Das «Rathaus für Kultur» in Lichtensteig wird mitsamt Treppenhaus zu einem einzigen Klangraum.

Am Freitag endet im Rathaus für Kultur die Ausstellung «Rivapiana – the Motel».

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Das Libretto besteht aus vier gleich aufgebauten Texten. Das Publikum kann sie auch nachlesen.

Das Libretto besteht aus vier gleich aufgebauten Texten. Das Publikum kann sie auch nachlesen.

Bild: PD

Die Finissage ist gleichzeitig der Rahmen für die Aufführung von Ulrich Gassers Komposition «Schaulager» für vier Sprech- und Gesangstimmen. Das Konzert beginnt um 17 Uhr mit einer Einführung von Eva Tobler. Ulrich Gasser macht es seinen Interpreten nicht einfach; deshalb hat er sein Quartett mit Spezialisten für zeitgenössische Musik besetzt: Catriona Bühler (Sopran), Ulrike Andersen (Alt), Daniel Bentz (Tenor) und Niklaus Kost (Bass).

Teils synchron, teils zeitversetzt

Die Sängerinnen und Sänger verteilen sich auf vier Räume im Rathaus, aus denen sie im Kanon, im Chor oder in Duetten mit- oder gegeneinander sprechen und singen. Das Gebäude mit dem Treppenhaus wird so zu einem einzigen Klangraum werden, erklärt Judit Villiger vom Steckborner «Haus zur Glocke», das mit «Rivapiana» in Lichtensteig zu Gast ist.

«Das Libretto besteht aus vier gleich aufgebauten Texten, die teils synchron, teils zeitversetzt gesprochen oder gesungen werden», erklärt die Kulturvermittlerin. Zur visuellen Integration des Werks in die laufende Ausstellung wurden an den vier Standorten der Interpreten Textbahnen an die Wand gehängt. Auf ihnen kann das Publikum nachlesen, was zu hören sein wird: Es reicht von banalen Aufzählungen, Sprichwörtern, Liedern bis zu wissenschaftlichen Texten oder Bibelzitaten und verkörpert so die Idee des Sammelns und Lagerns. «Daher der Titel Schaulager», so Villiger.

Ein Werk von Ulrich Gasser

Die Komposition «Schaulager» ist ein Auftragswerk, das der 1950 in Frauenfeld geborene Ulrich Gasser für das «Haus zur Glocke» geschrieben hat und in Lichtensteig zum zweiten Mal aufgeführt wird.

Ulrich Gasser engagierte sich viele Jahre lang in der Pro Musica Zürich und für das Künstlerhaus Boswil. Das Forum andere Musik Kreuzlingen leitete er als erster Präsident von 1992 bis 1998 und präsidierte zeitweise den Schweizerischen Tonkünstlerverein. Seit 2009 widmet sich Gasser als freischaffender Künstler ganz seinem kompositorischen Schaffen. Gasser lebt in Kreuzlingen und im französischen La Chapelle sous Brancion. (pd)