Der Alpgottesdienst und die Älplerchilbi auf der Sellamatt boten geistige Nahrung und etwas fürs Gmüet

Trotz ein bisschen nassem Segen von oben wurde am Sonntag der Sellamatter Alpgottesdienst gefeiert. Die zahlreich erschienenen Gäste freuten sich über die besinnlichen Worte, den Jodel und über die Naturkulisse.

Adi Lippuner
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Vor der eindrücklichen Kulisse der Churfirsten beeindrucken das Alphorntrio Mühlrüti, der Fahnenschwinger Hanspeter Schmid und der Jodelclub Säntisgruess die zahlreichen Gottesdienstteilnehmer. (Bild: Adi Lippuner)

Vor der eindrücklichen Kulisse der Churfirsten beeindrucken das Alphorntrio Mühlrüti, der Fahnenschwinger Hanspeter Schmid und der Jodelclub Säntisgruess die zahlreichen Gottesdienstteilnehmer. (Bild: Adi Lippuner)

Wolken, dann wieder etwas Regen und zwischendurch Sonnenschein, der Sonntagvormittag auf der Sellamatt wurde zur Zitterpartie. Doch eine halbe Stunde vor Beginn des Alpgottesdienstes klappte der Draht zu Petrus und der Alpgottesdienst konnte – wie geplant unter freiem Himmel bei der Lukaskapelle – durchgeführt werden.

Pfarrer Josef Handschin, wie jedes Jahr angereist aus Bubendorf, wählte für den Anlass das Motto: «Zusammen sind wir stark» – in Anlehnung an die Aussage seines elfjährigen Sohnes, der dies vertrauensvoll zu seinem Vater sagte, als beide einen Ausflug aufs Meer genossen.

Pfarrer Josef Handschin stellte den Alpgottesdienst unter das Motto: «Gemeinsam sind wir stark». (Bild: Adi Lippuner)

Pfarrer Josef Handschin stellte den Alpgottesdienst unter das Motto: «Gemeinsam sind wir stark». (Bild: Adi Lippuner)

Die gemeinsame Stärke stellte auch der Jodelclub Säntisgruess unter der Leitung von Hans-Jakob Scherrer unter Beweis. Einerseits mit einem traditionellen Naturjodel, andererseits mit dem Psalm 121, «I luege ue i d’Berge», einer gefühlvoll-religiösen Komposition von Peter Roth, welche die Grösse, Barmherzigkeit und Liebe Gottes auf den Punkt bringt. Weitere musikalische Leckerbissen während des Alpgottesdienstes waren die Darbietungen des Alphorntrios Mühlrüti und die Klänge der Senntumsschellen.

Barmherziger Gott schenkt ein Licht für alle

Eigentlich beginnt Pfarrer Josef Handschin den Alpgottesdienst jeweils mit einem sorgfältig ausgewählten Witz. Dieses Jahr stellte er seine Planung auf den Kopf, wie er vor Beginn mit einem Schmunzeln erklärte. Zuerst durften die Anwesenden hören, wie barmherzig Gott, ganz im Unterschied zu sozialen Einrichtungen, der Kirche oder der Medizin, ist. Er erklärte dies am Beispiel des blinden Bettlers, der erst bei Gott die Gnade und das Licht fand.

Sozusagen als Schlusspunkt durften die Anwesenden dann doch noch lachen, und zwar über die Geschichte eines Feriengastes, der einen Buben nach dem Weg fragte und im Gegenzug gefragt wurde: «Kannst du französisch»? Auf sein Ja, schickte ihn der Knabe einfach geradeaus und so landete der Mann mit seinem grossen Auto auf einem Waldweg. Bei der Rückfahrt beschwerte er sich, worauf der Bub nur meinte: «Unser Lehrer hat heute Morgen gesagt, mit Französisch kommt man überall durch.»

Fröhliches Beisammensein unter Sonnenschein

Während die Vormittagsstunde der geistlichen Nahrung diente, konnte während der Mittagszeit die kulinarische Seite des Berggasthauses Sellamatt mit den verschiedenen Verpflegungsmöglichkeiten genossen werden. Der Nachmittag gehörte dann der Älplerchilbi mit Auftritten verschiedener Formationen.

Die «Lutere-Buebe» aus Ennetbühl sorgten auf der Bühne für musikalische Unterhaltung. (Bild: Adi Lippuner)

Die «Lutere-Buebe» aus Ennetbühl sorgten auf der Bühne für musikalische Unterhaltung. (Bild: Adi Lippuner)

So waren die Wildspitz Jutzer vom Steinerberg angereist und begeisterten das Publikum genauso wie das Stubechörli Carina Felix, die Trachtengruppe Nesslau-Neu St.Johann, Ebnat-Kappel und die Lutere-Buebe, Ennetbühl mit ihren Darbietungen.

Zufriedene Gesichter, fröhliche Gäste und musikalische Darbietungen, auch von den Akteuren, die bereits beim Alpgottesdienst im Einsatz waren, prägten das nachmittägliche Geschehen. Und weil Petrus ein Einsehen hatte, konnte der Anlass letztendlich, nach der morgendlichen Zitterpartie, bei trockenem Wetter und teilweise sogar Sonnenschein genossen werden.