Deponie im Ritzentaa in Dietfurt wird nicht errichtet: Warum wird nicht gesagt

Auf die geplante Deponie im Ritzentaa in Dietfurt wird verzichtet. Über die Gründe haben die Projektparteien Stillschweigen vereinbart.

Sascha Erni
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Das Gebiet im Ritzentaa bleibt Wiesland. Der vorgesehene Betreiber, die Weber Bau Technik AG aus Wattwil, verzichtet auf das Deponieprojekt.

Das Gebiet im Ritzentaa bleibt Wiesland. Der vorgesehene Betreiber, die Weber Bau Technik AG aus Wattwil, verzichtet auf das Deponieprojekt.

Bild: Sascha Erni

Mit einem Fassungsvermögen von rund 400'000 Kubikmetern wäre die geplante Deponie im Ritzentaa über 15 Jahre zentral für das regionale Baugewerbe gewesen. Daraus wird nun nichts. Wie die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil Ende Januar mitteilte, wird die für Aushub-, Abraum- und Ausbruchmaterial geplante Deponie Ritzentaa auf dem Land von Paul Breitenmoser nicht realisiert.

Paul Breitenmoser hatte sich zurückgezogen, der vorgesehene Betreiber Weber Bau Technik AG aus Wattwil verzichtet nun auf das Deponieprojekt. Über die Hintergründe des Entscheids haben die Parteien Stillschweigen vereinbart, erklärt Geschäftsführer Ueli Weber auf Anfrage.

Unmittelbar vor der öffentlichen Auflage

«Der Bedarf für eine neue Deponie in unserer Region ist ausgewiesen», sagt Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil. Die Standortsuche sowie der Bau und der Betrieb solcher Deponien sei aus umwelt- und raumplanungsrechtlichen Gründen eine grosse Herausforderung.

Das Ritzentaa hätte sich dazu geeignet. Aus Sicht der Gemeinde seien sowohl das Planungs- als auch das Baugesuchsverfahren optimal verlaufen. «Wir standen unmittelbar vor der öffentlichen Auflage.»

Aber kurz zuvor zeigte Paul Breitenmoser als Grundeigentümer kein Interesse mehr, im Anschluss zog sich die Weber Bau Technik AG aus dem Deponieprojekt zurück. Die Weber AG hätte die Deponie zwar betrieben, offen gestanden wäre sie aber allen Unternehmen der Region. Auch nach dem Scheitern des aktuellen Deponieprojekts verbleibe der Standort Ritzentaa aber im Richtplan, erklärt Karl Brändle.

Kanton und Region in der Zwickmühle

Bereits 2014 legte der kantonale Richtplan einen Deponiestandort im Ritzentaa fest. Geplant war die Lagerung von ausschliesslich unverschmutztem Aushub-, Abraum- und Ausbruchmaterial.

Die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil informierte am 11. September 2018 die Bevölkerung detailliert über das Vorhaben. Die Weber AG erklärte damals, dass eine regionale Deponie für regionale Unternehmen aus ökologischen Gründen wichtig sei, denn ohne nähmen die Transportkilometer für den Aushub zu.

Der Entscheid der Projektverantwortlichen in Hinsicht der Deponie trifft auch den Kanton St.Gallen in einer schwierigen Zeit – denn dem Kanton gehen die Plätze aus, wo Bauunternehmen sauberen Aushub abladen können. Er ist aber gesetzlich verpflichtet, solche auch anzubieten. «Der Druck auf bestehende Deponien wird sicher zunehmen», befürchtete entsprechend Tensing Gammeter vom kantonalen Amt für Umwelt bereits letztes Jahr.

Wie es nun im Toggenburg weitergehen wird, ist offen. Die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil verfolgt laut Präsident Karl Brändle zurzeit keine weiteren Aktivitäten in dieser Hinsicht. Und für die Weber AG stünde aktuell kein konkretes, alternatives Deponieprojekt an, sagt Ueli Weber. «Am Suchen ist man aber natürlich immer.»

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