Das Toggenburg hat seine siebte Energiestadt

Die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil erhielt am Samstag die Urkunde für das Label «Energiestadt». Doch jetzt geht die Arbeit erst so richtig los.

Christoph Heer
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Bei der Labelübergabe (von links): Rudolf Baumann, Botschafter Energiestadt; Silvia Schweizer, Präsidentin Energiekommission; Karl Brändle, Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil sowie Marcel Sturzenegger, Amt für Wasser und Energie Kanton St.Gallen. (Bild: Christoph Heer)

Bei der Labelübergabe (von links): Rudolf Baumann, Botschafter Energiestadt; Silvia Schweizer, Präsidentin Energiekommission; Karl Brändle, Gemeindepräsident Bütschwil-Ganterschwil sowie Marcel Sturzenegger, Amt für Wasser und Energie Kanton St.Gallen. (Bild: Christoph Heer)

Der Anlass vom Samstag im Dietfurter Gewerbepark hätte definitiv mehr Besucher und Gratulanten verdient. Wenn sich eine Kommission, eine Gemeinde, weitere Gremien und das Volk dafür einsetzen, sich energietechnisch weiterzubilden und Massnahmen zu ergreifen, damit auch nachkommende Generationen von einer gesunden Schweiz und drei gesunden Dörfern wie Bütschwil, Ganterschwil und Dietfurt profitieren können, müsste eigentlich die ganze Bevölkerung aus der Gemeinde mit dabei sein. Ein nicht zu erreichender Wunsch in diesem Fall, denn die Teilnehmerzahl an der Labelübergabe im Gewerbepark war limitiert.

Führungen und umfassende Informationen

Die Gewerbetreibenden aus der Gemeinde präsentierten sich von ihrer besten Seite und informierten aus erster Hand über ihr Schaffen. Ebenso fanden Führungen zum Wasserkraftwerk und zur Fotovoltaikanlage statt. Diejenigen, welche am Samstag vor Ort waren, kamen in den Genuss von kostenlosen Getränken sowie kurzweiligen und einzigartigen Informationen rund um das Thema Energie. Der Trägerverein «Energiestadt» hat im Juni Bütschwil-Ganterschwil mit dem Label Energiestadt ausgezeichnet, die Urkundenübergabe erfolgte nun am Samstag.

An der Übergabefeier konnte man sich über die Energiewende informieren und tatkräftig mitmachen. (Bild: Christoph Heer)

An der Übergabefeier konnte man sich über die Energiewende informieren und tatkräftig mitmachen. (Bild: Christoph Heer)

Bütschwil-Ganterschwil ist nach Ebnat-Kappel, Nesslau, Wildhaus-Alt. St. Johann, Kirchberg, Lichtensteig und Wattwil die siebte Gemeinde im Tal, welche sich ab sofort «Energiestadt» nennen darf. Diese Auszeichnung steht für eine konsequente und ergebnisorientierte Energiepolitik. Bis jedoch das Label überreicht werden kann, durchlaufen die Gemeinden einen Prozess, der sie zu einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs- und Umweltpolitik führt.

Ausdruck und Element der Zusammenarbeit

Die Freude war gross bei den Verantwortlichen und den Mitinvolvierten. Silvia Schweizer, Gemeinderätin und Präsidentin der Energiekommission, liess am Mikrofon den Werdegang von der Idee bis zu dieser Preisverleihung kurz Revue passieren. «Jetzt haben wir ein wichtiges Ziel erreicht. Das bedeutet aber nicht, dass wir am Ende angekommen sind, ganz im Gegenteil. Wir müssen unsere Energiebuchhaltung verbessern und den eingeschlagenen Weg, mit dem Ziel der Energiewende und der Beibehaltung unserer Vorbildfunktion, kontinuierlich weitergehen.»

Marcel Sturzenegger vom Amt für Wasser und Energie Kanton St. Gallen, betonte gleichzeitig, dass dieses Label ein Ausdruck und ein wichtiges Element einer Zusammenarbeit Aller ist. «Bütschwil-Ganterschwil hat bewiesen, was alles möglich ist, wenn alle an einem Strick ziehen.»

Die Urkunde überreichte Rudolf Baumann während des kurzen Festakts an Gemeindepräsident Karl Brändle und Behördenmitglied Silvia Schweizer. Die Freude war beidseitig sichtbar. So betonte Rudolf Baumann, Botschafter von «Energiestadt», dass es für ihn nicht nur ein Vergnügen bereite, sondern auch als Ehre empfunden werde, im Dietfurter Gewerbepark anwesend sein zu dürfen. «Wir zählen national mittlerweile 435 Energiestädte. Sie alle, auch die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil, sind nun fit für die Zeit nach der Verschwendung. Sie alle haben aus Fehlern gelernt und gehen nun in eine energietechnisch positive Zukunft.»

Zu den Gratulanten zählte nebst weiteren Personen auch Thomas Grob, Präsident des Vereins Energietal Toggenburg.