«Der Kampf ist noch nicht gewonnen»: Förderverein kritisiert Pläne der Regierung für das Spital Wattwil

Die Totalopposition gegen die Pläne der Regierung schien vom Tisch zu sein. Doch der Förderverein Regionalspital Toggenburg Wattwil will zeigt sich unzufrieden und will weiterkämpfen.

Ruben Schönenberger
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Das Spital Wattwil soll geschlossen werden. An seiner Stelle könnte ein Angebot für die spezialisierte Langzeitpflege entstehen.

Das Spital Wattwil soll geschlossen werden. An seiner Stelle könnte ein Angebot für die spezialisierte Langzeitpflege entstehen.

Bild: Ruben Schönenberger

Die überarbeitete Spitalstrategie der St.Galler Regierung stiess vielerorts auf vorsichtig geäusserte Zustimmung. Zufrieden sind aber längst nicht alle. So sagt der Förderverein Regionalspital Toggenburg zum Beispiel: «Der Kampf ist noch nicht gewonnen.» In einer Mitteilung vom Freitag kritisiert er:

«Von den Anliegen, die wir in der Vernehmlassung eingebracht haben, fand bei der Regierung keines Gehör.»

Die St.Galler Regierung will in Wattwil der Solviva AG die spezialisierte Langzeitpflege ermöglichen. Dadurch blieben im Toggenburg Arbeitsplätze erhalten und der Spitalneubau würde nicht leer stehen. Dieser würde aber, so der Förderverein, für 10 Millionen Franken an eine «private Gesellschaft verscherbelt». Diese Gesellschaft habe sich darauf spezialisiert, günstige Spitalimmobilien in Pflegeheime umzuwandeln.

Förderverein sieht Gesundheitsversorgung in Gefahr

Völlig offen sei zudem, wie das Angebot aussehen werde und wer dafür bezahlen werde. Sicher sei gemäss Förderverein nur eines:

«Es ist kein medizinisches Angebot und es wird die bestehenden Pflegeheime im Toggenburg konkurrenzieren.»

Regierungsrätin Heidi Hanselmann hatte bei der Vorstellung der neuen Spitalstrategie betont, es handle sich nicht einfach um ein Pflegeheim, sondern um ein Angebot der hochspezialisierten Pflege, beispielsweise für querschnittsgelähmte Personen oder solche, die beatmet werden müssen.

Für den Förderverein ist weiterhin die Gesundheitsversorgung in Gefahr. Der Ball liege beim Kantonsrat. Der Verein setzt seine Hoffnungen auf die Kantonsratsmitglieder aus dem Toggenburg. Dem Einsatz dieser möchte der Verein Rückenwind geben. Zu diesem Zweck hat der Verein seine Webseite aktualisiert, einen Flyer produziert und Auftritte auf Facebook und Twitter erstellt.

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Das Spital Wattwil mit einer ambulanten und stationären Grund- und Notfallversorgung sowie Spezialisierungen in Fachgebieten langfristig erhalten, dafür setzen sich die Kantonsräte Karl Brändle (CVP), Kilian Looser (FDP), Mathias Müller (CVP) und Christan Spoerlé (SVP) ein. Den Wattwiler Gemeindepräsidenten Alois Gunzenreiner freut diese Ankündigung.
Sabine Camedda