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Stiller Has: Das Kennenlernen einer Mundart-Band, die alle kennen

Es gibt Bands, die eigentlich alle kennen. Wenn man ein gewisses Alter hinter sich gelassen hat.
Flurina Lüchinger
Endo Anaconda am Mikrofon mit seinem Pianisten Roman Wyss. (Bild: Flurina Lüchinger)

Endo Anaconda am Mikrofon mit seinem Pianisten Roman Wyss. (Bild: Flurina Lüchinger)

Alles begann mit einer Frage und einer scheuen Rückfrage. Ich wurde von Ruben Schönenberger, dem Redaktionsleiter dieser Zeitung, gefragt, ob ich einen Bericht über das Konzert von Stiller Has im Chössi-Theater machen würde.

Da dachte ich, Konzert klingt gut, aber wer ist Stiller Has? Ich wusste, dass ich den Namen schon einmal irgendwo gelesen hatte, konnte aber partout keine Verbindung herstellen. So folgte die Rückfrage. Scheu schritt ich zum Arbeitsplatz von meinem Chef und sagte: «Ja, mach ich gerne, aber wer ist Stiller Has?» Er musste lachen und nahm mein Unwissen als Beweis dafür, dass ich wirklich noch sehr jung sei. Nach kurzer Erklärung was auf mich zukommen würde, sagte ich endgültig zu und dachte, dass ich mich einfach überraschen lasse.

Eine doppelte Premiere

Am Samstag war es dann soweit. Ein gleichaltriger Freund begleitete mich. Es war nämlich nicht nur das erste mal «Stiller Has», sondern auch das erste Mal, im Chössi-Theater. Ich hatte schon einiges über die Location vernommen, aber konnte mir bis da noch keinen eigenen Eindruck verschaffen.

Der Fussweg bis zum Chössi war kurz – ich bin mit dem Zug gekommen, da ich aufgrund meines zarten Alters noch nicht Auto fahren kann – und schon auf dieser kurzen Strecke bekam ich einen ersten Eindruck von Endo Anaconda. Er stand am Fenster und zog genüsslich an seiner Zigarette. Ich flüsterte meinem Freund zu, dass dies der besagte Endo Anaconda sei und gemeinsam haben wir den Anblick für ein paar Sekunden genossen.

Auch Leute unter 50

Im Theater drin, folgte der unumgängliche Toilettengang vor dem Konzert. Da begegneten wir ihm ein zweites Mal. Ein kontrabass tiefes «Grüezi Mitenand» lässt mich aufblicken. Er ist mit Hemd und Jacket schick angezogen. Der Saal ist gut gefüllt und entgegen meiner Erwartung sind auch einige Leute unter 50 anzutreffen. Um 20.15 Uhr tritt der Pianist, Roman Wyss, auf die Bühne und beginnt zu spielen. An diesem Punkt ist anzumerken, dass ich im Sommer die Matura mit dem Schwerpunktfach Musik und dem Schwerpunktinstrument Klavier abgeschlossen habe. Eine gewisse musikalische Grundbildung ist also vorhanden.

Das Konzert war als Auftritt von «Stiller Has Duo» deklariert. Begleitet von Applaus betritt Endo Anaconda die Bühne und beginnt zu singen. Schon nach dem ersten Lied, es war ein ziemlich amüsantes Lied über Märchen, fielen einige sarkastischen Bemerkungen und Ansagen. Er berichtete zum Beispiel, dass er und der Pianist sich bei einem RAV-Seminar für kompetentes Scheitern kennengelernt haben.

Viel gelacht über das «Zwätschgefüdeli»

Zwei weitere heitere Lieder folgten und dann ging das Duo über zu melancholischeren Songs und die Stimmung wurde nachdenklicher. Das Publikum war zurückhaltend aber ab und zu waren einzelne Leute zu hören, die mitklatschten oder mitstampften. Zuerst dachte ich, wie schade es sei, dass ein so humorvoller Typ solche Schnulzen singt, von denen es sowieso schon zu viele gibt. Ich musste mir aber nach drei Liedern eingestehen, dass Herr Anaconda die ganze Sache anders angeht als die meisten Künstler, die solche Herzschmerz-Songs machen.

Während den zwei Stunden Programm mit den 15 Minuten Pause dazwischen, habe ich sehr viel gelacht. Am meisten als er einen 60-jährigen E-Bike-Fahrer mit dem Spitznamen «Zwätschgefüdeli» besang. Das Duo hat mich überzuegt. Über Jazz, Blues und Gospel zu Pop und Klassik war alles mal zu hören. Nun würde mich wirklich noch interessieren, wie sich Stiller Has als Band anhört.

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