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Das grosse Fastenbrechen im Islamischen Kulturzentrum

Am vergangenen Samstagabend fand im Islamischen Kulturzentrum in Wattwil das jährliche Fest des Fastenbrechens statt. Eingeladen war jeder aus der Region, egal ob jung oder alt.
Emilie Jörgensen
Im Islamischen Kulturzentrum in Wattwil hat am Samstag das grosse Fastenbrechen stattgefunden. (Bild: Emilie Jörgensen)

Im Islamischen Kulturzentrum in Wattwil hat am Samstag das grosse Fastenbrechen stattgefunden. (Bild: Emilie Jörgensen)

Trotz starkem Regen war das Fastenbrechen am Samstagabend auf dem Platz vor der Moschee mit rund 200 Gästen gut besucht. Dieses Jahr wurde das Essen für die Stiftung von einer Privatperson übernommen. Mit dabei waren Frauen und Männer in allen Altersklassen sowie Kinder. Privat wird das Fastenbrechen täglich zusammen mit der Familie gefeiert. Das grosse Fest in Wattwil findet jedoch nur einmal im Jahr statt.

Der erste Bissen war eine Dattel

Am Samstagabend wurde das Gebet vom Imam Hamza Ates in der Moschee via Lautsprecher auf den Vorplatz des Islamischen Kulturzentrums übertragen. Die rund 200 Gäste hörten den Gebeten zu und brachen das Fasten um 21.25 Uhr mit dem ersten Bissen Nahrung, welches traditionellerweise mit einer Dattel gemacht wird. Anschliessend wurden eine würzige Suppe, Reis und Gemüse, Fleisch und Früchte serviert. Zum Abschluss gab es Tulumba, eine türkische, süsse Delikatesse.

Ein traditionelles Gericht zum Fest gibt es nicht, es wird jedoch empfohlen, leicht zu essen, um die Verdauung nicht zu überfordern. Gefastet wird von vier Uhr morgens bis um fünf vor halb zehn abends.

Um 22.25 Uhr, nach dem Essen, findet innerhalb der Moschee erneut ein Gebet statt. Zu beobachten ist, wie nahe die Gläubigen aneinander stehen, während sie beten. «Gebetet wird Schulter an Schulter, damit der Teufel nicht durchgehen kann», erklärt Tuncay Zagli, Leiter des Islamischen Kulturzentrum in Wattwil. Frauen und Männer sind dabei getrennt.

Fasten ist eine von fünf Säulen im Islam

Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islams, also zu den Hauptpflichten, die ein Muslim als Gottesdienst durchführt. Fasten darf jeder, der gesundheitlich dazu fähig ist. Schwangere Frauen, Ältere Menschen und Kinder machen bei der Tradition nicht mit.

Nach Vorschriften der Religion dürfen Kinder ab dem Alter von zwölf Jahren mitmachen, können aber schon in den Jahren vorher auf ein paar Mahlzeiten verzichten, um sich daran zu gewöhnen. Den ganzen Tag auf das Essen und Trinken verzichten scheint sogar bei einem warmen Sommertag für die meisten keine grosse Herausforderung zu sein.

«Das Fasten ist für uns Muslime eine Art Therapie für die Seele», erklärt Tuncay Zagli. Durch den Verzicht auf Nahrung und Wasser wird Vielen bewusst, dass es nicht für alle selbstverständlich ist, genug zu essen und trinken zu haben. Beim Ramadan handle es sich weniger darum, etwas zu verbieten. Vielmehr geht es um eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem Schöpfer. So sei ein grosser Nutzen des Monats Ramadan mehr Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen und darüber hinaus das Erlangen einer gewissen Selbstbeherrschung und Konzentration auf das Wesentliche.

«Man denkt an die Armen, die Schwachen und lernt zu schätzen, dass man gesund und glücklich ist», ergänzt Zagli. Der Muslim soll demnach im Ramadan noch mehr als sonst darauf achten, sich gänzlich von seinen Sünden frei zu halten, wie zum Beispiel das Rauchen. Streitereien und Beleidigungen sollten ebenfalls vermieden werden.

Ramadan

Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. Dieser hat nur 355 Tage, zehn Tage weniger als der Gregorianische Kalender. Deswegen wandert der Fastenmonat jedes Jahr zehn bis zwölf Tage vor. Dieses Jahr begann der Ramadan am Mittwoch, 16. Mai und endet am Donnerstag, 14. Juni. Fasten im Ramadan ist eine der fünf Säulen des Islam. Zusätzlich gehören das Glaubensbekenntnis, die Pilgerfahrt, das Gebet und die Almosen dazu. In der Zeit des Fastens ist die Aufnahme von Essen und Getränken zwischen der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang untersagt. (pd/emj)

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