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Der Buchautor Mathias Ninck hat an der Kanti Wattwil zum Schreiben gefunden

Der ehemalige Journalist Mathias Ninck, der in Ganterschwil aufgewachsen ist, hat mit «Mordslügen» einen ersten Roman veröffentlicht.
Sabine Camedda
Mathias Ninck sitzt vor der Kanti in Wattwil. Als er diese Schule besuchte, hat er mit Schreiben begonnen, nämlich beim heutigen «Toggenburger Tagblatt». (Bild: Sabine Camedda)

Mathias Ninck sitzt vor der Kanti in Wattwil. Als er diese Schule besuchte, hat er mit Schreiben begonnen, nämlich beim heutigen «Toggenburger Tagblatt». (Bild: Sabine Camedda)

Ein Krimi ist es nicht, das Buch mit dem Titel «Mordslügen». Auch wenn es um Mord geht und um die Frage, ob die Protagonistin Sandra Dubach zu Recht in Isolationshaft sitzt oder nicht. Geschrieben wurde «Mordslügen» von Mathias Ninck.

Für den Berner Oberländer, der seine Jugend mit seiner Familie in Ganterschwil verbrachte, ist es sein erstes Buch. Wird es weitere geben? Das weiss der dreifache Vater nicht. Denn eigentlich arbeitet er als Kommunikationsberater einer Zürcher Stadträtin. «Zum Schreiben habe ich im Toggenburg gefunden», erzählt Mathias Ninck bei einem seiner seltenen Besuche in der alten Heimat. Während seiner Kanti-Zeit hat er einige Artikel fürs heutige «Toggenburger Tagblatt» verfasst.

Dennoch hat er sich für ein wissenschaftliches Studium entschieden. Er absolvierte den zweiten Jahrgang von Umweltwissenschaftlern an der ETH in Zürich. «Auf diesem Beruf habe ich aber nie gearbeitet», sagt er. Er gab seiner Liebe zum Journalismus den Vorzug und arbeitete bei grossen Schweizer Medien wie dem «Tagesanzeiger», der «NZZ am Sonntag» und dem «Magazin».

Das Buch musste erst hinten anstehen

Seine langjährige Berufserfahrung fliesst in die Person der Romanfigur Simon Busche ein. Der Journalist stösst auf die Psychiaterin Olivia Pfeiffer und wird von ihr auf einen alten Kriminalfall aufmerksam gemacht. Er recherchiert und schreibt daraus eine Geschichte. «Ich bin mir bewusst, dass der Journalismus in meinem Buch eher negativ abgebildet wird», sagt Mathias Ninck. Die Medienwelt habe sich stark verändert, überall werde gespart und das mache die gute Stimmung auf den Redaktionen kaputt.

«Ich habe einen Journalisten und seinen Chef gezeigt, wie sie durchaus sein könnten.»

Aber, sie seien fehlerhaft, überspitzt und lebten in zwei verschiedenen Welten. Die Figuren seines Romans und die Handlung hat Mathias Ninck schon lange mit sich herum getragen. Vor gut fünf Jahren, als er sich aus dem Journalismus verabschiedet hat, verfasste er Porträts seiner Figuren und schrieb Skizzen der Handlung.

«Ich habe das Projekt bei der Literaturkommission der Stadt Zürich eingereicht und damit ein halbes Werkjahr gewonnen», erzählt der Autor. Weil er aber gerade seine neue Stelle angetreten hat, musste das Buch warten und dann wurde das halbe Jahr auf drei Monate verkürzt. «Ich wusste, in dieser Zeit muss das Buch fertig sein, und habe entsprechend gut geplant.» Nach diesen drei intensiven Monaten durfte Nincks Frau als Erstleserin ihre Meinung abgeben. «Sie hat einen guten Blick und ihre Meinung ist nicht gefärbt», sagt er.

Das fertige Buch fühlt sich gut an

Als er sein Werk abgeschlossen hatte, suchte er einen Verlag. Er sei innerlich fast schon am Verzweifeln gewesen, als die Edition 8 sein Buch angenommen hat. «Ich war in erster Linie froh, dass ich es nicht für die Schublade geschrieben habe», sagt Mathias Ninck. Das fertige Buch in der Hand zu halten, sei für ihn ein grosser Moment gewesen. «Optisch gefällt es mir und es fühlt sich gut an. Nun bin ich gespannt auf die Reaktionen», sagt der Autor.

Die kommende Zeit lässt er auf sich zukommen. Am Dienstag war die Buchvernissage. «Da habe ich mit Personen, die mir wichtig sind, diesen grossen Moment gefeiert.» Lesungen – vielleicht auch in einer Bibliothek im Toggenburg – schliesst er nicht aus, nicht nur, weil er gerne Kontakt zu Menschen hat.

Geplant ist vorerst zudem die Teilnahme an einem Themenabend «Medien und Justiz» in Zürich. Dass er da mit hochkarätigen Personen wie einer Regierungsrätin und einem Bundesrichter im Windschatten des Buchs neue Diskussion führen kann, bringt ihn wieder in eine andere Rolle als die des Journalisten und Buchautors.

«Mordslügen» – Ein Titel, der nach einem Krimi tönt

Hat Sandra Dubach mehrere Morde begangen? Sie hat diese gestanden und sitzt dafür in einem Frauengefängnis. Eine Psychiaterin meint jedoch, Beweise zu haben, dass nicht Sandra Dubach, sondern Manu, einer ihrer Patienten, der Mörder ist. Der Journalist Simon Busche soll Licht ins Dunkel des Falles bringen. Busche soll nicht nur aufzeigen, dass Sandra Dubachs Geständnis erfunden ist, sondern auch, dass die Justizbehörden während der Untersuchung Fehler gemacht haben.

In seinem Roman wirft Mathias Ninck einen skeptisch-kritischen Blick auf gewisse Tendenzen in den Medien und in der Justiz. Er beleuchtet zudem ein gar nicht so seltenes kriminalistisches Phänomen: falsche Geständnisse, entstanden unter Druck oder aus Geltungssucht. Der Verlag schreibt zudem zum Roman «Mordslügen»: «Die Geschichte ist rasant erzählt, mal ironisch, mal nachdenklich.»

Hinweis

Das Buch «Mordslügen» von Mathias Ninck, erschienen im Verlag Edition 8, 255 Seiten, ist im Buchhandel und im Onlinehandel erhältlich.

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