Das Weidepalais für «Rigolo» steht in Lichtensteig

Im September führt Tanztheater «Rigolo» auf der Floozwiese «Sospiri» auf. Der Pavillon dafür steht bereits.

Sascha Erni
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Bild: Sascha Erni (Lichtensteig, 5. Juli 2020)

«Ich brauche jetzt sechs Leute auf dem Gerüst», ruft Mädir Eugster dem Bauteam des Rigolo-Tanztheaters zu.

Die Sonne brennt an diesem Samstag auf die Floozwiese in Lichtensteig, aber immer wieder sorgen vorbeiziehende Wolken für etwas Abkühlung. Schweisstreibend ist die Arbeit der Männer und Frauen dennoch. Für die Lichtensteiger Aufführungen des Tanztheaters Sospiri errichten sie einen grossen Pavillon, gebaut aus gebündelten Weideruten.

42 Jahre hat die Konstruktion auf dem Buckel, nun soll sie das erste Mal in eineinhalb Jahrzehnten wieder zum Einsatz kommen. Die Männer balancieren vier Meter über dem Boden und reichen sich die Kunststoff-Plane weiter. Nach wenigen Minuten steigt Applaus in den Lichtensteiger Himmel – die erste Plane passt tatsächlich.

Probe- und Spielort in einem

Weshalb aber stellt «Rigolo» den Pavillon schon jetzt auf? Die ausverkaufte Premiere von «Sospiri» wird erst am 4. September über die Bühne gehen. Zuerst einmal brauche es Zeit, das Palais vollständig zu errichten, erklärt Produktionsleiterin Nuria Astorga-Eugster.

Mehr als 15 Jahre stand es im Lager, viele der Streben müssen die Zirkusleute mit frischen Weidenruten ausbessern. «Meine Schwester Marula hat Sospiri entwickelt, wir wollten damit dieses Jahr auf Tournee gehen», erzählt Nuria Astorga-Eugster. «Und dann kam Corona.»

Da viele Aufführungen nun in den Herbst verschoben werden mussten, wäre es eng fürs Rigolo geworden – es muss ja vor den Aufführungen auch intensiv geprobt werden. «Also dachte ich mir: Dann kommen wir halt mit der eigenen Bühne», sagt die Produktionsleiterin.

«Sospiri». Lichtensteig 4. bis 13. September, Wil 23. und 24. Oktober, Buchs 3. bis 6. Dezember. Tickets und weitere Informationen: www.rigolo.ch