Das Sinfonieorchester St.Gallen zu Gast in Lütisburg: Ein Geist, eine Zeitmaschine und viel klassische Musik

Das Sinfonieorchester St.Gallen spielte gestern auf Einladung des ehemaligen Schulpräsidenten Josef Rütsche in der Turnhalle Lütisburg.

Peter Küpfer
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Der Zauber wirkt – das jugendliche Publikum folgt dem Geschehen und den Klängen fasziniert.

Der Zauber wirkt – das jugendliche Publikum folgt dem Geschehen und den Klängen fasziniert.

Bild: Peter Küpfer

Zu einem speziellen Anlass hatte der ehemalige Lütisburger Schulpräsident Josef Rütsche die Schulkinder eingeladen. Als sein persönliches Abschiedsgeschenk konnten sie das für Familien und Schulen entwickelte Konzert des Sinfonieorchesters St.Gallen mit dem Titel «Edvard und die Zeitmaschine» miterleben.

Auch zwei Klassen aus Bütschwil sowie Schülerinnen und Schüler aus dem Kinder-Dörfli sorgten dafür, dass in der Turnhalle die Stühle bis auf den letzten Platz besetzt waren.

Mit einem gehörigen Schuss Humor

Zum Konzert reisten an die 30 Musikerinnen und Musiker an und formierten ein eindrückliches, voll klingendes Streicherorchester, das sogleich seine Qualitäten unter Beweis stellte. Unter der Leitung von Stéphane Fromageot spielten sie eine abwechslungsreiche musikalische Zeitreise mit viel instruktiven und unter die Haut gehenden Proben klassischer Musik. Mit ihrem Engagement, der abwechslungsreichen Inszenierung und einem gehörigen Schuss Humor kamen sie beim jugendlichen Publikum voll an, aus dem einige wohl erstmals live mit klassischer Musik in Berührung kamen.

Das Programm war stark vom norwegischen Komponisten Edvard Grieg geprägt. Er erschien nach ein paar Takten Beschwörung höchst persönlich und lebendig aus einem theaterwirksamen Nebel heraus. Der etwas klapprige Greis entpuppte sich zur Freude des Publikums dann als vitales Vollblutgenie, das mit Genuss Musik zelebrierte, vor allem seine eigene, die sich natürlich auch hören liess. Ein auch für junge Ohren vollendeter Ohrenschmaus.

Hopser und Verrenkungen im Publikum

Anspruchsvoll war die Absicht, die romantische von der klassizistischen Musik unterscheiden zu lehren. Dazu brauchte es Zeitsprünge, motorisch realisiert vom Publikum selbst. Die jugendlichen Zuhörerinnen und Zuhörer übernahmen begeistert die dazu nötigen tänzerischen Hopser und Verrenkungen, sodass im Saal jeder wusste: Musik klingt nicht nur bei verschiedenen Komponisten verschieden, sondern auch je nach der Zeit, aus der sie stammt.

Zum Erfolg des Programms trug Schauspieler Christian Hettkamp, Ensemble-Mitglied am Theater St.Gallen, viel bei. Er verkörperte den alten Grieg komödiantisch, in seiner Hingabe an die Musik ergreifend. Sprecher Karl Schimke vermischte mit Humor geschickt Wissenswertes zum Orchester und zur Musik. Die Schule Lütisburg bedankte sich bei Josef Rütsche mit einem Blumenstrauss. Und Dirigent Fromageot lud die Gäste ein, auch sonst einmal ein Konzert der St.Galler Sinfoniker zu besuchen.