Das Asylzentrum Neckermühle wird zurzeit nicht genutzt – das soll vorerst so bleiben

Seit 2018 ist die Unterkunft in der Gemeinde Oberhelfenschwil stillgelegt. Trotz Coronaviren-Pandemie sieht das kantonale Migrationsamt keinen Bedarf, daran etwas zu ändern. Das Social Distancing sei auch so gewährleistet.

Martin Knoepfel
Drucken
Teilen
Die Unterkunft Neckermühle steht in Necker. Das Dorf gehört zur Gemeinde Oberhelfenschwil.

Die Unterkunft Neckermühle steht in Necker. Das Dorf gehört zur Gemeinde Oberhelfenschwil.

Bild: Urs Bucher

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) will wegen der Coronaviren-Pandemie die Asylbewerber in seinen Zentren stärker verteilen, um das Social Distancing (Abstandhalten) besser zu ermöglichen. Da stellt sich die Frage, ob im Kanton St.Gallen stillgelegte Unterkünfte für Asylbewerber wieder in Betrieb genommen werden sollen.

Neckermühle bleibt weiterhin Reserve

Eine solche Unterkunft befindet sich in Necker in der Gemeinde Oberhelfenschwil, die Neckermühle. Seit 2018 ist sie quasi eingemottet. Sie dient als strategische Reserve für den Fall, dass sie aus irgendwelchen Gründen wieder benötigt wird.

Das Gebäude gehört dem Kanton und könnte innert weniger Wochen wieder betriebsbereit gemacht werden. Wenn man eine Unterkunft für Asylbewerber an einem neuen Ort in Betrieb nehmen wolle, brauche das hingegen rund zwei Jahre. Das sagte Regierungsrat Fredy Fässler 2019 gegenüber dieser Zeitung.

Belegung liege bei 65 bis 70 Prozent

Gegenwärtig sind nach Auskunft von Jürg Eberle, Leiter des kantonalen Migrationsamts, die kantonalen Zentren mit Integrationscharakter zu zirka 70 Prozent ausgelastet. Derzeit würden den Kantonen vom SEM nur noch vereinzelte Asylsuchende zugewiesen.

Es ist vorläufig nicht vorgesehen, dass das ehemalige Zentrum Neckermühle wieder eröffnet wird

Im Ausreise- und Nothilfezentrum liege die Belegung derzeit bei 65 Prozent. St.Gallen habe in den kantonalen Zentren momentan genügend freie Betten und Zimmer, damit die Asylsuchenden innerhalb der Zentren besser aufgeteilt sind, etwa durch Verteilung auf bisher freistehende Zimmer.

Bundeszentren fast voll belegt

Die Bundeszentren sind laut Jürg Eberle dagegen praktisch zu 100 Prozent belegt. Der Bund habe die Zahl der Betten in seinen Zentren auf rund 2500 reduziert. Der Bund könne innerhalb der bestehenden Betriebe die Belegung nicht ausdünnen, sagte der Leiter des kantonalen Migrationsamtes.

Man habe die Asylbewerberinnen und Asylbewerber in den kantonalen Zentren ebenfalls aufgefordert, das Zentrumsgelände nicht zu verlassen. Zudem habe man weitere Massnahmen, etwa ein Besucherverbot, erlassen, sagte Jürg Eberle.