Der Alpwirtschaftliche Verein beschenkt zum Jubiläum sich selbst und die Natur

Mit einer Baumpflanzaktion feiert der Alpwirtschaftliche Verein Toggenburg seinen Geburtstag. Für 50 Jahre Bestehen werden 50 Bäume gepflanzt.

Adi Lippuner
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Mit vereinten Kräften findet ein junger Bergahorn seinen Platz auf der Alp unteres Schottenloch.

Mit vereinten Kräften findet ein junger Bergahorn seinen Platz auf der Alp unteres Schottenloch.

Bild: Adi Lippuner (Alp unteres Schottenloch, 24. Oktober 2020)

Der Alpwirtschaftliche Verein Toggenburg wird 50 Jahre alt. Zu diesem Anlass sollen auf verschiedenen Alpen 50 Bäume gepflanzt werden. Dazu treffen sich am Samstagvormittag drei Akteure: der Kiwanis Club Wattwil-Toggenburg als Spender der Bäume, der Alpwirtschaftliche Verein Toggenburg als «Geburtstagskind» und Organisator der Aktion sowie Mädchen und Buben der Pfadi Wildmannli.

Am Samstag wurden die ersten Bäume auf den Säntisalpen und im Gebiet oberhalb von Ennetbühl gepflanzt. Als Geschenk an die Natur wählten die Verantwortlichen des Alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg Bergahorn, auf Wunsch eines Alpbesitzers wurden auch zwei Wettertannen gepflanzt.

Bergahorn als Beitrag zur biologischen Vielfalt

(adi) Der Bergahorn wurde im Jahr 2000 zum Baum des Jahres gewählt. Er wird als wichtige, forstlich interessante Mischbaumart bezeichnet und trägt zur biologischen Vielfalt der Wälder bei, ist aber auch als Solitärbaum und damit Blickfang im Landschaftsbild beliebt.

Die Früchte des Bergahorns dienen 20 Vogelarten als Ernährungsgrundlage, unter ihnen verschiedenen Meisenarten, aber auch Kleiber, Finken und Kernbeisser. Vögel und Mäuse ritzen gelegentlich die Rinde an, um an den zuckerhaltigen Frühjahressaft zu gelangen.

Thomas Bohl, Präsident des Alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg, sagte während des Bäumepflanzens: «Mit dieser Aktion geben wir der Natur etwas zurück. Wir dürfen die Alpen während der Sommermonate nutzen, im Spätherbst begibt sich die Natur zur Ruhe und zu Beginn dieser Ruhepause können wir nun Bäume pflanzen.»

Eine zukünftige Wettertanne an ihrem neuen Platz auf der Alp Gatter am Fusse des Säntis.

Eine zukünftige Wettertanne an ihrem neuen Platz auf der Alp Gatter am Fusse des Säntis.

Bild: Adi Lippuner (Alp Gatter, 24. Oktober 2020)

Erfreut zeigte sich auch Markus Hobi, Präsident der Alpwirtschaftskommission des St.Galler Bauernverbands und Leiter Landwirtschaftliches Zentrum St.Gallen (LZSG): «Solitärbäume bieten verschiedenen Tieren einen Lebensraum, Weidetiere schätzen sie als Schattenspender und ein markanter Bergahorn wertet das Landschaftsbild auf.»

Bis zum nächsten Jubiläum stattliche Bäume

Ganz allgemein herrschte am Samstag eine gelöste Stimmung. Die Mitglieder des Kiwanis Club packten zusammen mit den Pfadfindern tatkräftig an und so fand Baum um Baum seinen neuen Platz, wobei die Alpbesitzer bestimmten, wo diese hinkommen.

In den nächsten Jahren werden zwischen der Lutertannen und der Schwägalp-Passhöhe zahlreiche Bergahorne wachsen und das Auge der Betrachter erfreuen. «Unsere Vereinsmitglieder können beim nächsten grossen Jubiläum in 50 Jahren sicher stattliche Bäume bewundern. Und wer bei der heutigen Pflanzaktion dabei ist, wird gerne an diesen Tag zurück denken», so Thomas Bohl.

Schon den Vorfahren waren die Bäume wichtig

«Die markanten Einzelbäume, wie sie insbesondere auf den Alpen oberhalb von Ennetbühl zu finden sind, wurden teilweise schon vor über 500 Jahren gepflanzt. Dies zeigt, wie wichtig diese Bäume schon unseren Vorfahren waren und wir wollen mit der heutigen Aktion dafür sorgen, dass rechtzeitig Ersatz für nicht mehr ganz gesunde und überlebensfähige Bäume heranwachsen kann», betonte Thomas Bohl.

Für die Mädchen und Buben der Pfadi Wildmannli war vor allem das Pflanzen der Wettertannen auf der Alp Gatter eine echte Herausforderung. Die dort bereits vorhandene, in die Jahre gekommene Wettertanne hatte ihr Wurzelwerk weit verbreitet und so kam nebst Schaufel und Spaten auch der Pickel zum Einsatz. Zudem lernten die Pfadfinder, wie gross und wie tief ein Loch für den Baum sein muss, wie dieser nach dem Pflanzen geschützt wird und das auch im Spätherbst, nach dem Einpflanzen, gegossen werden muss.

Die wohlverdiente Stärkung nach dem körperlichen Einsatz in freier Natur.

Die wohlverdiente Stärkung nach dem körperlichen Einsatz in freier Natur.

Bild: Adi Lippuner

Bereits bei der zweiten Station, der Alp unteres Schottenloch, ging die Arbeit leichter von der Hand. Der Untergrund war locker und für den Bergahorn brauchte es weniger grosse und tiefe Löcher. Die weiteren Bäume werden im Vorsommer 2021 auf den Alpen zwischen Mosnang und Wattwil in Zusammenarbeit mit der Pfadi Yberg gepflanzt, wie von Ueli Mauerhofer vom Kiwanis Club Wattwil-Toggenburg zu erfahren war.