«Der Kanton hat unsere Argumentation offenbar gestützt» – Ebnat-Kappel kann eine Parzelle im Underdorf für eine neue Lagerhalle der Alder+Eisenhut AG einzonen

Gemäss der Richtplananpassung wurden in Ebnat-Kappel, Mosnang und Degersheim drei Einzonungen festgelegt.

Urs M. Hemm
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Die eingezonte Parzelle im Underdorf in Ebnat-Kappel reicht bis zur Baumallee im Hintergrund.

Die eingezonte Parzelle im Underdorf in Ebnat-Kappel reicht bis zur Baumallee im Hintergrund.

Bild: Urs M. Hemm (4. Oktober 2018)

Der Ebnat-Kappler Gemeindepräsident Christian Spoerlé ist «grundsätzlich zufrieden mit dem Entscheid des Kantons, die Parzelle dem Siedlungsgebiet Arbeitsnutzung zuzuweisen». Dieser Schritt war aus der Sicht des Gemeinderates nötig, um es der ortsansässigen Firma Alder+Eisenhut bei Bedarf zu ermöglichen, dort eine zusätzliche Lagerhalle in unmittelbarer Nähe der Firma, zu bauen. 

«Der Kanton hat bei seinem Entscheid offenbar unsere Argumentation gestützt, dass die Einzonung für die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Gewerbes und der Industrie wichtig ist», sagt Christian Spoerlé.

Christian Spoerlé, Gemeindepräsident Ebnat-Kappel.

Christian Spoerlé, Gemeindepräsident Ebnat-Kappel. 

Bild: PD

Keine Rechtsmittel mehr gegen den Entscheid

Der Weg dahin sei jedoch mit unnötig viel Aufwand verbunden gewesen. Denn der Gemeinderat hatte den entsprechenden Teilzonenplan Underdorf II bereits im August 2017 erlassen – die Referendumsfrist blieb ungenutzt. In Kraft treten konnte der Teilzonenplan dennoch nicht, da der WWF St.Gallen gegen die Einzonung der Parzelle am rechtsseitigen Thurufer Rekurs eingereicht hatte. Einerseits gefährde aus Sicht des WWF die Umnutzung der Wiese die Renaturierung der Thur auf dieser Seite des Flusses.

Lukas Indermaur, Geschäftsführer WWF

Lukas Indermaur, Geschäftsführer WWF

Bild: PD

Andererseits war laut Lukas Indermaur, Geschäftsführer des WWF St.Gallen, der Rekurs gerechtfertigt, weil zum damaligen Zeitpunkt die geplante Bauzonenerweiterung im kantonalen Richtplan nicht festgelegt, im kommunalen Richtplan hingegen bereits für diesen Zweck eingeplant gewesen sei. «Als die Gemeinde Ebnat-Kappel diesen Fehler eingeräumt hatte, hat der WWF auch den entsprechenden Rekurs zurückgezogen», sagt Lukas Indermaur.

Nach der Festsetzung im Richtplan gebe es gegen diesen Entscheid keine Rechtsmittel mehr. «Der WWF wird aber sicher kritisieren, dass die Renaturierung der Thur durch diese Festsetzung gefährdet ist», ergänzt Lukas Indermaur.

Robin T. Alder, Geschäftsführer von Alder+ Eisenhut AG Sportgeräte.

Robin T. Alder, Geschäftsführer von Alder+ Eisenhut AG Sportgeräte.

Bild: Ralph Ribi

Robin T. Alder, Geschäftsführer der Alder+Eisenhut AG, äussert sich verhalten erfreut über den Entscheid des Kantons. «Wir glaubten bereits beim letzten Bauvorhaben verschiedentlich, dass wir endlich am Ziel wären, waren es dann aber doch nicht», sagt Robin T. Alder. Er werde sich des geplanten Bauvorhabens erst sicher sein, wenn keine Möglichkeiten für Rekurse oder Einsprachen mehr bestünden.


Tennisplatz in Mosnang kann verlegt werden

Reibungslos hingegen konnte eine Umzonung in Mosnang festgesetzt werden. Dort soll der heute in der Grünzone liegende Tennisplatz zu den bestehenden Sportanlagen der Schulgemeinde verlegt werden. Dies bedingt eine Erweiterung der bestehenden Zone für öffentliche Bauten und Anlagen beim Oberstufenzentrum.

Der Kanton schreibt im Vernehmlassungsentwurf vom Januar, «dass der Standort beim Oberstufenzentrum am geeignetsten ist, weil dort unter anderem die bestehende Infrastruktur der Schulanlage genutzt werden kann und zudem mittel- bis langfristig keine Ausbauvorhaben der Schule zu erwarten sind».

Die Gemeinde Degersheim unterzieht zurzeit ihre Nutzungsplanung einer Gesamtrevision und beantragt deshalb einige Zonenverlagerungen und kleinflächige Arrondierungen, ohne dass Fruchtfolgeflächen davon betroffen sind. Insgesamt ergibt sich eine Reduktion der Fläche für Wohn- und Mischnutzungen von 1422 Quadratmeter.

Sechs Deponiestandorte für Neuanlagen festgesetzt

Gemäss dem Vernehmlassungsbericht des Kantons bestehe noch immer ein Ungleichgewicht zwischen der Menge an unverschmutztem Aushubmaterial und an Bauabfällen und den dafür benötigten Deponien. Daher wurden bei den Deponie-Standorten folgende geplante Neuanlagen festgesetzt: Ritzentaa (Bütschwil-Ganterschwil), Chellen (Lütisburg), Spitol (Nesslau), Heiterswil (Wattwil) sowie der Steinbruch Starkenbach (Wildhaus-Alt.Johann).

Zudem wurden auf dem Gebiet verschiedener Gemeinden im Toggenburg insgesamt 17 Abbaustandorte für Steine und Erden festgelegt oder es liegt im Koordinationsprozess ein Zwischenergebnis vor.