Der FC Bütschwil gewinnt das Derby beim FC Kirchberg überraschend deutlich mit 4:0 und setzt sich an die Tabellenspitze der 4. Liga

Der klare Ausgang zweier Aufstiegsfavoriten war so nicht erwartet worden. Letztlich war der Gast über die neunzig Minuten aber das bessere Team – mit drei Toren war Ziko Gajic der Mann des Spiels.

Beat Lanzendorfer
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Ziko Gajic (links) schoss Kirchberg mit seinen drei Toren praktisch im Alleingang ab.

Ziko Gajic (links) schoss Kirchberg mit seinen drei Toren praktisch im Alleingang ab.

Bild: Beat Lanzendorfer (Kirchberg, 8. September 2020)

Die Vorzeichen liessen ein ausgeglichenes Derby erwarten. Es kam anders. Ganz so eindeutig, wie das Resultat suggeriert, war es aber nicht – wenigstens streckenweise.

Kirchberg war in der Startphase besser

Kirchberg war in den ersten dreissig Minuten das bessere Team und erarbeitete sich die klareren Chancen. So landete der Ball unter anderem zweimal am Aluminium. Weil sich Bütschwil aber sehr effizient präsentierte, stand es nach 24 Minuten eher entgegen des Spielverlaufs 0:1.

Captain Fäh wurde für seinen Energieanfall mit einem Geschenk belohnt. Sein perfekter Schlenzer landete unhaltbar für Brägger im hinteren Toreck. Kurz darauf musste der Torschütze und Antreiber im Mittelfeld das Feld nach einer klaffenden Wunde am Kopf verlassen. Die Mitspieler konnten seinen Ausfall aber erstaunlich gut wegstecken.

Ausgleichschancen noch vor der Pause

Die grössten Möglichkeiten zum Ausgleich boten sich Widmer und Schönenberger. Beide brachten innert weniger Sekunden das Leder aus kürzester Distanz nicht über die Linie. Die letzte Szene vor der Pause gehörte dann Adrian Oberholzer. Allein vor Brägger, landete sein Abschlussversuch knapp neben dem Tor.

Der Tenor bei den vielen Zuschauern in der Halbzeitpause war einhellig. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, das noch keineswegs entschieden war.

Ein Spiel mit hoher Intensität

War das Gebotene in den ersten 45 Minuten intensiv, packend und von guter Qualität, liess das Niveau nach Wiederbeginn deutlich nach. Das lag allerdings weniger an den Gästen als vielmehr am Gastgeber, der auf den Rückstand keine Antwort wusste.

Es sollte sogar noch schlimmer kommen. Zwischen der 52. und 78. Minute stand Gajic dreimal goldrichtig und erhöhte auf 4:0. Kirchberg kam nach stehenden Bällen durch Rohner und Ress zwar zu weiteren Chancen, der Glaube an eine Wende war aber nicht wirklich vorhanden.

Letztlich war der Auftritt des Heimteams eine Enttäuschung. Sportchef Andreas Breitenmoser sah es ähnlich: «Wir hatten unsere Möglichkeiten, haben diese aber wie so oft nicht genutzt. Bütschwil ist der verdiente Sieger.» Überrascht hat ihn auch, dass die Gäste das vom Start weg angeschlagene Tempo über neunzig Minuten durchziehen konnten.

Schwierige Zeiten könnten für Kirchberg anbrechen

Bütschwil hat nach drei Runden sein Soll erfüllt und liegt mit sieben Punkten zusammen mit Niederwil an der Tabellenspitze. Für Kirchberg hingegen könnten schwierige Zeiten anbrechen.

Mit vier Punkten hinkt die Elf den eigenen Ansprüchen hinterher, zudem folgt am Freitagabend mit dem Gemeindederby gegen Bazenheid 2 die nächste knifflige Aufgabe. Bütschwil seinerseits geht am Samstag im Heimspiel gegen das noch sieglose Flawil 2 als Favorit an den Start.

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