Degersheim: Behindertengesetz baut Bahnhof neu

Der Degersheimer Bahnhof wird aufgrund der Behindertengesetzgebung bis 2023 komplett umgestaltet.

Michael Hug
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Der Mittelperron des Bahnhofs wird aufgehoben, der Güterschuppen abgebrochen. (Bild: Michael Hug)

Der Mittelperron des Bahnhofs wird aufgehoben, der Güterschuppen abgebrochen. (Bild: Michael Hug)

Das Flade-Blatt vom 31. Oktober überraschte mit einer Studie zum Bahnhofsquartier. Die Studie enthalt eine Vision über das Gebiet vom Viadukt bis zur Kähbrücke. Am Freitagabend wurde sie der Öffentlichkeit vorgestellt. Grund für die Studie war der «Masterplan Innenverdichtung» der Gemeinde und das Behindertengesetz. Dazu sagte Thomas Albrecht, Leiter Immobilien bei der Südostbahn: «Dieses Gesetz verlangt den barrierefreien Zugang zu den Bahnhofsanlagen, also auch zu den Perrons.» Nun sei der zwar mit der Rampe zur Unterführung gegeben, so Albrecht weiter, «aber die Rampe ist ein paar Prozent zu steil».

Gesamtbetrachtung des Gemeinderats

Gemeindepräsidentin Monika Scherrer: «Für uns war klar: Wenn die SOB am Bahnhof etwas macht, dann müssen wir das Bahnhofsgebiet einer Gesamtbetrachtung unterziehen. Darum haben wir drei Büros mit einer Studie beauftragt und diese liegen nun vor.» Von den drei Studien soll eine, die des Büros Raumfindung Architekten in Rapperswil, weiterverfolgt werden. Scherrer betonte, dass es sich um eine Studie handle, eine Vision, nichts was auf diesen Plänen und Modellen sichtbar sei, sei in Stein gehauen.

Tatsache sei lediglich, dass das Gebiet neu eingezont werden müsse und innerhalb derer aber keine Stringenz bestehe bezüglich des Resultats. «Das Bahnhofsgebiet wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verändern, das ist klar», so Scherrer. Die Studie enthalte drei Etappen – drei Quartiere – wovon die direkte Umgebung des Bahnhofsgebäudes die erste Etappe darstelle.

Der alte Bahnhof bleibt erhalten

Gemäss der Siegerstudie der Rapperswiler Architekten wird am Bahnhof nichts bleiben, wie es ist. Dies aufgrund des «Rattenschwanzes», den der Neubau der Rampen auslöst. SOB-Albrecht bestätigt dies: «Wenn die Rampen neu gebaut werden, werden die Perronanlagen neu gebaut, die Gleise neu verlegt, wird das alte Bahnhofsgebäude von Anbauten befreit, der Güterschuppen abgebrochen, der Busbahnhof neu gebaut und die 54 Parkplätze aufgehoben.» Ausserdem werde die Treppe am Viadukt abgebrochen, weil neu die Perrons links und rechts der Gleise zu liegen kommen.

Die Parkplätze werden um einen Drittel reduziert und an die Stelle des Buswendeplatzes verlegt, der neue, gedeckte Buswarteplatz kommt an die Stelle des Güterschuppens zu liegen. Der jetzige Veloständer werde zu einem Infrastrukturgebäude mit Toiletten. Zudem ist in den Plänen und am Modell ersichtlich, dass die Bahnhofstrasse verlegt wird, was Platz für Wohnbauten auf der Nordseite freimachen würde (Etappen zwei und drei). Albrecht verspricht: «Das schutzwürdige Bahnhofsgebäude aber bleibt!»

Runderneuerung bis 2023 geplant

Die Gemeindepräsidentin weist auf die Chancen hin: «Das Bahnhofgebiet ist Entwicklungsgebiet, es weist angesichts seiner zentralen Lage und der bestehenden Nutzungsreserven gute Voraussetzungen für eine Verdichtung auf.» Heisst: Im Gebiet zwischen Dorfzentrum und Bahntrasse liegt noch Potenzial für Wohn- und Gewerbenutzung. Wann die ersten baulichen Massnahmen umgesetzt werden, sei derzeit noch nicht bekannt, da es sich erst um eine Studie handle, so Scherrer: «In einem nächsten Schritt sollen anhand der Studie Planungsinstrumente ausgearbeitet werden.» Die SOB ist aber aufgrund der Übergangsfrist des Behindertengesetzes (2023) bereits in der Projektphase, Thomas Albrecht: «Wir wollen die Rundumerneuerung des Bahnhofs Degersheim im Sommer 2023 durchführen.»

Hinweis

Die Studie kann online auf www.degersheim.ch heruntergeladen werden. Die Pläne sind zudem vom 11. bis 22. November jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr und von 14 bis 17 Uhr im CODE (Coworking Degersheim im Lista Office Bürogebäude) an der Alfred-Lienhard-Strasse ausgestellt.