz desselben entwickeln soll. Seit Anbeginn werden Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Kirchberg eingebunden, indem sie im Erlebnisraum unter fachkundiger Begleitung Bauten und Stationen selber erstellen konnten.

Nun ist das Projekt von der Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine (siehe Infobox) für den alpinen Schutzwaldpreis nominiert worden, der jährlich vergeben wird. In diesem Jahr findet die Preisverleihung am 31. Januar im St.Galler Pfalzkeller statt.

Drei Projekte sind in der Endausscheidung

Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine wurde 1981 gegründet. Ihr gehören die Forstvereine Bayern, Graubünden, St.Gallen, Südtirol, Tirol, Vorarlberg, Kärnten und Liechtenstein an.

Durch gemeinsame Absichten und den regen Austausch von Erfahrungen soll der Bergwald als naturnaher Lebensraum in den Alpen gesichert werden.

Der «Naturerlebnisraum Altbach», der in der Kategorie Schulprojekte nominiert ist, befindet sich im Wettstreit mit dem Konzept «Schutzwaldpatenschaft Fachschule für Land- und Forstwirtschaft Fürstenburg» aus Südtirol sowie dem Projekt «Schutzwald, Rotten und Lawinenverbauungen», das eine Volksschule aus dem vorarlbergischen Bregenz eingereicht hat.

Nebst dem Kirchberger Projekt sind aus der Region zwei weitere eingereicht worden. Zum einen handelt es sich um ein Niederbürer Dorfprojekt mit Namen Gemeinschaftsholzschlag, zum anderen um den Baumwipfelpfad in Mogelsberg. Beide Eingaben sind allerdings nicht für die Preisverleihung am 31. Januar im Pfalzkeller in St.Gallen nominiert worden. (bl)

Vom Waldlehrpfad zum Naturerlebnisraum

Die Anfänge des Naturerlebnisraumes gehen auf das Jahr 1991 zurück, als unter der Leitung des damaligen Kirchberger Oberstufenlehrers Peter Künzle ein Waldlehrpfad erstellt wurde. In diesem wird auf einem Rundgang und an verschiedenen Stationen das «Ökosystem Wald» näher vorgestellt.

Marco Signer, Förster Forstrevier Kirchberg.

Marco Signer, Förster Forstrevier Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

«Das Installieren eines Familien-Grillplatzes im Jahre 2006 war dann der eigentliche Startschuss des Naturerlebnisraumes», erklärt Marco Signer, Förster im Kirchberger Forstrevier. Er war es, der das Projekt zur Überprüfung beim alpenländischen Forstverein eingereicht hat. «Die Nomination freut mich ausserordentlich. Ich sehe sie als Anerkennung für alle, die bisher an den verschiedenen Konzepten mitgewirkt haben.»

Seit dem Jahr 2006 sind weitere Projekte hinzugekommen. Dazu zählen das Installieren eines Widders für den Wassertransport, dabei handelt es sich um eine Pumpe, die Wasser ohne eine externe Energiequelle von einem tieferen an einen höheren Punkt fördert, das Anbringen von Informationstafeln, ein Hochsitz für Naturbeobachtungen, eine Hängebrücke, ein Brennholzunterstand, ein Weiher und ein Wildbienenhotel. Die vorläufig letzte realisierte Arbeit ist ein Holzmusterhäuschen von Andrj Mathis aus Müselbach, der dieses als Lehrabschlussprüfungsmodell erstellt hat. In diesem wird auf die verschiedenen Holzarten, die im Altbachwald zu finden sind, eingegangen.

Viele Organisationen tragen das Projekt

Federführend bei der Realisierung des Naturerlebnisraumes vor 14 Jahren war der Naturschutzverein Kirchberg, namentlich dessen Präsident Karl Fässler. Mittlerweile besteht die Projektgruppe aus Vertretern der politischen Gemeinde, des Naturschutzvereins, der Oberstufe, der Dorfkorporation, der katholischen Kirchgemeinde Kirchberg als Grundeigentümerin sowie des Forstreviers Kirchberg und der Jagdgesellschaft Dietschwil.

Förster Marco Signer zeigt das Holzmusterhäuschen von Andrj Mathis. Der Zimmermann hat es 2018 als Lehrabschlussprüfungsmodell angefertigt.

Förster Marco Signer zeigt das Holzmusterhäuschen von Andrj Mathis. Der Zimmermann hat es 2018 als Lehrabschlussprüfungsmodell angefertigt.

Bild: Beat Lanzendorfer

«Auf praktischer Ebene ist Landwirt Paul Raschle aus dem Weiler Müetligen die treibende Kraft des Projekts. Er ist seit den Anfängen dabei», sagt Förster Marco Signer. «Unter seiner umsichtigen Leitung haben zahlreiche Schulklassen im Naturerlebnisraum mitgewirkt.»

Gemäss Signer erfolgte die Zusammenarbeit mit der Oberstufe Kirchberg bis 2012 mit Peter Künzle. Seit dessen Pensionierung helfen die Klassen von Trudi Schönenberger-Hofmann mit, den Naturerlebnisraum sauber zu halten. Ein Frühlingsputz ist fester Bestandteil des Jahresprogramms.

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