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Interview

Der Libinger Dorfladen durchlebt schwierige Zeiten

Im Dorfladen ist der Wurm drin. Der Verwaltungsrat muss zum vierten Mal innerhalb von zwei Jahren die Ladenleitung neu besetzen. Hans Aggeler, Präsident der Konsumgenossenschaft, erklärt die Gründe.
Beat Lanzendorfer
Hans Aggeler, Präsident der Konsumgenossenschaft. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Hans Aggeler, Präsident der Konsumgenossenschaft. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Hans Aggeler, weshalb suchen Sie im Zeitraum von zwei Jahren bereits zum vierten Mal eine neue Leitung für den Dorfladen?

Die Gründe sind völlig unterschiedlich. Bei der Nachfolgerin von Vreni Meier, die über Jahrzehnte hinweg den Dorfladen sehr gut und mit viel Herzblut geführt hatte, hat es zwischenmenschlich nicht geklappt. Danach führte Silvia Giezendanner während eineinhalb Jahren den Laden. Sie war äusserst beliebt und wir hätten sie gerne behalten. Der Liebe wegen ist sie aber nach Waldstatt gezogen, wodurch der Anfahrtsweg einfach zu gross wurde. Zuletzt übernahm Franziska Hollenstein. Sie hat nach kurzer Zeit bemerkt, dass die Arbeit nicht ihren Vorstellungen entspricht.

Wir hätten uns alle gewünscht, dass es zu weniger Wechseln kommt.

Ist es in Libingen schwieriger als anderswo, einen Laden des täglichen Bedarfs zu führen?

Unser Dorf hat 300 Einwohner. Es ist schön, dass die meisten den Laden mit ihren Einkäufen unterstützen – selbstverständlich ist dies aber nicht. Ich werde immer wieder von Freunden und Bekannten darauf angesprochen, wie erstaunlich sie es finden, dass Libingen anhand seiner Grösse noch einen eigenen Dorfladen hat. Darauf dürfen wir schon stolz sein, müssen ihm aber auch Sorge tragen.

Ist der Verwaltungsrat auf der Suche nach einer neuen Ladenleitung schon fündig geworden?

Ja, das sind wir. Es sind sechs Bewerbungen eingegangen. Wir haben uns für eine Frau entschieden, die am 24. Dezember ihre Arbeit aufnehmen kann. Nun wünschen wir uns alle etwas mehr Stabilität.

Welche Anforderungen braucht es, um den Primo-Laden in Libingen zu leiten?

Ein Vorteil ist sicher, wenn man über eine Ausbildung als Detailhandelsfachangestellte verfügt. Wir haben dies aber nicht zur Bedingung gemacht. Eine gewisse Erfahrung und Computerkenntnisse sind natürlich von grossem Vorteil. Unsere neue Ladenleiterin kann dies alles vorweisen.

Im Libinger Primo-Laden soll es wieder aufwärts gehen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Im Libinger Primo-Laden soll es wieder aufwärts gehen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Spürt der Primo-Laden das härter werdende Umfeld im Detailhandel? Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung des Umsatzes?

Der Dorfladen wurde vor drei Jahren komplett umgebaut und modernisiert. Nebst den Gestellen haben wir auch die Kühlanlagen ersetzt.

Seither hat sich der Umsatz erfreulich entwickelt. Wir konnten eine deutliche Steigerung feststellen.

Gibt es weitere Anstrengungen, um den Umsatz zu halten oder noch etwas zu steigern?

Anhand der Bevölkerungszahl stossen wir an unsere Grenzen. Nun sind Ideen gefragt. Wir haben vor einigen Wochen Unternehmen angeschrieben und ihnen angeboten, deren Kunden in ihrem Namen auf Weihnachten ein Geschenkpaket mit Toggenburger Spezialitäten zukommen zu lassen. Der Rücklauf an Bestellungen war erfreulich. Als nächstes organisieren wir morgen Samstag zwischen 10 und 18 Uhr ein Chlausraclette im Lager des Ladens. Chlausbesuch inklusive. Es geht aber nicht immer darum, mehr Umsatz zu generieren. Einsparungen sind ebenso möglich. Anfallende Kartonverpackungen zum Beispiel könnten wir dem Lieferanten zurückschicken, allerdings müssten wir dafür eine Entschädigung entrichten. So binden wir alles zu grossen Paketen zusammen und geben es der zweimal im Jahr von den Schülern durchgeführten Altpapiersammlung mit.

Nun beginnt die Weihnachtszeit. Wie werden die Wochen überbrückt, bis die neue Ladenleitung mit der Arbeit anfängt?

Wir haben das Glück, dass wir mit Sonja Kläger, Michaela Czarnocki und Erika Kuhn auf drei zuverlässige Aushilfen zurückgreifen dürfen. Sie haben sich bereit erklärt, die Arbeit in den für uns sehr intensiven und wichtigen Wochen aufzuteilen. Ja, sie freuen sich sogar, wenn sie auf Weihnachten zusätzlich Geschenkkistchen und Früchtekörbe zusammenstellen können.

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