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Gerenbach wird saniert und revitalisiert: Der Bachlauf wird deshalb minim kürzer

Ebnat-Kappel und Wattwil wollen den Gerenbach, der die Grenze zwischen den beiden Gemeinden bildet, auf einem Abschnitt revitalisieren. Die Einmündung in die Thur soll für die Fische passierbar werden.
Martin Knoepfel
Der Gerenbach fliesst unter der Bahnlinie ins Obertoggenburg hindurch. (Bild: Timon Kobelt)

Der Gerenbach fliesst unter der Bahnlinie ins Obertoggenburg hindurch. (Bild: Timon Kobelt)

Die Gemeinde Ebnat-Kappel will den Gerenbach im Abschnitt zwischen dem Zusammenfluss mit dem Hegisbach und der Thur revitalisieren. In der neuesten Ausgabe des kantonalen Amtsblatts findet man die Ausschreibung des Auftrags. Die Arbeiten sollen zwischen Mitte Juni und Ende September ausgeführt werden. Der Bach liegt heute auf der Gemeindegrenze von Ebnat-Kappel und Wattwil.

Der Gerenbach mündet zwischen Ulisbach und Ebnat-Kappel von Osten in die Thur. Vorher unterquert er die Kantonsstrasse. Der Hegisbach mündet unmittelbar vor der Unterquerung in den Gerenbach. Unterhalb des Durchlasses unter den Gleisen der Schweizerischen Südostbahn AG (SOB) soll der Gerenbach verlegt und auf eine Länge von rund 130 Metern verkürzt werden. So müssten rund 30 Meter weniger Bachlauf erstellt werden als heute, was Kosten spare und weniger Landwirtschaftsland beanspruche, erklärt Hans Looser, Bau- und Liegenschaftenverwalter von Ebnat-Kappel. Der heutige Bachlauf werde rekultiviert.

Tieferlegung wegen des Schutzes vor Hochwasser

Zwischen den Durchlässen unter der Kantonsstrasse und der SOB soll das Bachbett ungefähr an gleicher Stelle wie heute verlaufen. Die Sohle wird aber tiefer gelegt. Laut Hans Looser hat das mit dem Hochwasserschutz zu tun. Der Bahnaufbau der Strecke der SOB müsse wegen veränderter Normen heute etwas stärker ausgebildet werden als früher. Deshalb werde die neue Brückenunterkante etwas tiefer liegen als die bestehende.

Würde nun der Gerenbach im Ober- und Unterlauf unverändert bleiben, würde die Abflusskapazität sinken, erklärt Hans Looser. Bereits heute könne das Schutzziel für Hochwasser beim Gerenbach nicht eingehalten werden. Als vor zehn Jahren die neue Brücke der Kantonsstrasse erstellt wurde, habe man für den Gerenbach ein Schutzziel definiert.

Brücke des Thurwegs wird ersetzt

Zugleich plant die Gemeinde die Neugestaltung der Einmündung des Gerenbachs in die Thur. Als Folge werden die Fische leichter aus der Thur in den Gerenbach aufsteigen können.

Bei der Mündung in die Thur überquert der Thurweg den Gerenbach. Geplant ist, die bestehende Brücke abzubrechen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die Widerlager für die neue Brücke sind Teil des im Amtsblatt ausgeschriebenen Projekts. Der Bau der neuen Holzbrücke für den Thurweg wird separat ausgeschrieben.

Die alte Brücke des Thurwegs ist laut Hans Looser ohnehin erneuerungsbedürftig. Der unterste Abschnitt des Gerenbaches zwischen Kantonsstrasse und Thur verlaufe heute sehr geradlinig. Zudem sei er eng und teilweise mit Betonplatten verbauten, erklärt Hans Looser. Dieser Zustand sei naturfremd.

Synergien verschiedener Bauvorhaben nutzen

Mit den Bauarbeiten wolle man ein naturnahes Gerinne schaffen. Der Zeitpunkt für die Revitalisierung sei ideal, da man Zugänge nutzen könne, die wegen der Bauarbeiten der Umfahrung Wattwil und der SOB schon existierten. So könne man kostengünstig bauen, erläutert Hans Looser. Das Projekt jetzt zu realisieren, sei nicht zwingend, aber sehr sinnvoll.

Gemeinden zahlen je gleich viel

Die Revitalisierung des Baches wird laut Hans Looser etwa 1,02 Millionen Franken kosten. Bund und Kanton leisten Beiträge. Die Aufwertung des Bachs gelte als ökologische Ersatzmassnahme im Zusammenhang mit der zweiten Etappe der Umfahrung Wattwil. Das wirke sich auf den Beitrag des Kantons aus, erklärt Hans Looser. Auch die SOB zahlt an die Revitalisierung. Die Gemeinden Ebnat-Kappel und Wattwil müssten je rund 60'000 Franken bezahlen, wovon jeweils die Hälfte auf den Brückenneubau und die Gewässerverbauungen entfallen. Da die Bundes- und Kantonsbeiträge in der Höhe oder prozentual fix seien, sei das finanzielle Risiko für die Gemeinden sehr klein, versichert Hans Looser. Die SOB erneuert dieses Jahr im Rahmen des «Clusters Obertoggenburg» den Durchlass des Gerenbachs unter der Bahnlinie ins Obertoggenburg. Die Erneuerung des Durchlasses ist nicht Teil des Bauvorhabens der Gemeinden. (mkn)

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