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Das Türmlihaus an der Lichtensteiger Hauptgasse erhält eine Fassadenrenovation

Die Ortsbürger von Lichtensteig genehmigten fast einstimmig den Kredit für die Renovation der Fassaden des Bezirksgebäudes. Dieses zählt zu den auffallendsten Gebäuden im Städtli. Die Renovation muss wegen des Strassenverkehrs in zwei Etappen erfolgen.
Martin Knoepfel
Das Bezirksgebäude an der Hauptgasse in Lichtensteig gehört seit 1979 der Ortsgemeinde. (Bild: Martin Knoepfel)

Das Bezirksgebäude an der Hauptgasse in Lichtensteig gehört seit 1979 der Ortsgemeinde. (Bild: Martin Knoepfel)

Unter dem Traktandum 4 bewilligten die Lichtensteiger Ortsbürger
400'000 Franken für die Renovation der Fassade des Bezirksgebäudes. Es war das wichtigste Geschäft der Versammlung.

Das Bezirksgebäude oder Türmlihaus gehört seit 1979 der Ortsgemeinde. Damals wurde die Fassade renoviert. Jetzt sei wieder eine Sanierung nötig, hiess es im Gutachten. Das Gebäude sei integral geschützt, und die Fassade müsse mit authentischen Materialien und Farben renoviert werden.

Aufträge wenn möglich an Toggenburger Firmen vergeben

Spalt in einer hölzernen Säule. (Bild: Martin Knoepfel)

Spalt in einer hölzernen Säule. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Sanierung soll von Mai bis Oktober in zwei Etappen erfolgen, vor den Sommerferien an der Löwen- und der Obstgasse und nach den Jazztagen an der Hauptgasse. Heute Dienstag sollen die Aufträge vergeben werden, möglichst an Firmen von Ortsbürgern und an Toggenburger Firmen.

Als Erstes wird die ganze Fassade gewaschen. Am teuersten sind die Malerarbeiten mit fast einer Viertelmillion Franken. Ein Ortsbürger wunderte sich denn auch über den Betrag. Ganz schlecht ist laut Aussage von Ortsbürgerpräsident Peter Hüberli der Zustand der Erkerfenster.

Die schadhaften Fenstersimse sollen mit Bleach eingefasst werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Die schadhaften Fenstersimse sollen mit Bleach eingefasst werden. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Fenstersimse sind ebenfalls schadhaft und werden mit Blech eingefasst. Die Fenster im dritten Stock erhalten neu Läden, damit es in den Räumen im Sommer nicht mehr so heiss wird. Heute sind im Gebäude in den Obergeschossen das Kreisgericht und im Parterre ein Ladengeschäft eingemietet.

Schwarze Zahlen in der Laufenden Rechnung 2018

Die Laufende Rechnung 2018 schliesst mit schwarzen Zahlen ab. Der Gewinn beträgt 112'165 Franken, was laut Peter Hüberli vor allem dem Forstbetrieb zu verdanken ist. Dieser akquirierte letztes Jahr für mehr als 300'000 Franken Aufträge Dritter, was die Ortsbürger mit spontanem Beifall quittierten.

Positiv fiel auch ins Gewicht, dass alle Liegenschaften vermietet sind, was so nicht budgetiert war. 105'000 Franken des Gewinns werden für die Fassadenrenovation am Bezirksgebäude zurückgestellt. Der Rest äufnet das Eigenkapital.

Ortsgemeinde muss auf neues Rechnungsmodell umstellen

2019 budgetiert die Ortsgemeinde in der Erfolgsrechnung einen Verlust von 49'100 Franken. Da die Ortsgemeinde nach Anordnung des Kantons aufs Rechnungsmodell St. Galler Gemeinden (RMSG) umstellen muss, ändert sich der Kontenplan. Die Rechnungen 2018 und 2019 sind deshalb nicht vergleichbar.

Mit dem Budget genehmigten die Ortsbürger 27'000 respektive 26'000 Franken für die Renovation der Westfassade des Restaurants Köbelisberg und für neue Fenster im südlichen Hausteil des Wohnhauses Burg. Damit nahmen sie die höheren Finanzkompetenzen des Ortsbürgerrats quasi vorweg.

