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Interview

Daniel Bösch vor dem Start in die Saison: «Es gibt noch einige Schwingfeste, die ich noch nicht gewonnen habe»

26 Schwinger haben in der 124-jährigen Geschichte des eidgenössischen Schwingerverbandes bisher 100 und mehr Kränze gewonnen. Daniel Bösch wird bald zu diesem illustren Kreis gehören. Er steht bei 98.
Beat Lanzendorfer
Der 31-jährige Daniel Bösch, hier beim Sieg am Olma-Schwinget 2018, hat in seiner Karriere praktisch alles gewonnen, was es im Schwingsport zu gewinnen gibt. Der Titel bei einem eidgenössischen Schwingfest fehlt ihm allerdings noch. (Bild: Michel Canonica)

Der 31-jährige Daniel Bösch, hier beim Sieg am Olma-Schwinget 2018, hat in seiner Karriere praktisch alles gewonnen, was es im Schwingsport zu gewinnen gibt. Der Titel bei einem eidgenössischen Schwingfest fehlt ihm allerdings noch. (Bild: Michel Canonica)

Wie geht es Ihnen gesundheitlich?

Daniel Bösch: Ich bin schmerzfrei – es passt. Ich habe den ganzen Winter mit Ausnahme von ein paar blauen, aber harmlosen Flecken ohne Blessuren überstanden.

Dann konnten Sie Ihr gewünschtes Trainingsprogramm ohne Unterbrüche durchziehen?

Ja, ich konnte meine Planungen wunschgemäss absolvieren.

Wie hat Ihr Trainingsprogramm im Detail ausgesehen?

Es beinhaltete sechs wöchentliche Trainingseinheiten. Davon war ich zwei- bis dreimal im Schwingkeller. Hinzu kamen drei weitere Einheiten im Kraftraum, beim Crossfit oder beim Schwimmen.

Schwimmen? Gehört das neu zu Ihrem Trainingsprogramm?

Ja, genauso wie Crossfit. Ich bin zweimal in der Woche jeweils einen Kilometer geschwommen.

Wie lange haben Sie dafür benötigt?

Zu Beginn etwa eine halbe Stunde. Jetzt schaffe ich es in 28 Minuten.

Würden Sie sagen, dass Ihr Fahrplan im Hinblick auf das Eidgenössische im August in Zug stimmt?

Ja, der stimmt. Ich habe den ganzen Winter viel investiert. Vieles blieb gleich, einiges ist wie erwähnt hinzugekommen. Ob die Vorbereitung die richtige war, wird sich an den kommenden Schwingfesten zeigen. Ich bin guter Dinge.

Mit 16 den ersten Kranz

Bösch holte mit 16 beim Thurgauer Kantonalen 2004 seinen ersten Kranz. Zu seinen grössten Erfolgen zählen der Sieg beim Unspunnen 2011 sowie diejenigen auf der Schwägalp (2015 und 2017). Die nächsten fünf Jahre haben es in sich. Jährlich findet ein Fest mit eidgenössischem Charakter statt: 2019 das Eidgenössische in Zug, 2020 das Jubiläumsfest 125 Jahre eidgenössischer Schwingerverband in Appenzell, 2021 das Kilchberg Schwinget, 2022 das Eidgenössische in Pratteln sowie 2023 das Unspunnen in Interlaken. (bl)

Nebst dem Eidgenössischen dürften Sie in diesem Jahr noch ein weiteres Ziel haben. Ihnen fehlen noch zwei Kränze zum hundertsten. Was bedeutet Ihnen diese Zahl?

Sie ist eine Ehrung für die jahrelange Qualität, die man beim Schwingen abgeliefert hat. Um auf diese Anzahl Kränze zu kommen, braucht es zehn bis zwölf Jahre, in denen man auf einem konstant hohen Level schwingen muss. Ich denke, ich darf schon etwas stolz auf diese Leistung sein. Nebst meinen sportlichen Ambitionen möchte ich in erster Linie aber gesund bleiben, denn das ist die Grundvoraussetzung für weitere Erfolge.

Sie sind am 5. März 31 geworden. Befassen Sie sich in Ihrem Alter schon mit Rücktrittsgedanken?

Ich schwinge, solange es mir Freude macht. Zurzeit schwirren Rücktrittsgedanken nicht in meinem Kopf herum.

Die kommenden fünf Jahre haben es in sich. Jährlich findet ein Fest mit eidgenössischem Charakter statt. Könnten Sie sich vorstellen, bei den nächsten Grossereignissen noch dabei zu sein? Planen Sie soweit voraus?

