Kolumne
Der Besuch der Badi Wattwil über Mittag hat fast nur Vorteile

Redaktor Martin Knoepfel verbringt die Mittagspause im Sommer oft schwimmend. Das hat nur einen einzigen Nachteil.

Martin Knoepfel
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Martin Knoepfel, Redaktor. (Bild: PD)

Martin Knoepfel, Redaktor. (Bild: PD)

Im Sommer habe ich ein spezielles Mittagsritual entwickelt. (Genau genommen habe ich eine Tradition aus dem Sommer 2018 weitergeführt, wenn man denn nach einem Jahr schon von einer Tradition sprechen kann.) Gemeint ist der mittägliche Gang in die Badi Wattwil. Natürlich hat mir auch dieses Jahr das Wetter in die Karten gespielt, welches nach einem kühlen Start meist schön gewesen ist, sommerlich halt.

Dass ich eine Wasserratte bin, will ich nicht verschweigen. Ich habe ja meine Kindheit und Jugend in Fussgängerdistanz eines Freibades und wenigstens im Sommer einen Grossteil meiner Freizeit dort verbracht. Das hat mich offensichtlich geprägt.

Schwimmen bei Regen

Weil ich dieses Jahr nach den Erfahrungen des Jahrzehnt- oder Jahrhundertsommers 2018 ein Saisonabonnement gekauft habe, ist der Anreiz da, auch an den Tagen den Gang in die Badi Wattwil zu wagen, an denen das Wetter zweifelhaft ist. Nur so nebenbei: Materielle Anreizen wirken halt. Und irgendwie ist es schon lustig, wenn man schwimmt und vor sich die Regentropfen auf die Wasseroberfläche prasseln sieht.

Zum Badespass kommt dann natürlich noch die Befriedigung, wenn man das Abonnement herausgewirtschaftet hat, was nach 20 Besuchen der Fall ist. Dass die Redaktion seit dem Wegzug von der Ebnaterstrasse nur noch fünf Minuten von der Badi Wattwil entfernt liegt, spielt natürlich ebenfalls eine Rolle.

Nur ein negativer Aspekt

Und bei kühlerem Wetter ist der Umstand angenehm, dass die Sonne das Wasser der Duschen erwärmt. Auch bei bedecktem Himmel funktioniert das erstaunlich gut. Dass die Badi Wattwil eine sehr schöne Anlage ist, sei nur am Rand erwähnt. Und ein Kränzchen muss man den Besuchern winden, denn man sieht sehr wenig Abfall herumliegen.

Es gibt eigentlich nur einen negativen Aspekt. Wenn man nach einem erfrischenden Bad und einer wohltuenden Dusche wieder in die Kleider schlüpfen und zurück ins sommerlich warme Büro gehen muss. Das wäre so ein typischer Fall zwar nicht für Arbeit im Home-Office, aber für die Erfindung des Pool-Office. Dazu bräuchte es eigentlich nur ein Smartphone sowie ein Notebook mit WLAN. Das wäre guter Vorsatz fürs Jahr 2020.