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Das Eidgenössische Feldschiessen findet im Obertoggenburg Mitte August statt: Boykott sicherte diese Ausnahme

Am Wochenende vom 16. bis 18. August findet beim Schiessstand Berstel in Nesslau das Eidgenössische Feldschiessen für den Bezirk Obertoggenburg statt. Es ist das Einzige, das im Monat August stattfindet.
Sabine Camedda
Das Feldschiessen im Obertoggenburg wird von einem Feldstand geschossen, in diesem Jahr in Nesslau. (Bild: Sabine Camedda)

Das Feldschiessen im Obertoggenburg wird von einem Feldstand geschossen, in diesem Jahr in Nesslau. (Bild: Sabine Camedda)

Vom «grössten Schützenfest» wird an einem Wochenende Ende Mai gesprochen. Mit dem Gewehr oder der Pistole absolvieren sie ein vorgegebenes Programm. Wer am meisten Punkte erzielt, darf sich mit einem Lorbeerkranz schmücken und wird als Schützenkönig gefeiert.

Fast wäre man versucht, von der ganzen Schweiz zu sprechen. Aber ein Schiessbezirk, das Obertoggenburg, macht nicht mit. Dort findet das Feldschiessen jeweils Mitte August statt. Als das Feldschiessen zwei Jahre nach dem zweiten Weltkrieg Ende Mai festgelegt wurde, haben die Schützen im Obertoggenburg von den Bauern keinen Schiessplatz bekommen, denn das Gras stand hoch.

In die Festwirtschaft statt in den Schiessstand

Also legte man den Schiesstermin in den August. «1973 waren wir vom SSV aus gezwungen, das Feldschiessen im Mai zu machen», erinnert sich Walter Lusti, der während vielen Jahren als Obertoggenburger Bezirksschützenmeister amtete. In diesem Jahr hätten die Schützen in drei Ständen schiessen können. Es gab aber rund 200 Teilnehmer weniger.

Und just, als die Delegation des SSV im Schützenhaus im Ebnat-Kappler Hüsliberg auftauchte, stellten die Schützen das Feuer ein und verweilten in der Festwirtschaft, bis der Besuch wieder abreiste. «Dieser Boykott hat dazu geführt, dass wir das Datum im August behalten durften», erzählt Walter Lusti. Seither sei das Datum nie mehr diskutiert worden.

«Der SSV scheint diese Tradition akzeptiert zu haben. Wir werden jedenfalls regelmässig gelobt für die hohen Teilnehmerzahlen.»

Mehr Teilnehmer als gemeldete Schützen

Die Teilnehmerzahl war schon seit jeher hoch. Zwar ist nicht niedergeschrieben, wann das erste Feldschiessen im Bezirk Obertoggenburg durchgeführt wurde. Erste Aufzeichnungen gibt es aus dem Jahre 1884. Damals wurden 300 Schützen registriert, sie gehörten sieben Vereinen an. 1929 gab es mit 17 eine Höchstzahl an Vereinen, heute sind es aufgrund von Fusionen noch neun Schützenvereine für Gewehr und zwei für Pistole.

«Der absolute Rekord an Teilnehmern hatten wir 1993 in der Bitzi, Ebnat-Kappel mit 945 Gewehrschützen und 50 Pistolenschützen», erinnert sich Walter Lusti. Im vergangenen Jahr waren es immerhin noch 500 Teilnehmer mit dem Gewehr und 115 mit der Pistole.

Der Grund für diesen Rückgang liege im verkleinerten Armeebestand, sagt Walter Lusti. Früher waren die Männer bis 50 eingeteilt und mussten das «Obligatorische» schiessen. «Viele nahmen dann als Zugabe gleich auch am Feldschiessen teil», sagt Walter Lusti.

Noch heute scheint das für viele eine Tradition zu sein. Denn die Obertoggenburger Vereine zählen insgesamt 374 Gewehrschützen und 61 Pistolenschützen. Es kämen aber auch jeweils viele Heimweh-Obertoggenburger, für die das Feldschiessen in die Agenda gehöre.

Grosser Aufwand für organisierenden Verein

Das Feldschiessen im Obertoggenburg weist noch eine Besonderheit auf: Es wird nicht von einem fixen Schiessstand aus geschossen, sondern eigens ein Feldschiessstand aufgebaut. «Die Schützen liegen auf der Wiese, wir früher», erklärt Walter Lusti. Aber nicht wie früher, sondern den aktuellen Vorschriften entsprechend sind die Kugelfänge hinter den Scheiben.

Acht bewilligte Feldschiessplätze gäbe es im Obertoggenburg, aber nur sechs Vereine sind gewillt, den Grossanlass durchzuführen. Der Arbeitsaufwand ist nämlich beträchtlich. Nebst dem Stand mit 24 Scheiben wird ein Festzelt aufgebaut. «Wir können dafür, und auch wieder für den Abbau nach dem Schiessen, auf Helfer von anderen Vereinen zählen. Ohne diese ginge es nicht», sagt Walter Lusti, der für seinen Verein, die Schützengesellschaft Nesslau, in diesem Jahr das OK-Präsidium übernommen hat.

Der Schiessbetrieb, der Umzug und die Ehrungen fallen in die Verantwortung des Bezirksschützenverbandes. «Der Verein muss aber noch für Helfer im Schiessstand und für Personal in der Festwirtschaft sorgen», sagt Walter Lusti. Um die Zeiger – diejenigen, die auf den Scheiben die Resultate anzeigen – kümmert sich ein eigener Verband.

Umzug, Ehrungen und Tanz runden Programm ab

Nach dem Schiessbetrieb wird die Geselligkeit gross geschrieben. Es hat sich eingebürgert, dass am Freitag- und am Samstagabend im Festzelt Musik aufspielt. In diesem Jahr wird die Metzgerei Rust unter dem Motto «Food on Fire» ein Grillbuffet anbieten.

Food on Fire – Spezialitäten vom Grill

Die Metzgerei Rust bietet am Samstag, 17. August, im Festzelt des Feldschiessens im Berstel, Nesslau, ein grosses Grill- und Salatbuffet mit Vorspeisen und Desserts vom Grill an. Für einen Pauschalpreis kann à Discretion geschlemmt werden. Eingeladen sind nicht nur die Schützen und Teilnehmer des Schiessens, sondern alle Gourmets. Es wird empfohlen, einen Platz zu reservieren. (sas)

Das Programm am Sonntagmorgen startet mit dem Festumzug durchs Dorf Nesslau, anschliessend wird im Festzelt der Gottesdienst gefeiert. Der Nachmittag steht im Zeichen von Ehrungen. Umrahmt von Darbietungen der Musikgesellschaft Nesslau-Neu St.Johann werden die Veteranen ernannt und die Schützenkönige gekürt.

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