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«Strenger als erwartet»: Toggenburgerin fand dank Hilfe von Schulkollegen zum Traumberuf Bäckerin

Die 17-jährige Sandra W. fand ihre Lehrstelle als Konditorin-Confiseurin, nachdem ihre Klassenkameraden in der Oberstufe eine Website für sie erstellt hat. Das erste Lehrjahr ist für sie nun vorbei.
Corinne Bischof
Konditorin-Confiseurin Sandra W. hat ihre Traumlehrstelle in der «Backstube Widnau» gefunden. (Bild: Corinne Bischof)

Konditorin-Confiseurin Sandra W. hat ihre Traumlehrstelle in der «Backstube Widnau» gefunden. (Bild: Corinne Bischof)

Drehen wir die Zeit um ein Jahr zurück. Die 17-jährige Sandra W. aus Wildhaus schloss damals die Sekundarschule am Oberstufenzentrum Büelen in Nesslau ab. Lange Zeit war es aber ungewiss, wie die Zukunft von Sandra W. aussehen würde. Sie hatte ein Ziel, dass sie nicht aus den Augen verlieren wollte: Sandra W. wollte Konditorin-Confiseurin werden. Einfacher gesagt als getan. Es gibt nicht besonders viele Lehrstellen in der Schweiz, und im Toggenburg sind sie sowieso begrenzt.

Eine Webseite verhalf zur Traumlehrstelle

Zweimal bekam sie von unterschiedlichen Betrieben eine provisorische Zusage, zweimal wurde sie vertröstet. Dies liessen ihre Klassenkameraden aber nicht einfach so auf sich sitzen. Kurzerhand beschlossen sie, gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Roland Bruderer eine Website für Sandra zu erstellen. Sandra W.s Mitschüler Philipp, der nun in der Lehre als Informatiker ist, nahm die Sache sofort in die Hand.

Auf Sandra W.s Website präsentierte sie sich selbst, ihre Geschichte und ihre beruflichen Ziele. Darauf folgte eine kleine Fotogalerie, in der eine Auswahl von Sandra W.s selbst kreierten Kuchen und Torten zu sehen war. Ein Zeitungsartikel («Toggenburger Tagblatt» vom 31. Mai 2017) trug schliesslich dazu bei, dass das Thema auch über die Region Toggenburg hinaus Bekanntheit erlangte. Daraufhin erhielt Sandra W. von den mehreren Betrieben Schnupperanfragen.

Wenige Tage vor Ende des Schuljahres konnte sie dann einen Lehrvertrag bei der Konditorei-Confiserie Huber in Widnau unterzeichnen. Geschäftsführer Hans Huber hatte damals den Zeitungsartikel über Sandra W. gelesen und sich daraufhin bei ihr gemeldet.

Beim Schnuppern hatte er dann schnell gemerkt, dass die Schülerin motiviert war. «Ich kam schnuppern und am gleichen Tag sagte der Chef zu mir, dass ich nur noch unterzeichnen müsse», erzählt Sandra W., als sie an ihren ersten Schnuppertag zurückdenkt.

Der Tag beginnt um fünf Uhr in der Früh

Nach einem Jahr im Lehrbetrieb der «Backstube Widnau» zieht Sandra W. eine durchaus positive Bilanz. «Ich habe mich sehr gut eingelebt», erzählt sie. «Es herrscht allgemein eine gute Stimmung in der Backstube und ich verstehe mich mit den anderen Angestellten gut.» Neben Sandra W. als Lehrling arbeiten drei weitere Konditor-Confiseure in der Backstube, plus drei Aushilfen. «Im Vergleich ist die Konditorei-Confiserie Huber ein eher kleines Geschäft. Das Angebot ist aber umso grösser», meint Sandra W. Im letzten Jahr hat sie gelernt, dass hinter allem viel mehr Arbeit steckt als man als Aussenstehender sieht.

Täglich steht sie um fünf Uhr morgens in der Backstube, am Wochenende manchmal schon um vier Uhr oder sogar um zwei Uhr in der Nacht. «Dafür habe ich am Nachmittag frei. Dann kann ich in die Badi gehen oder einfach daheim rumliegen», erzählt Sandra W.

Konditor-Confiseure sind eigentlich Handwerker

Auch jetzt wohnt sie noch immer in Wildhaus. Da der Arbeitsweg bis nach Widnau jedoch kein Katzensprung ist, steht ihr ein Zimmer in Widnau zur Verfügung. «Je nachdem, wie streng der Arbeitstag war, gehe ich nach Hause oder einfach in mein Zimmer.» Einmal in der Woche fährt sie nach St. Gallen, wo sie eine private Konditorschule besucht. Auch hier zeigt sich, wie selten die Lehrstellenplätze für diesen Beruf sind. «Meine Mitschüler kommen von überall her. Aus Liechtenstein, Glarus oder wie ich aus Wildhaus», erzählt Sandra W.

Ihr gefällt der Beruf aber noch immer so gut wie zuvor. «Es gibt eigentlich nichts, was ich nicht gerne mache.» Der Beruf als Konditor-Confiseur sei aber anstrengender als erwartet. «Es ist eigentlich ein handwerklicher Beruf», meint Sandra W. nach kurzem Nachdenken. «Man steht den ganzen Tag, werklet an kleinen oder grösseren Esswaren herum und muss gleichzeitig auch noch kreativ sein. Und das schon am frühen Morgen.»

Sandra W. ist online ausverkauft

Sandra W. ist froh, dass sie schlussendlich doch noch eine Lehrstelle als Konditor-Confiseur gefunden hat. «Nächstes Mal würde ich definitiv früher mit der Stellensuche anfangen. Und auch weitläufiger suchen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, eine Lehrstelle in Widnau zu suchen.»

Website sei Dank, ist sie dann aber trotzdem in der Konditorei-Confiserie Huber gelandet. Und was ist aus der Website geworden? «Die Website gibt es noch. Aber Philipp hat einen dicken roten Balken hingebastelt, auf dem ‹ausverkauft› steht», erzählt Sandra W. lachend. Ab und zu ausverkauft ist hoffentlich auch bald einmal ihre eigene Konditorei, von der sie und ihre Freundinnen ab und zu schwärmen.

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