Der Kirchberger Gemeinderat beantragt eine Steuerfusssenkung um fünf Prozentpunkte

Statt eines budgetierten Überschusses von 1,7 Millionen Franken fällt der Gewinn der Gemeinde Kirchberg mit 4,8 Millionen Franken fast dreimal höher aus. Nun soll der Steuerfuss von 138 auf 133 Prozent sinken.

Beat Lanzendorfer
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Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Kirchberg sollen steuerlich weiter entlastet werden. Der Gemeinderat wird an der kommenden Bürgerversammlung eine Steuerfussreduktion um fünf Prozent beantragen.

Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Kirchberg sollen steuerlich weiter entlastet werden. Der Gemeinderat wird an der kommenden Bürgerversammlung eine Steuerfussreduktion um fünf Prozent beantragen.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die guten Zahlen veranlassen den Gemeinderat, der Bürgerschaft an der Bürgerversammlung im März eine weitere Steuerfusssenkung um fünf Prozentpunkte zu beantragen. Bereits im Vorjahr konnte der Steuerfuss von 142 auf 138 Prozente verringert werden. Gemeindepräsident Roman Habrik erklärt auf Anfrage, dass sich der Gemeinderat gemeinsam für eine Lösung entschieden habe, die aufgrund der kommenden Investitionen und Abschreibungen vernünftig sei.

Zum dritten Mal in Folge hohe Überschüsse

Laut heutigem «Gmeindsblatt» konnte die Erfolgsrechnung der vergangenen drei Jahre dank höheren Steuereinnahmen und tieferen Ausgaben als budgetiert im Bereich Schule jeweils mit einem Ertragsüberschuss von über vier Millionen Franken abgeschlossen werden. Im Budget 2020 wird mit einem Aufwandüberschuss von rund 327000 Franken gerechnet.

Roman Habrik, Präsident der Gemeinde Kirchberg.

Roman Habrik, Präsident der Gemeinde Kirchberg.

Bild: Beat Lanzendorfer

Die Nettoinvestitionen werden mit 13,66 Millionen Franken beziffert. Die Finanzplanung 2020 bis 2024 gehe unter Berücksichtigung der Steuerfusssenkung für die Jahre 2020 bis 2024 von Defiziten von 297000 bis 1159000 Franken aus.

Das Budget zur Erfolgsrechnung 2020 rechne mit einem Aufwand von 53,22 Millionen Franken und einem Ertrag von 52,89 Millionen Franken, was einen Aufwandüberschuss von 327000 Franken ergebe.

Defizit wird durch Eigenkapital gedeckt

Dieses Defizit soll durch einen Bezug aus dem Eigenkapital gedeckt werden. Dadurch sinke dieses bis Ende 2020 auf mutmasslich 18,95 Millionen Franken. Gegenüber der Investitionsrechnung 2019, welche mit 8,3 Millionen Franken bereits einen hohen Investitionsbedarf auswies, ist eine nochmalige Zunahme der Nettoinvestitionen auf 13,6 Millionen Franken im Jahr 2020 zu verzeichnen.

Davon entfallen rund 10,5 Millionen Franken auf den Neubau des Primarschulhauses Neugasse und die Erweiterung der Oberstufe Flurstrasse in Bazenheid. Im Bereich der Abwasserbeseitigung falle insbesondere der Bau der Mischwasserkanalisation Spelterinistrasse, Wilerstrasse, Mühlaustrasse in Bazenheid mit 1,4 Millionen Franken ins Gewicht. Der Kredit hierfür wurde an der letzten Bürgerversammlung abgesegnet.

Parteien zeigen sich zufrieden

Die Parteien, welche bereits nach Bekanntgabe der Erfolgsrechnung Handlungsbedarf orteten (das Toggenburger Tagblatt berichtete) – insbesondere die SVP verlangte eine spürbare Steuerfusssenkung – zeigen sich zufrieden.

So erklärt die SVP auf Anfrage: Im Grundsatz sei sie mit der Steuerfusssenkung von fünf Prozentpunkten zufrieden. Nun gehe es darum, das Budget punkto Kosten genauer zu analysieren. Danach würde sie darüber befinden, ob eine höhere Steuerfusssenkungen möglich wäre. Die Partei schreibt weiter, dass sie wissen wolle, welche Beträge im Budget eingesetzt seien und was in den kommenden Jahren finanziert werden soll.

SP will zuerst weitere Informationen abwarten

Die SP Alttoggenburg ihrerseits schliesst eine Diskussion zur Steuerfusssenkung weiterhin nicht grundsätzlich aus. Allerdings gelte es zuerst die weiteren Informationen der Gemeinde abzuwarten.

Die CVP sieht es ähnlich: Die Partei sei aktuell an der Analyse der Details. Grundsätzlich gehe eine Steuerfussreduktion um fünf Prozentpunkte in die richtige Richtung, erklärt sie auf Anfrage.

Die FDP Kirchberg ihrerseits begrüsst die beantragte Steuerfussreduktion. Sie bewege sich auch im Hinblick auf laufenden und künftigen Investitionen in einer vernünftigen Höhe. Abschliessend beurteilen werde sie die Steuerfussreduktion nach Vorliegen des Budgets sowie der langfristigen Finanzplanung.