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Neues Betreuungsangebot für Kinder: Chinderhuus Haselmuus in Lichtensteig öffnet im August

Am 13. August öffnet das Chinderhuus Haselmuus an der Bürgistrasse 15. Die Realisierung ist eine Verkettung von glücklichen Umständen. Ausgelöst hat sie Sarah von Niederhäusern.
Cecilia Hess-Lombriser
Sarah von Niederhäusern mit den Eseln Malaika und Taio. Kinder finden sofort Zugang zu ihnen. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Sarah von Niederhäusern mit den Eseln Malaika und Taio. Kinder finden sofort Zugang zu ihnen. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Malaika und Taio sind angekommen. Sie gehören von jetzt an fest zum Chinderhuus Haselmuus und sind Teil des naturpädagogischen Konzepts. Malaika ist eine achtjährige Eselin. Ihr Name ist afrikanisch und bedeutet Engel. Taio ist ihr zweijähriger Sohn. Sein Name bedeutet: geboren, um glücklich zu sein. Glücklich ist auch Sarah von Niederhäusern, die Betriebsleiterin des familienergänzenden Betreuungsangebotes; des ersten dieser Art in Lichtensteig. Die Geschichte dazu mutet wie ein Märchen an. Es ist eine Erzählung von Fügungen, Zugefallenem, Begeisterung, Vernetzung, Kommunikation, Grosszügigkeit und viel Idealismus.

Von der Idee bis zur Umsetzung

Sarah von Niederhäusern und ihr Partner sind bei der Suche nach einem neuen Zuhause per Zufall auf das Haus am Waldrand gestossen. Die Kleinkindererzieherin, die unter anderem bei den Waldkindern in St.Gallen gearbeitet hatte und die Weiterbildung im Bereich Naturpädagogik absolviert, beschäftigte sich zu jenem Zeitpunkt mit dem Plan, das Studium zur Sozialpädagogin in Angriff zu nehmen. Als sie in diesem Haus stand und zu den Bäumen des angrenzenden Waldes blickte, erkannte sie, dass dies der ideale Ort für eine Kindertagesstätte wäre, und änderte ihre Pläne.

Einen Schritt ergab den nächsten. Viktor Speerli, der Vermieter, fand die Idee «eine super Sache» und ermöglichte den nötigen Umbau. Im Februar wurde der Trägerverein gegründet, deren Präsidentin Sonja Morger ist. «Ich bin froh, dass ich ein Team im Rücken habe, das mitträgt und mitentscheidet und Kontrollfunktionen übernimmt», sagt Sarah von Niederhäusern, die seit sieben Monaten mit den Vorbereitungen beschäftigt ist – ohne Lohn. Sie hat die Website gestaltet, suchte und sucht Sponsoren und macht für interessierte Eltern Führungen. Den Abschluss als Krippenleiterin macht sie berufsbegleitend.

Der Wald als Lern- und Spielumgebung

«Kindergarten und Schule sind in der Nähe, der Wald gehört der Ortsgemeinde und wir dürfen ihn benützen und auch ein Waldsofa bauen. Die angrenzende Weide und der darauf stehende Stall, der nur einmal pro Jahr während zweier Wochen für Ziegen benützt wird, konnten wir dazumieten», schwärmt Sarah von Niederhäusern.

Alles hat gepasst, damit sie ihren Traum einer Kinderbetreuung, die alle Sinne miteinbezieht, verwirklichen kann. Jahreszeiten und die Natur intensiv erleben, Tierspuren nachgehen, Höhlen entdecken, mit dem Wald arbeiten, Kälte, Nässe, Wärme und verschiedene Materialien erfahren, das gehört zu ihrem Konzept. «Der Wald ist perfekt für die Förderung. Er regt die Fantasie an, fördert die Gruppendynamik und die Sprachkompetenz. Die Kinder dürfen laut sein, springen, im Matsch hüpfen und nebenbei kann Sachwissen vermittelt werden», macht die Betriebsleiterin bewusst. Sie redet vom «Zauberwald» und vom «Hexenhäuschen mit Matschküche im Garten». Geschichten und Werken gehören mit zur Anregung der Fantasie.

Zivilschutzleistende gestalten die Umgebung des Chinderhuuses.

Zivilschutzleistende gestalten die Umgebung des Chinderhuuses.

Damit die Umgebung für die Ziele des Chinderhuus Haselmuus optimal genutzt werden kann, ermöglichte die Gemeinde Lichtensteig den Einsatz des Zivilschutzes. Beim Besuch des «Toggenburger Tagblatts» kam zufällig Pascal Stöckli vorbei, seit 1. Januar Kommandant der Regionalen Zivilschutzorganisation RZSO Toggenburg. Er erklärte, dass nebst den Aufgaben für den Bevölkerungsschutz auch Einsätze zugunsten der Gemeinden möglich sind. So arbeiteten fünf bis acht Männer an sieben Tagen an einem Zaun, bauten Stufen zur Eselweide hinauf, richtete für diese einen Sandplatz ein, stellten Spielgeräte auf, überdeckten eine Betonröhre zum Durchkriechen mit Erde und pflanzten Weiden für ein Weidenhaus.

Gemeinde subventioniert Betreuungsplätze

Das Chinderhuus Haselmuus hat Platz für 15 Kinder, verteilt auf Säuglinge, Kleinkinder und Primarschulkinder bis Ende vierter Klasse. Nebst Sarah von Niederhäusern werden eine Gruppenleiterin und eine weitere Erzieherin die Kinder betreuen sowie eine Lernende und eine Praktikantin. Für besondere Situationen sind Aushilfen zur Stelle. «Wir haben bereits Anmeldungen und es tröpfeln nach und nach weitere herein», sagt die Leiterin.

Mehr als ein Tropfen sind die grosszügigen Unterstützungen in Form von Baumaterialien oder Gelder für die Einrichtung. «Wir sind nach wie vor auf finanzielle Unterstützung angewiesen», verrät von Niederhäusern. Von Elternseiten seien die Reaktionen positiv, ebenso von den Verantwortlichen des Familienzentrums in Lichtensteig. Die Gemeinde Lichtensteig subventioniert die Betreuungsplätze einheimischer Familien, abgestuft nach Einkommen.

Mehr Informationen auf www.chinderhus-haselmuus.ch

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