Ich schaue von Jahr zu Jahr. Das hängt von der Gesundheit ab. Bei einer schwerwiegenden Verletzung würden sicher Fragen auftauchen, ob man in meinem Alter noch einmal einen derartigen Aufwand auf sich nehmen möchte, um den Anschluss an die Spitze wieder zu schaffen.

Was wäre nebst dem Sieg beim Eidgenössischen ein weiteres Ziel, das Sie in Ihrer verbleibenden Karriere unbedingt noch erreichen möchten?

Es gibt noch einige Schwingfeste, die ich noch nicht gewonnen habe. Als Ostschweizer wäre ein dritter Sieg auf der Schwägalp sicherlich ein Highlight. Aber jedes Kranzfest, das man als Sieger verlässt, ist ein schönes Erlebnis.

Das Jahresprogramm von Daniel Bösch

Auf der Agenda 2019 des 31-jährigen Daniel Bösch finden sich 16 Einträge. Darunter sind deren zehn mit Kranzfestcharakter. Seinen 99 Kranz nimmt er beim Thurgauer Kantonalen am 5. Mai ins Visier. Den hundertsten könnte es dann beim St. Galler Kantonalen am 26. Mai in Widnau geben. Weitere Eckdaten sind der Baselstädtische Schwingertag, das Schaffhauser Kantonale, das Glarner-Bündner Kantonale, das Schwarzsee Schwinget, das Nordostschweizer, das Rigischwinget sowie die Höhepunkte Schwägalp (11. August) und das Eidgenössische in Zug (24./25. August). (bl)

Am Sonntag starten Sie Ihre Saison beim Rheintal-Oberländischen in Grabs. Sind Sie bereit?

Wie immer vor einer Saison fehlen die Vergleiche mit anderen Schwingern, darum weiss man nicht genau, wo man steht. Ich habe in den letzten Monaten aber viel gemacht, fühle mich gut und denke, dass ich bereit bin.

Wie haben Sie die Wintermonate verbracht?

Da gab es nichts Spektakuläres. Ich habe viel trainiert und viel gearbeitet. Zwischendurch war ich mit meiner Ehefrau Sandra in den Skiferien.

Ist es einem Schwinger erlaubt, auf den Skis zu stehen.

Letztlich ist jeder für sich selber verantwortlich. Mit der nötigen Vorsicht geht das sicher. Wer sich nicht selber überschätzt, kommt gut über die Runden. Bei mir ist das so.

Die Elite trifft sich in Grabs

Am Sonntag versammelt sich die Ostschweizer Schwingerelite zum ersten Vergleich des Jahres beim Rheintal-Oberländischen Schwingfest in Grabs. Gemäss Schwingerliste gehen rund 120 Schwinger aus dem Rheintal-Oberländer Verbandsgebiet sowie den übrigen Teilverbänden des Kantons St.Gallen und den Nachbarkantonen Glarus, Graubünden, Thurgau sowie beider Appenzell an den Start.

Nebst Daniel Bösch steigen acht weitere Eidgenossen in den Ring. Vom Appenzeller Schwingerverband sind dies Michael Bless, Gais, Martin Hersche, Appenzell sowie Raphael Zwyssig, Gais. Aus dem Bündnerland reist Armon Orlik nach Grabs. Der Maienfelder hat die letzten drei Austragungen für sich entschieden. Das grösste Kontingent an Eidgenossen stellt der Thurgauer Kantonalverband. Zu ihnen zählen der unverwüstliche und bald 45-jährige Stefan Burkhalter, Homburg, Samuel Giger (Sieger 2014), Ottoberg, Tobias Krähenbühl, Wetzikon, und Domenic Schneider, Friltschen. Aus dem Toggenburg nehmen 28 Schwinger den Weg nach Grabs auf sich.

Gespannt darf man dabei auf das Abschneiden von Beat Wickli sein, der im letzten September beim Sieg in Wildhaus (Herbstschwingertag) sein grosses Potenzial andeutete. Ein Spitzenplatz wird auch dem noch nicht 17-jährigen Werner Schlegel zugetraut. Der Hemberger, der bereits einen Kranz vom St.Galler Kantonalen 2018 in Tübach im Sack hat, zählt zum erweiterten Favoritenkreis. Das Anschwingen auf der Schulanlage Unterdorf beginnt um 10.30 Uhr. Der Schlussgang ist auf 17 Uhr festgesetzt. (bl)

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