Das Johanneum in Neu St.Johann schützt sich selber vor Corona

Damit der Betrieb weitergehen kann, stellt das Johanneum Plexiglastrennwände und Desinfektionsmittelspender her.

Adi Lippuner
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Kaum ersichtlich: Zwischen diesen zwei Personen steht eine Plexiglaswand. Jeanine Ruh, Stellvertretende Gruppenleiterin Industrie und ein betreuter Mitarbeitender sitzen sich gegenüber.

Kaum ersichtlich: Zwischen diesen zwei Personen steht eine Plexiglaswand. Jeanine Ruh, Stellvertretende Gruppenleiterin Industrie und ein betreuter Mitarbeitender sitzen sich gegenüber.

Bild: Adi Lippuner

Die Coronapandemie sowie die damit verbundenen Vorschriften und Einschränkungen machen auch vor dem Johanneum in Neu St.Johann nicht Halt.

Taskforce seit Ende Februar

Die Institutionsleitung des Johanneums hat am 26. Februar eine Corona-Taskforce eingesetzt. Diese setzt sich zusammen aus Franz E. Grandits (Taskforce-Leiter), Marcel Pedrett (Taskforce-Koordinator) und Alessia Wachter (Taskforce-Pflegedienstleiterin und Kontaktperson zum Heimarzt), den Abteilungsleitungen und dem Leiter Services.

Vom Vorstand wird sie durch den Vereinspräsidenten und einem weiteren Vorstandsmitglied (Arzt) unterstützt. Das Kernteam trifft sich täglich zur Lagebesprechung, um Massnahmen zeitnah einzuleiten und die Kommunikation sicherzustellen. Mitarbeitende können sich mit Fragen, Bedenken, Anregungen an den Taskforce-Koordinator wenden. Ansprechperson für Fragen zur Kranken- und Isolierstation sowie zu Hygiene und Gesundheit ist die Taskforce-Pflegedienstleiterin. (pd)

Auf Handschlag und Umarmungen werde nun schon seit einigen Wochen verzichtet. Zu Beginn sei auf Ellbogen- oder Fusskontakt ausgewichen worden, später habe man sich fürs Winken entschieden, sagt Roland Pedrett, Abteilungsleiter Arbeit Erwachsenenbereich. «Unsere betreuten Mitarbeitenden akzeptieren die Neuerungen sehr gut und setzten diese auch im täglichen Umgang miteinander um.»

Tische verschieben und Plexiglas montieren

Bei einem Besuch vor Ort war zu erfahren, dass in den Werkstätten der nötige Abstand durch das Verschieben von Tischen und möglichst viel Freiraum erreicht werde, wo nötig aber auch mit Plexiglasscheiben gearbeitet werde.

«Mit dem Einsatz der Plexiglasscheiben können wir unsere Mitarbeitenden schützen und sofern Interesse besteht, werden diese auch für den externen Bedarf hergestellt», erklärt Roland Pedrett. Sichtlich stolz ist er auf die filigrane Ausführung, denn die Scheibe wird von Füssen, die extra mit einem Laser bearbeitet werden, gehalten.

Rückgang der Aufträge

Obwohl die betreuten Mitarbeitenden, gegenwärtig sind es 122, die in Voll- oder Teilzeit eingesetzt werden, sich gut mit den Neuerungen abgefunden haben, seien immer wieder Gespräche nötig. Nicht ganz einfach sei die Situation für die 36 extern wohnenden betreuten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. «Die dürfen aktuell nicht in die Werkstätten kommen. Bei Notfällen versuchen wir, Lösungen zu finden», sagt Roland Pedrett.

Desinfektionsmittel sichtbar machen

Wegen der rückläufigen Auftragslage werde die aktuelle Situation für kleinere Nebenarbeiten wie das Schneiden von Weidenstauden, aber auch für Spaziergänge in kleinen Gruppen sowie zu einem zwanglosen Schwatz für zwischendurch genutzt. «Die in den letzten Wochen getroffenen Massnahmen bieten uns die gewünschte Sicherheit und so ist es bei uns wieder ruhiger geworden», sagt der Abteilungsleiter.

Regelmässiges Händewaschen, aber auch das Nutzen der Desinfektionsmittel gehören für die Angestellten im Johanneum und die betreuten Mitarbeitenden dazu. «Damit die Desinfektionsmittel nicht irgendwo an der Wand befestigt oder auf einem Tisch in einer Ecke aufgestellt werden, haben wir nach einer rasch umsetzbaren Lösung gesucht», ist von Roland Pedrett zu erfahren.

Für internen Gebrauch hergestellt

Roland Pedrett, Abteilungsleiter Arbeit Erwachsenenbereich, freut sich über die gut sichtbar platzierten Desinfektionsmittelspender.

Roland Pedrett, Abteilungsleiter Arbeit Erwachsenenbereich, freut sich über die gut sichtbar platzierten Desinfektionsmittelspender.

Bild: Adi Lippuner

Ein stabiler Ständer aus Holz, der gut sichtbar bei den Eingängen platziert werden kann, wurde nach wenigen Versuchen hergestellt. Nun stehen diese auf dem ganzen Areal bei den Eingängen und erinnern daran, dass Hände desinfizieren in diesen Wochen ganz einfach dazu gehört.

«Unser Problem zu Beginn war, dass wir unseren betreuten Mitarbeitenden erklären mussten, dass es nur eine Dosis braucht, um die Hände korrekt zu desinfizieren», sagt Abteilungsleiter Roland Pedrett mit einem Lachen. Der Ständer für die Desinfektionsmittel wurde für den internen Gebrauch hergestellt, kann aber auf Wunsch auch für andere produziert werden.