Kommentar
Der FC Bazenheid muss eine weitere Fehlbesetzung verhindern

Der Toggenburger Zweitligist verpflichtet den dritten Trainer innerhalb von zwölf Monaten. Damit kommt der Verein von seiner Philosophie ab, Spielern nach Beendigung ihrer Aktivkarriere als Trainer eine Chance zu geben und ihnen die nötige Zeit einzuräumen, sich zu entwickeln.

Beat Lanzendorfer
Drucken
Teilen

Es gäbe genügend Beispiele aus zurückliegenden Zeiten, dass die bisherige Philosophie des FC Bazenheid funktioniert. So lancierten einst Adrian Allenspach (2002 bis 2007, heute beim FC Tuggen), Oscar Escobar (2007 bis 2010, aktuell U18 FCO Wil/St.Gallen) und Heris Stefanachi (2013 bis November 2018, jetzt SC Brühl) ihre Trainerkarriere beim FC Bazenheid. Alle drei waren seit 2002 fast 14 Jahre auf dem Ifang und trugen zur Kontinuität bei. Etwas weiter zurück liegen die geglückten Engagements von Alex «Jack» Hörler und Markus Eisenring.

Davon ist in letzter Zeit wenig übrig geblieben. Nach dem Wegzug von Heris Stefanachi, der im November 2018 dem Ruf des SC Brühl in die Promotion League folgte, begann die Krise. Dessen Nachfolger Emilio Gesteiro konnte sich knapp drei Monate auf dem Posten halten, bevor er aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt erklärte. Gerüchten zufolge soll er schon bei seinem Start im Januar 2019 umstritten gewesen sein.

Bilanz eines Abstiegskandidaten

Auf ihn folgte Edgar Coutinho, Assistent unter Stefanachi und Gesteiro. Mit ihm schloss die Mannschaft die letztjährige Meisterschaft auf Position 5 ab. Auf dem Papier ein gutes Ergebnis, das sich aber beim genauen Hinschauen relativiert: Er holte in neun Partien neun Punkte, was der Bilanz eines Abstiegskandidaten entspricht.

Nun gibt der FC Bazenheid dem erst 29-jährigen Raffael Spescha die Chance, sich auf Stufe 2. Liga interregional zu bewähren. Eine weitere Fehlbesetzung können sich die Toggenburger nicht leisten. Sie hätte beim derzeitigen Tabellenstand unweigerlich den Abstieg zur Folge.