Das neue Jodelmusical ist unkompliziert, aber hochstehend

Das Jodelmusical «Uf immer und ewig» startete die Tournee in Wattwil und begeisterte das Publikum.

Urs Nobel
Hören
Drucken
Teilen
Bedrückende Stimmung im Ensemble, als feststand, dass die «Harmonie» allenfalls verkauft werden sollte.

Bedrückende Stimmung im Ensemble, als feststand, dass die «Harmonie» allenfalls verkauft werden sollte.

Bild: Urs Nobel

«Fantastisch, sowohl der Gesang als auch das Theatern» zeigte sich ein Besucher aus Flüeli vom dort ansässigen Jodelclub begeistert. «Ich war schon beim ersten Jodelmusical dabei. Dieses wird die damalige Weltpremiere nochmals übertreffen.» Bei dieser Aussage handelte es sich um eine Zwischenbilanz in der Pause und die abschliessende Beurteilung fiel im selben Rahmen aus.

«Es hat sich gelohnt, die zwei Stunden hierher nach Wattwil zu fahren und nachher wieder zurück.»

Dabei hatte der Besucher aus der Innerschweiz nicht einmal den weitesten Weg, nimmt man die Autokennzeichen auf dem Parkplatz vor dem Thurpark in Wattwil zum Massstab. ZH, AG, BE, BS, ja sogar aus Freiburg sind die Besucher gekommen, welche der Premiere der zweiten Auflage eines Jodelmusicals beiwohnen wollten.

Nebst natürlich all jenen Interessierten aus der Region, inklusive Toni Brunner mit seiner Partnerin Esther Friedli, die, bevor sie auf ihren Platz sitzen konnten, einen wahren Begrüssungsmarathon überstehen mussten.

Szenenablauf für jede Gesangseinlage

21-mal wurde im Verlauf des zweieinhalb Stunden dauernden Theatermusicals Szenenapplaus gespendet. So viele Gesangeinlagen beinhaltete das Theater nämlich. Dargeboten wurden sie solo, im Duett und im Quartett sowie vom Ensemble gemeinsam.

Der Jodelclub Wattwil wurde ins Programm integriert und kam zu zwei Auftritten

Der Jodelclub Wattwil wurde ins Programm integriert und kam zu zwei Auftritten

Bild: Urs Nobel

Danebst durfte auch der Jodelclub Wattwil zweimal auftreten und die Besucher mit einem Jodel erfreuen. Die Wattwiler Jodler werden indes nicht die gesamte Tournee mitmachen. Es ist angedacht, dass in jedem Auftrittsort ein einheimisches Chörli zu einem Auftritt kommt. So ganz nach dem Motto «aus der Region für die Region».

Jeder brillierte auf seine eigene Art

Die Handlung des Musicaltheaters fand im fiktiven Restaurant Harmonie statt. Geführt von einem Wirt, der nicht gerne kocht, ja überhaupt nicht gerne arbeitet. Und von einer Wirtin, die all ihren Gästen aus der Hand lesen will. Schnell stellt sich heraus, dass das Gasthaus so nicht rentieren kann. Der Schuldenberg häuft sich und ein Verkauf steht zur Debatte.

Bis dann ein guter und reicher Onkel auftritt, der mithelfen will, dass die «Harmonie» künftig wieder florieren soll. Beim guten Onkel handelte es sich um einen schwergewichtigen Gast, der selbstredend auch als Sänger auftritt. Fast hätte man dabei im Publikum meinen können, Ivan Rebroff persönlich stünde auf der Bühne. Der Solist traf die tiefen Töne absolut perfekt und wusste damit zu beeindrucken.

Ansonsten brillierten tonmässig aber die Frauen auf der Bühne. Jede auf ihre eigene Art, egal, ob es sich dabei um eine Haupt- oder Nebenrolle handelte. Sämtliche Lieder wurden von einem Orchester begleitet, das zwar das erste Mal in dieser Formation zusammenspielte, aber vielseitig einsetzbar war und die Akteure auf der Bühne hervorragend ergänzte.

Sichtbare Freude beim Ensemble nach einer geglückten Vorführung.

Sichtbare Freude beim Ensemble nach einer geglückten Vorführung.

Bild: Urs Nobel

Gute Chancen auf viele Zuschauer

Drei Aufführungen fanden zum Auftakt einer Tournee, die bis Mitte Mai dauert, in Wattwil statt. Mit Ausnahme des Nachmittagsprogramms waren alle Tickets verkauft, der Saal voll. Erwin «Buba» Bertschy, der Präsident Jodel Musical Freunde und selber Darsteller, zeigte sich erfreut darüber. Die Chancen, dass in diesem Jahr noch mehr Besucher als beim letzten Jodelmusical kommen, stünden gut. «Ein Jodelmusical ist ideal, Jodel auch Leuten, die noch nicht vom Virus befallen sind, näherzubringen.»

www.jodelmusical.ch