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Das Toggenburg ist ein Orgel-Land

Vor dreissig Jahren wurde die Grass-Späth-Orgel in der Klosterkirche umfassend restauriert. Das war auch der Beginn der Konzerte des Neu St. Johanner Konzertzyklus. Das doppelte Jubiläum wurde am Sonntag mit einem feierlichen Orgelkonzert begangen.
Peter Küpfer
Stand nach dreissig Jahren seit ihrer Restauration im Zentrum des Jubiläumskonzertes: die Grosse Orgel von Neu St. Johann. (Bild: Peter Küpfer)

Stand nach dreissig Jahren seit ihrer Restauration im Zentrum des Jubiläumskonzertes: die Grosse Orgel von Neu St. Johann. (Bild: Peter Küpfer)

Der einzige Unterschied zum Orgelkonzert vor dreissig Jahren war, dass diesmal nicht mehr Hansjürg Gutgsell, Begründer der Neu St. Johanner Konzerte und verdienter langjähriger Hauptorganist, an der Orgel sass, sondern dessen Nachfolger Michael Risch. Sonst folgte das Jubiläumskonzert vom Sonntagnachmittag Titel für Titel dem Ablauf, wie Gutgsell ihn vor 30 Jahren programmiert und selbst ausgeführt hatte. Darauf wies Markus Meier bei der Begrüssung hin.
Der Lehrer für Orgelbau und aktive Konzertmusiker betreut seit einigen Jahren, zusammen mit Lautenist Stefan Hug, die heutigen Neu St.Johanner Konzerte. Im Vorfeld des Jubiläumskonzerts führte Meier in einem lebendigen Referat in die Baugeschichte der magistralen Neu St.Johanner Grossen Orgel ein.

Spannend wie ein Krimi

Wenn man die prunkvolle Frontansicht der Orgel bewundert, ahnt man nicht, wie viel sich in ihrem verborgenen Innern an ausgeklügelter Technik und Know-how verbirgt. Dem Kenner geben Reste früherer Mechaniken und alte Bauprotokolle wertvolle Hinweise, wie Meier an aussagekräftigen Details erläuterte. Eines steht fest: Für Orgelbauer Johann Michael Grass, der im ausgehenden 18. Jahrhundert in der Ostschweiz und im Vorarlberg mehr als 30 grosse Orgeln erbaut hat, war die Neu St. Johanner Grosse Orgel sein «opus maximum». Gleichzeitig auch eine beachtliche berufliche Herausforderung.

Der Neu St. Johanner Hauptorganist Michael Risch beim Jubiläumskonzert mit Registrantin Maria Zäch. (Bild: Peter Küpfer)

Der Neu St. Johanner Hauptorganist Michael Risch beim Jubiläumskonzert mit Registrantin Maria Zäch. (Bild: Peter Küpfer)

Gutgsells Nachfolger an der Grossen Grass-Orgel, Hauptorganist Michael Risch, zog im Jubiläumskonzert buchstäblich alle Register. Das Programm reichte mit Kompositionen aus der Entstehungszeit der Orgel bis zur Gegenwart. Es begann mit der lieblichen «Toccata secunda» von Johann Speth und setzte sich mit zwei Récits aus der Feder von Nicolas de Grigny (1672 bis 1703) und dem «Präludium und Fuge ex B-Dur» von Johann Caspar Simon (1701 bis 1776) fort. Während Leopold Mozarts «Fünf Stücke für eine Uhr» das Spielerisch-Elegante des Instruments ausloteten, zeigten Bachs «Präludium und Fuge G-Dur (BWV 541)» sowie Max Regers «Intermezzo» aus seinem Opus 80 (um 1902) dessen ganze kolossale Wucht. Das war auch der Fall beim monumentalen «Signum» von Augustinus Franz Kropfreiter (geb. 1936), bei dem alle 29 Register der grossen Orgel zum Einsatz kamen.

Beweis durch meisterhaftes Konzert erbracht

Umso lieblicher empfand man dann den Schluss, eine glaubensinnige und manchmal fast tänzerisch daherkommende Improvisation zum alten liturgischen Ostergesang «Christ ist erstanden», welche das anspruchsvolle Konzert wie Balsam für die Zuhörenden ausklingen liess. Wenn der Beweis nötig gewesen wäre, so wurde er durch dieses meisterhafte Konzert bestätigt: «Wir haben so wunderbare Orgeln hier im Toggenburg», sagte Michael Risch im Gespräch nach dem Konzert. Die Grosse Orgel in Neu St. Johann gehört zweifelsfrei dazu. Und die, die sie entsprechend spielen.

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