Der Curlingclub Wildhaus spielt mit neuen Steinen aus schottischem Granit

Der Curlingclub Wildhaus hat vier neue Sets mit insgesamt 64 Steinen angeschafft. Den für diese Steine benötigten Granit gibt es nur auf einer Insel auf der Welt.

Sabine Camedda
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Vor dem Durchschneiden des Bandes hören die Mitglieder der Curlingclubs Wildhaus und Vaduz der Rede von Ruth Frauchiger. (Bild: PD)

Vor dem Durchschneiden des Bandes hören die Mitglieder der Curlingclubs Wildhaus und Vaduz der Rede von Ruth Frauchiger. (Bild: PD)

Curlingsteine müssen viel aushalten: Sie passen sich den kühlen Temperaturen in der Eishalle an und prallen mit mehr oder weniger grosser Wucht gegeneinander. Beim Gleiten auf der rauen Eisschicht nutzt sich mit der Zeit die Gleitfläche ab.

«Wir haben unsere Curlingsteine zwar dreimal schleifen lassen, nun aber haben wir uns entschieden, neue Steine anzuschaffen», sagt Marianne Brühwiler, die Präsidentin des Curlingclubs Wildhaus. Aus welchem Jahr die alten Steine stammen, kann sie nicht mit Sicherheit sagen. «Über 30 Jahre alt waren sie aber sicher.»

Damals habe der Curlingclub von den Mitgliedern ein Darlehen verlangt, um die 64 Curlingsteine für die Halle zu kaufen. In den folgenden Jahren wurde jeweils ausgelost, welches Mitglied sein Darlehen wieder zurückbekommt.

Jetzt ist es ganz anders. Um die neuen Steine zu kaufen, hat der Verein in den vergangenen Jahren Geld zurückgelegt. Eine weitere finanzielle Hilfe gab es zudem, weil der Verein dank des Labels Sport-verein-t Gelder aus dem Sport-Toto-Fonds bekommt.

Stein von der Insel Ailsa Craig in Schottland

Die neuen Steine für das Curlingcenter Wildhaus kommen aus Schottland. Die heute auf der ganzen Welt genutzten Curlingsteine werden aus Granit hergestellt, der auf der Insel Ailsa Craig abgebaut wird.

Die Herstellerfirma benötigt für jeden Stein zwei Arten von Granit: eine für den Steinkörper und eine für die Lauffläche. In der Werkstatt werden die Steine regelkonform geschliffen. Das heisst, bezüglich des Umfangs, der Höhe und des Gewichts gibt der Weltcurlingverband einen Wert mit einer gewissen Toleranz vor.

Neu spielt Team rot gegen Team gelb

Im Spiel sind die Steine mit einer Farbe und einer Nummer gekennzeichnet. «Wir haben uns für die Farben rot und gelb entschieden, wie sie bei den Wettkämpfen meistens verwendet werden», sagt Marianne Brühwiler.

Mit den Steinen wurde eine Liste geliefert, auf welcher ersichtlich ist, welcher Stein welche Nummer bekommt. Das führte zu einer kleinen Überraschung. «Wir haben uns bewusst für Steine entschieden, die auf beiden Seiten gespielt werden können», erklärt die Clubpräsidentin. Nun habe sich aber herausgestellt, dass die Steine nicht so einfach gedreht werden können.

«Wir haben auf der Liste gesehen, dass die Steinsets anders zusammengestellt werden müssen.» Das sei aber keineswegs schlimm, man brauche lediglich mehr Zeit für einen Wechsel.

Curlingsteine mit einem Fest eingeweiht

Weil die Curlingspieler auch gesellig sind, haben die Mitglieder des Curlingclubs Wildhaus die Steine mit einer kleinen Feier eingeweiht. Dazu eingeladen waren ebenfalls die Spieler des Curlingclubs Vaduz, die in Wildhaus Gastrecht geniessen und trainieren.

Nach einem Apéro im «Eisbärstübli» bedankte sich Ehrenmitglied und Festrednerin Ruth Frauchiger bei allen, die sich für den Kauf der Steine eingesetzt haben. «Es hat vieles zusammenpassen müssen», sagte sie. Die Gemeinde und die Sport und Freizeit AG hätten das Vorhaben unterstützt, das vom Vereinsvorstand vorangetrieben worden sei. Dank des Labels Sport-verein-t habe der Curlingclub Gelder aus dem Sport-Toto-Fonds bekommen.

«Ich freue mich sehr, dass wir unser Ziel erreicht haben», sagte Ruth Frauchiger. «Ich wünsche allen schöne und gute Spiele mit diesen Steinen, die nun sicher nicht mehr Schuld für die Niederlage haben.» Nach der Ansprache schnitten die Mitglieder des Curlingclubs symbolisch ein rotes Band von jedem Stein. Eingespielt wurden die neuen Steine mit einer Partie Curling-Dart. Die alten Steine sind übrigens immer noch im Curlingcenter in Wildhaus. Sie werden zukünftig für Open-Air-Spiele auf dem offenen Eisfeld genutzt.

Immer wieder Kurse, um Curling zu lernen

Im Curlingcenter Wildhaus gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Sportart kennen zu lernen. Erwachsene und Kinder können in Kürze wieder an einem Einsteigerkurs teilnehmen.

Kinder sind am Dienstag, 27. August, und am Dienstag, 3. September, jeweils um 18.30 Uhr willkommen. Der Einsteigerkurs für Erwachsene ist am Dienstag, 3. September, und am Dienstag, 10. September, jeweils um 20 Uhr. Interessenten melden sich bei der Präsidentin Marianne Brühwiler in Wildhaus.

Beliebt sind jeweils auch die Curling-Schnupperkurse, die in Wildhaus absolviert werden können. Dabei zeigt ein Instruktor während einer kurzen Zeit, worum es beim Curlingspiel geht und wie die Steine über die über 40 Meter lange Eisbahn gleiten. Anschliessend haben die Kursteilnehmer die Möglichkeit, selber ein Spiel zu machen. (sas)

Hinweis

www.ccwildhaus.ch