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Das Toggenburg wird bald zur irischen Tanzbühne

Die beiden Tänzerinnen Amelie Brune und Katy Pegg leiten in knapp zwei Wochen zum zweiten Mal den Workshop Irish Dance am Irish Openair in Ennetbühl. Irish Dance ist anspruchsvoller, als man denkt.
Emilie Jörgensen
Katy Pegg und Amelie Brune (rechts) stehen vor der Scheune, in der sie früher viel geübt haben. (Bild: Emilie Jörgensen)

Katy Pegg und Amelie Brune (rechts) stehen vor der Scheune, in der sie früher viel geübt haben. (Bild: Emilie Jörgensen)

«Auch wenn ich im Bett liege, bewegen sich meine Füsse andauernd und mein Kopf ist schon bei der nächsten und übernächsten Choreografie, die ich machen will», sagt die Engländerin Katy Pegg. Das Tanzen ist für sie und ihre Freundin Amelie Brune eine Leidenschaft, von der sie sich nur schwer trennen könnten. «Was mir das Tanzen bedeutet, ist schwer in Worte zu fassen. Es ist einfach ein Teil von mir geworden», ergänzt Amelie Brune.

Dass man auch als Nicht-Irin beim Irish Dance Erfolg haben kann, beweisen die beiden Freundinnen schon seit mehreren Jahren. Katy Pegg ist amtierende Europameisterin im Irish Dance und konnte sich während der vergangenen sechs Jahre für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Seit ihrem dritten Lebensjahr tanzt Katy Pegg. Angefangen hat ihre Leidenschaft mit Stepptanz, Jazz und Ballett. Die Rhythmen beim Stepptanzen gefielen ihr besonders gut, weswegen sie auch auf das Irish Dance aufmerksam wurde.

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte hat auch die Deutsche Amelie Brune. Sie ist in Irish Dance und klassischem Ballett ausgebildet. Mit einer fünfmaligen Qualifikation für die Weltmeisterschaft gehört sie zu den top zehn Tänzern an Wettbewerben in Kontinentaleuropa und gewann Wettbewerbe in München und Mailand. Auch an internationalen Meisterschaften konnte sie Medaillen erwerben.

Der Erfolg verlangt viel Training und Disziplin

«Irish Dance ist anspruchsvoller, als man denkt», erklärt Amelie Brune. Die Regel dabei sei, die Arme und den gesamten Oberkörper kaum zu bewegen. Dafür sollen die Füsse und Beine umso mehr durch die Lüfte fliegen und dem Takt der Musik folgen. «Wenn der Tanz für den Zuschauer einfach aussieht, haben wir unser Ziel erreicht», sagt Amelie Brune. Für den Irish Dance muss man sehr fit sein, sagen Pegg und Brune. «Eine Choreografie dauert ungefähr zwei bis drei Minuten. Weil man sich aber so viel bewegt, fühlt es sich wie ein Sprint an», sagt Katy Pegg.

Der Irish Dance ist eine der schwierigsten Tanzarten. Es sei eine sehr akkurate Form des Tanzens, welche bis ins kleinste Detail geht. Wer mit den «Heavy Shoes» tanzt, muss genau darauf achten, dass dessen Töne im Takt der Musik sind, da diese zusammen mit dem Boden einen Klang erzeugen. Gutes Timing ist hier gefragt, denn an Wettbewerben wird Livemusik gespielt. Früher trug man beim Irish Dance traditionell ein knielanges Kleid mit langen Ärmeln, das am Hals hochgeschlossen war. Bei den Wettbewerben heute tragen die beiden Tänzerinnen ausgefallene Kleider mit vielen Stickereien und Swarovski-Steinchen. «Das alles ist natürlich kein Muss, aber es gehört doch irgendwie dazu. Man will natürlich auch aus der Menge herausstechen, denn an den Wettbewerben treten aufgrund der vielen Teilnehmenden mehrere Leute gleichzeitig auf. Da darf man nicht untergehen», sagt Katy Pegg.

Zwischen Ökonomie und Physik wird getanzt

Das Hobby zum Beruf machen, können beide leider nicht. Insgesamt unterrichten die Tänzerinnen rund 50 Kinder und Erwachsene. Der Hauptsitz der Tanzschule ist in Basel, unterrichtet wird jedoch auch in Zürich. In der Schweiz ist die Nachfrage nicht gross genug, um jeden Tag zu unterrichten, begründen sie. Ausserdem ist für sie ein zweites Standbein auch sehr wichtig. Amelie Brune wuchs in Deutschland, genauer gesagt in der Nähe von Hannover, auf. Sie kam in die Schweiz, um an der Universität Zürich Volkswirtschaft zu studieren. Zurzeit macht sie ein Praktikum bei der Schweizerischen Nationalbank. Auch Katy Pegg beschäftigt sich beruflich mit etwas anderem. Neben dem Tanzen unterrichtet sie Physik an einem Gymnasium in Zürich. Ein Fach, welches sie ihren Schülern mit Herzblut beibringt. «Wie man die Welt beschreiben und das Universum auf dem kleinsten Niveau verstehen kann, das fasziniert mich so an der Physik», sagt sie.

Das Highlight im Kalender ist das Open Air

Die beiden Tänzerinnen durften schon letztes Jahr den erfolgreichen Workshop leiten. Und was erwartet die Workshopbesucher am Irish Openair in Ennetbühl? «Wir bringen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Grundschritte des Irish Dance und eine kleine Gruppenchoreografie bei», sagt Katy Pegg. Letztes Jahr wurde der Workshop von rund 30 bis 40 Teilnehmern besucht. Dieses Jahr freuen sie sich auf noch mehr Teilnehmern. «Das Open Air mitten in den Bergen, mit ganz vielen Irland-begeisterten Leuten, das ist wirklich ein Highlight in unserem Kalender. Ein besseres Publikum kann man sich gar nicht wünschen», ergänzt Amelie Brune.

Zwei Tage im Zeichen Irlands

Das Irish Openair Toggenburg findet dieses Jahr zum zehnten Mal statt. Die Veranstalter versprechen am Freitag, 7. September, und Samstag, 8. September, «ein Feuerwerk irischer Lebensfreude». Der erste Programmpunkt ist am Freitag um 16 Uhr Tulsk im Paddy’s Old Irish Pub. Auf der Hauptbühne startet das Programm um 18 Uhr mit The First Leiblach Valley Pipes and Drums. Bis Mitternacht folgen das Saint City Orchestra, Bunoscionn und Keltikon. Nach Mitternacht gibt es abseits der Hauptbühne noch zwei Stunden lang mehr Musik zu hören. Am Samstag wird das Publikum bereits ab 8 Uhr musikalisch unterhalten, auf der Hauptbühne startet das Programm um 13.30 Uhr und dauert bis 1 Uhr morgens, wenn The Kilkennys den Konzertreigen auf der Bühne abschliessen. Um 20.45 Uhr wird die Bühne eine Stunde lang für den Jubiläumsakt genutzt. Ebenfalls am Samstag treten unter anderem Pigeons on the gate sowie Sharon Shannon und Mundy auf. Die letzten Töne auf dem Gelände erklingen um 3 Uhr morgens im Baltimore Irish Village und im Paddy’s Old Irish Pub. Am Sonntag steht das Gelände bis 12 Uhr offen, damit die Open-Air-Gänger ausschlafen können. (rus)

Hinweis

Anmeldungen für den Workshop und alle Infos zum Irish Openair Toggenburg unter www.irish-openair.ch

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