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Damals: Das Wasser kam – es war überall

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Das Thurtal zwischen Unterwasser und Starkenbach glich vor 20 Jahren für Stunden einer Seenlandschaft. (Bild: PD)

Das Thurtal zwischen Unterwasser und Starkenbach glich vor 20 Jahren für Stunden einer Seenlandschaft. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

24. Mai: Wattwil. Die Totenfeier zu ehren der beim Hochsteigbrande verunglückten Anstaltsmutter, Frau Anderegg-Messmer und des Zöglings Emil Näf, gestaltete sich zu einer tiefergreifenden Trauerkundgebung. Das verstärkte Kirchenchorquartett und die Orgel haben beim Trauergottesdienst in hervorragender Weise mitgewirkt. Die Firma Niederer u. Co. hat zur Weiterführung des Anstaltsbetriebes vorübergehend ihr Haus im Bundt zur Verfügung gestellt. So wird es Vater Anderegg möglich, seine Zöglingsschar wieder um sich zu sammeln und das Erziehungswerk fortzusetzen. Die tatkräftige Unterstützung von allen Seiten wird ihn dabei mit Freude erfüllen.

Vor 50 Jahren

23. Mai: Wattwil. Mit der Postkutsche von Uznach nach Wattwil. Fast Tränen vor Rührung hatte Frau Fischbacher-Güntensperger, als sie die alte Postkutsche auf dem Platz vor dem Jakobshof im Maienglanz funkeln sah. Sie und ordentlich viel Zuschauer bestaunten die Kutsche. Die heutige Jugend empfand vor allem Freude an den vier Pferden, die dem Gefährt vorgespannt waren; ihr scheinen die mächtigen Tiere, die so zur Seltenheit geworden sind, offenbar besser zu gefallen als die chromglänzenden Benzinrösser.

Die Postkutsche gehört der Gemeinde Uznach. Die gelbe Postkutsche tauchte zu Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem Ricken auf. Auf der damals neuerstellten Bergstrasse war ein lebhafter Passantenverkehr zu bewältigen. In acht täglichen Kursen beförderte die PTT Ende des 19. Jahrhunderts an die 20 000 Passagiere über den Ricken. Mit dem Bau des Rickentunnels (1910) wurde der Postkutschenverkehr abgebaut. 1923 nahm die PTT den Postautobetrieb auf.

23. Mai: Wattwil. Für Kunden, die auch am Pfingstsamstag in Ruhe einkaufen möchten, wird der Migros-Markt Wattwil schon um 6 Uhr geöffnet.

Vor 20 Jahren

25. Mai: Wildhaus. Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes hat im Einvernehmen mit der Stiftungskommission beschlossen, das Zwinglizentrum an die Naturfreunde Schweiz zu verkaufen. Die Naturfreunde seien bereit, das Zentrum für kirchliche Angebote und wie bisher – für Feriengäste, Schulen, Kurse und Seminarveranstalter offenzuhalten. Die neue Trägerschaft sein an guten Beziehungen zu den lokalen Behörden, Kirchgemeinden und Tourismus-Organisationen interessiert. «Damit bleibt das weit über die Grenzen des Toggenburgs hinaus bekannte Zwinglizentrum ein lebendiger Ort der Erinnerung an den Reformator Huldrych Zwingli», schreibt der Rat weiter.

25. Mai: Obertoggenburg. Zwischen Wildhaus und Neu St.Johann hielt das Hochwasser die Bevölkerung in Atem. Mit Hilfe einer Sandsack-Abfüllanlage des Militärs wurden in Alt St.Johann rund 2500 Sandsäcke bereitgestellt und an neuralgischen Punkten plaziert. Es konnte aber nicht verhindert werden, dass zahlreiche Garagen und Keller doch noch mit Wasser überschwemmt wurden. Selbst der Alt St.Johanner Hotelier Walter Schlumpf sen. kann sich nicht erinnern, dass die Thur seit 1957 wieder so «daher» kam.

28. Mai: Alttoggenburg. Zwar ist die Nachfrage nach Tageseltern auch im ländlichen Bezirk Alttoggenburg leicht steigend. Aber häufig kommt es doch nicht zu einem Vertrag. Im Bezirk Alttoggenburg stünden immer 10 bis 15 Tagesmütter zur Verfügung. Das Angebot ist also – im Gegensatz etwa zur Stadt Wil grösser als die Nachfrage. Das sei oft frustrierend für die Vermittlerinnen. Aber auch positiv, dass die Nachbarschaftshilfe auf dem Land nämlich immer noch funktioniert.

Vor 10 Jahren

23. Mai: Lichtensteig. Auf Initiative des Verkehrs- und Kulturvereins Lichtensteig finden im August/September die ersten «Krimitage Lichtensteig» statt. Ein Freilichttheater, Lesungen, inszenierte Städtliführungen, ein Krimiwettbewerb, Freilichtkino und vieles mehr stehen auf dem Programm und werden das Städtli während fast einem Monat auf Trab halten.

26. Mai: Chrüzegg. Die Familie Manser und ihre Gäste hatten allen Grund zum Jubilieren. Seit 75 Jahren ist Verlass darauf, dass man in der Bergwirtschaft hoch oberhalb von Wattwil auf Gastfreundschaft trifft. Robert Manser und Ernst Valotti präsentierten stolz eine glänzende, intakte Limonaden-Abfüllanlage. Damit wurde eine alte Chrüzegg-Idee neu belebt. Bereits 1920 existierte ein «Limonadenhüttli» mit einem Zweiflaschen-Handautomaten. Im Jahre 1950 kaufte Johann Manser eine Sechsflaschen-Abfüllanlage mit Jahrgang 1921.

Diese Abfüllanlage war bis anno 1984 in Betrieb. Letztes Jahr erbaute Maria und Roberts Sohn Beat als Lehrabschlussarbeit das «Limonadenhüttli» neu. Vater Robert setzte sich zum Ziel, die Anlage wieder instand zu stellen und stiess dabei auf den 68jährigen Ernst Valotti, welcher ein umfassendes Wissen als Mechaniker besitzt. Weit über 200 Arbeitsstunden stecken in der Anlage. Wie die Chrüzegg-Limonade schmeckt, weiss man noch nicht. Zuerst muss das Quellwasser geprüft werden.

28. Mai: Lichtensteig. Mit der Umsetzung der Justizreform wird das Gericht in Wil aufgehoben. Das ehemalige Bezirksgericht Alttoggenburg zügelt seine Akten ins Bezirksgebäude in Lichtensteig. Die Gemeinden zwischen Wildhaus und Kirchberg sowie die Gemeinden Hemberg und Neckertal gehören nun alle zum selben Gerichtskreis. Am Kreisgericht Toggenburg sind mit Gerichtspräsident Kurt Hürlimann, Edi Schnellmann und Andreas Hagmann auf Mosnang drei Berufsrichter und zwölf nebenamtliche Richter/-innen tätig.

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