Ferner wies der Ortsbürgerpräsident darauf hin, dass voraussichtlich 2020 für rund 300'000 Franken ein Lift am «Oberhof» angebaut werden soll. Entsprechende Wünsche hatte ein Arzt geäussert, der im Gebäude seine Praxis führt.

Der Ortsbürgerrat darf künftig mehr Geld ausgeben

Sodann legte der Ortsbürgerrat der Versammlung eine Totalrevision der Gemeindeordnung vor. Der Ortsbürgerrat will einerseits seine Finanzkompetenz von 20'000 auf 50'000 Franken bei einmaligen Ausgaben erhöhen.

Man müsse dann an der Ortsbürgerversammlung weniger Gutachten behandeln und habe mehr Zeit, aus den Ressorts zu berichten, sagte Peter Hüberli. Ein Antrag, der die Finanzkompetenz auf 30 000 Franken anheben wollte, unterlag mit drei Ja-Stimmen.

Bei Grundstückgeschäften steigt die Finanzkompetenz des Ortsbürgerrats von 50'000 Franken auf eine Viertelmillion, was unbestritten war. Die Gemeindeordnung passierte einstimmig.

Der Ortsbürgerrat will die Aufgaben der Ortsgemeinde allgemeiner formulieren

Andererseits will der Ortsbürgerrat die Ausdrücke ans RMSG anpassen und die Aufgaben der Körperschaft allgemeiner fassen. Zum Beispiel hat der Kanton der Ortsgemeinde verboten, sich an den Kosten des Musikunterrichts von Ortsbürgern zu beteiligen.

Im Hinblick aufs 125-Jahr-Jubiläum des Toggenburger Museums soll eine Gruppe überlegen, was man mit dem Museum tun kann. Der Fächer reiche von der Schliessung bis zur Weiterführung, sagte Peter Hüberli.

Caroline Schäpper ersetzt Rolf Geiger im Ortsbürgerrat

Auch eine Ersatzwahl in den Ortsbürgerrat war nötig. Rolf Geiger, für die Liegenschaften zuständig, trat nach zehn Jahren zurück.

Rolf Geiger habe sich um WC-Umbauten ebenso gekümmert wie um Nebenkostenabrechnungen oder Versicherungen. Zudem habe er sich immer um ein gutes Verhältnis zu den Mietern bemüht, sagte Peter Hüberli. Als Geschenk gab es unter anderem Wein und eine Tasse mit einem Dackel.

Neu in den Ortsbürgerrat kommt Caroline Schäpper. Sie lebt seit über 40 Jahren in Lichtensteig, ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie arbeitet in einem Teilzeitpensum bei der Clientis Bank Thur in Ebnat-Kappel. Seit 2015 ist sie Ortsbürgerin.

Lichtensteig sei ihr Lebensmittelpunkt. Caroline Schäpper habe sich schon im Turnverein, im Frauenkreis und in der Bibliothek engagiert, heisst es im Gutachten des Ortsbürgerrats zur Versammlung.

Neuer Betriebsleiter für den Forstbetrieb der Ortsgemeinde

Ferner würdigte Ortsbürgerrat Tobias Sonderer Roman Brazerol, der den Forstbetrieb leitete und diesen nun verlässt. Der Betriebsleiter sei verantwortlich für 550 Hektaren Wald, die nachhaltig und zukunftsgerichtet bewirtschaftet würden.

Roman Brazerol habe viele Aufträge von Privatwaldbesitzern hereingeholt, sagte Tobias Sonderer. Neuer Betriebsleiter wird ab Herbst René Ziegler.

Ein Viertel der Ortsbürger kam an die Versammlung

Die Anträge des Ortsbürgerrats passierten überwältigender Mehrheit. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Anträge des Ortsbürgerrats passierten überwältigender Mehrheit. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Ortsbürgerversammlung fand am Freitagabend im Saal der evangelischen Kirche statt. 75 der 300 stimmberechtigten Ortsbürger kamen. Bei den meisten Abstimmungen und bei der Wahl gab es keine Gegenstimmen und nur wenige Enthaltungen. Blumen erhielt auch Christelle Wick, die Kuratorin des Toggenburger Museums, die «brutal viel» (Peter Hüberli) für das Haus arbeite.

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