Das Eidgenössische dient als Sprungbrett

Landquart lädt dieses Wochenende zum 5. eidgenössischen Nachwuchs-
schwingertag ein. Wer es dort auf die Siegerlisten schafft, hat gute
Chancen, in Zukunft auch bei den Aktiven für Furore zu sorgen.

Beat Lanzendorfer
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Beim letzten eidgenössischen Nachwuchsschwingertag 2015 in Aarburg war mit Samuel Giger ein Vertreter des Nordostschweizer Schwingerverbandes siegreich. Domenic Schneider (links) belegte 2009 in seiner Kategorie (1994) Rang 4b. (Bild: Bilder: Beat Lanzendorfer)

Beim letzten eidgenössischen Nachwuchsschwingertag 2015 in Aarburg war mit Samuel Giger ein Vertreter des Nordostschweizer Schwingerverbandes siegreich. Domenic Schneider (links) belegte 2009 in seiner Kategorie (1994) Rang 4b. (Bild: Bilder: Beat Lanzendorfer)

Ein Blick auf die Siegerlisten der eidgenössischen Nachwuchsschwingertage bringt Erstaunliches zutage: Einige Schwinger, die schon in jungen Jahren den Ton angaben, sind heute bei den Aktiven feste Grössen.

Das beste Beispiel ist der Berner Kilian Wenger. Der Modellathlet mit Jahrgang 1990 gewann 2006 den ersten Nachwuchsschwingertag in Interlaken. Und dies, obwohl er beim Anschwingen gegen Erich Fankhauser eine Niederlage kassierte. Während dem Innerschweizer Fankhauser im Aktivalter der Durchbruch an die absolute Spitze verwehrt blieb – grösster Erfolg ist der diesjährige Sieg auf dem Brünig – startete Wenger durch. Vier Jahre nach seinem Triumph im Berner Oberland, setzte er sich 2010 in Frauenfeld bei den Aktiven die Krone des Schwingerkönigs auf. Auf seinem Weg in den Schlussgang, den er gegen Martin Grab gewann, bezwang er unter anderem den dreifachen Toggenburger Schwingerkönig Jörg Abderhalden.

Käser hat 40 Kränze in seinem Gabenschrank

Bei der 3. Austragung des eidgenössischen Nachwuchsschwingertages 2012 in Entlebuch LU taucht ein weiterer Name auf, der heute zu den festen Grössen in der Schwingerszene gehört. Er hat mittlerweile 40 Kränze in seinem Gabenschrank aufgehängt: Remo Käser. Der Sohn von Adrian Käser – der Vater siegte 1989 bei den Aktiven und kürte sich mit 18 Jahren zum jüngsten Schwingerkönig aller Zeiten – gewann vor sechs Jahren die Kategorie seines Jahrgangs (1996). In jenem Jahr zählte auch Armon Orlik (Jahrgang 1995) zu den Teilnehmern. Der heutige Überflieger und Schlussgangteilnehmer des letzten Eidgenössischen in Estavayer-Le-Lac zerriss damals aber keine Stricke und beendete das Fest auf Rang 6a.

Zweitbester Schwinger des Nordostschweizer Schwingerverbandes (NOS) des Jahrgangs 1995 war 2012 Beat Wickli (Rang 6c). Der Ennetbühler ist mit seinen 14 gewonnenen Kränzen bisher allerdings etwas hinter den Erwartungen geblieben. Beim letzten Nachwuchsschwingertag 2015 in Aarburg gingen bei den Jahrgängen 1998, 1999 und 2000 vor 3'670 Zuschauern 150 Nachwuchsschwinger an den Start. Bei den Ältesten gewann der Thurgauer Samuel Giger in überlegener Manier. Nebst einer 9.75 ist auf seinem Notenblatt fünfmal eine 10 zu finden. Der Zimmermann, der aktuell die Rekrutenschule absolviert, hat sich längst bei den Aktiven durchgesetzt und wird als kommender Schwingerkönig gehandelt. Der 20-jährige Eidgenosse holte bisher 31 Kränze, davon 13 Kranzfestsiege. Den letzten Beweis seines Leistungsvermögens lieferte er am letzten Sonntag auf der Schwägalp ab. Durch den Sieg im Schlussgang gegen Daniel Bösch gewann er das bedeutende Kranzfest vor über 15'000 Zuschauern nach dem Jahr 2016 schon zum zweiten Mal.

Eidgenössischer Nachwuchs trifft sich alle drei Jahre

Der eidgenössische Nachwuchsschwingertag kommt analog der Aktiven alle drei Jahre zur Austragung. Ermittelten die Grossen erstmals vor 123 Jahren ihren ersten Schwingerkönig, er hiess 1895 Alfred Niklaus und war ein Berner, findet das Eidgenössische der Jungschwinger seit 2006 statt. Wie populär der Schwingsport auch beim Nachwuchs ist, zeigen die Zuschauerzahlen. Dem Nachwuchsschwingertag wohnen jeweils mehrere tausend Zuschauer bei.