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Kommentar

Der Mosnanger Gemeinderat schaut über den Tellerrand hinaus

Auch wenn einige Fragen ungenügend beantwortet bleiben, beweist der Mosnanger Gemeinderat, dass er an die Zukunft denkt. Ein Kommentar zur Abstimmung von Redaktor Timon Kobelt.
Timon Kobelt
Timon Kobelt, Redaktor. (Bild: Hanspeter Schiess)

Timon Kobelt, Redaktor. (Bild: Hanspeter Schiess)

Aller Anfang ist schwer. So auch, wenn eine kleine Gemeinde wie Mosnang zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Tiefgarage bauen will. Für 1,3 Millionen soll sie an zentraler Lage, genauer unter der Parzelle des alten Postgebäudes, errichtet werden. Die Bürger stimmen am 10. Juni über den Baukredit ab.

«Zu teuer, zu klein, am falschen Ort», sagen die Einen. «Eine einmalige Chance, ein Generationenprojekt, zukunftsorientiert», meinen die Anderen. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Eins ist klar: Mit der Realisierung einer Tiefgarage im Dorfzentrum im Zusammenhang mit dem Bauprojekt des Volgs hat der Gemeinderat von Mosnang ein heisses Eisen angefasst.

In der Aufgleisung der Urnenabstimmung lief aber nicht alles optimal. Zwar informierte man die Bürger an einer Veranstaltung detailliert über das Projekt, doch der Zeitpunkt war im April mit der Urnenabstimmung vor Augen recht spät angesetzt. Bei so einem Projekt ist es wichtig, die Wünsche der Bürger so früh wie möglich abzuholen, sodass man Änderungen auch effektiv vornehmen kann. Immerhin hat der Gemeinderat den Lift wieder ins Projekt aufgenommen, was an jener Informationsveranstaltung von mehreren Leuten gefordert worden war.

Einige wichtige Fragen bleiben dennoch ungenügend beantwortet: Was passiert mit der Postautohaltestelle? Ist die Verkehrssicherheit bei der Anlieferung gewährleistet? Es sind Anliegen, welche die Bürger beschäftigen, wie sich gezeigt hat. Auch einige bautechnische Fragezeichen, wie etwa die einspurige Rampe oder, dass man gezwungen ist zu wenden, hinterlassen einen faden Beigeschmack bei einem Projekt, das grundsätzlich wünschenswert ist. Dass die Bürger auf diese Punkte keine eindeutigeren Antworten erhalten haben, ist schade.

Allerdings kann man nicht alles schon jetzt genau beantworten. Der Gemeinderat verdient Lob dafür, dass er über den Tellerrand hinausschaut und die Aufgabe des verdichteten Bauens frühzeitig ins Auge fasst. Mit der Revision des Raumplanungsgesetzes 2014 kommen die Gemeinden vermehrt unter Druck, Parkplätze in die Tiefe zu legen und diesbezüglich als Vorbilder zu agieren. Stichwort: Innere Entwicklung. Auch wenn dieser Druck in Mosnang noch nicht spürbar ist, könnte er es bald werden. Der Kanton kategorisiert Mosnang aktuell als Auszonungsgemeinde.

Das bedeutet, dass es eher kein neues Bauland gibt. Umso mehr müssen daher Projekte wie Tiefgaragen ernsthaft geprüft werden. Auch wenn beim aktuellen Vorhaben gewisse Mängel erkennbar sind, gewinnt man doch Erfahrungen für die Zukunft und einige neue Parkplätze an zentraler Lage. Die Bürger müssen nun entscheiden, ob sie dafür 1,3 Millionen Franken ausgeben wollen.

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